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Roberto Di Matteo ist seit Oktober 2014 Cheftrainer beim FC Schalke 04
Roberto Di Matteo ist seit Oktober 2014 Cheftrainer beim FC Schalke 04 © Getty Images

München - Neun Tore kassierte Schalke 04 in der Vorsaison gegen Real Madrid. Doch dank Trainer Roberto Di Matteo ist die Schießbude zum Bollwerk mutiert. Zinedine Zidane und Carlo Ancelotti warnen bereits.

Im Dezember erntete Peter Peters noch Spott.

Die Auslosung zur Champions League hatte seinem FC Schalke mal wieder Achtelfinal-Duelle mit Real Madrid beschert.

Die Fans der "Königsblauen" bereiteten sich schon gedanklich auf die nächsten Blamagen vor. Nicht so Peters. "Tagesform schlägt Klasse!", betonte Schalkes Finanzvorstand.

Es wirkte wie ein frommer Wunsch in einer Phase, in der Real eine Partie nach der anderen gewann - denn schließlich beendeten die Spanier das Jahr mit 22 Pflichtspielsiegen in Folge.

Real schwächelt plötzlich 

Zwei Monate später wirkt Peters' Wunsch nicht mehr ganz so fromm. Schalke hat sich stabilisiert, und Real ist ungeahnt instabil geworden.

Am Wochenende erteilte Atletico dem Stadtrivalen gar eine Lehrstunde, fegte ihn mit 4:0 (2:0) aus dem Stadion. "Das war unser schlechtestes Spiel, seit ich als Trainer zu Real gekommen bin", erklärte Carlo Ancelotti nach der Partie.

Dass am selben Abend noch fröhliche Party-Videos von Cristiano Ronaldos 30. Geburtstag in Umlauf kamen, rundete den missratenen Gesamteindruck ab.

Die Macher bei Real Madrid: (v.l.) Zinedine Zidane und Chefcoach  Carlo Ancelotti
Die Macher bei Real Madrid: (v.l.) Zinedine Zidane und Chefcoach Carlo Ancelotti © Getty Images

Zidane schließt Überraschung nicht aus

Die Ausfälle der Innenverteidiger Sergio Ramos und Pepe kann Real derzeit ebenso wenig kompensieren wie die der Mittelfeldstrategen Luka Modric und James Rodriguez.

Zudem laufen Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos ihrer Form aus dem Spätherbst hinterher.

Eine Real-Ikone hält deshalb eine Überraschung für möglich.

"Ich würde gern sagen, dass Schalke keine Chance und Real das Viertelfinale schon sicher hat. Aber gerade in der K.o.-Phase kann alles passieren", sagte Zinedine Zidane in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Schalke auf Weg zur Abwehrmacht

Frankreich Weltmeister von 1998 und Trainer von Reals U 23 ergänzt: "Zwei Spiele sind zwei Mal die Chance, dass der Außenseiter über sich hinauswächst. Man muss immer vorsichtig sein - gegen eine deutsche Mannschaft erst recht."

Die Aussagen von Zidane und Ancelotti dürften mehr sein als das übliche Mahnritual.

Beide sind gewarnt vor einem FC Schalke 04, der dabei ist, sich genau die Qualitäten anzueignen, mit denen ihr Trainer schon einmal die Großen Europas zur Verzweiflung getrieben hat.

Zur Erinnerung: Roberto Di Matteo wurde 2012 mit dem FC Chelsea Champions-League-Sieger dank seines verordneten Defensivfußballs, auch der FC Barcelona und der FC Bayern konnten die Hintermannschaft dabei nicht aushebeln.

Unlängst auch die Bayern geärgert 

Seinen aktuellen Klub hat der Schweizer nun ebenfalls zu einer Abwehrmacht geformt, das spielerisch überlegene Teams ärgern kann - siehe unlängst das 1:1 beim FC Bayern.

Das Team, das unter Vorgänger Jens Keller noch zwölf Gegentore in sieben Partien kassierte, präsentiert sich in Bundesliga-Rückrunde als Meister der Effizienz.

Was in Zahlen heißt:Drei Spiele, drei Tore, sieben Punkte - bei nur einem Gegentreffer.

Ancelotti beeindruckt

"Der Stil von Schalke hat sich gewandelt", stellt daher auch Ancelotti in der Sport Bild fest:

"Es ist der Stil eines italienischen Trainers. Di Matteo versucht wie alle Italiener, die Abwehr auf sichere Beine zu stellen. Schalke spielt solider. Deshalb wird es komplizierter als im vergangenen Jahr", sagt der Real-Coach.

Im vergangenen Frühjahr hatte Schalke im Hinspiel zu Hause eine 1:6-Niederlage kassiert und das Rückspiel in Madrid mit 1:3 verloren.

Die Chancen stehen anscheinend recht gut, dass Königsblau diesmal mehr Bollwerk denn Schießbude ist.

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