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München und Hannover - Der VfB Stuttgart tritt weiter auf der Stelle. Der Auftritt in Hannover ist couragiert, der Punkt jedoch zu wenig. Harnik sieht Rot. Dutt und Stevens werden sich nun zusammensetzen.

Robin Dutt war gut vorbereitet. Natürlich wusste er, welche Frage ihm gestellt werden würde. Die Worte dafür hatte er sich im Kopf bereits zurechtgelegt, und so waren die Antworten, die der VfB-Sportvorstand in die verschiedenen Mikros sprach, fast identisch.

Dutts Refrain nach dem 1:1 bei Hannover 96 lautete wie folgt: "Huub Stevens und ich haben ein enges vertrauensvolles Verhältnis. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Von mir gibt es keine grunsätzliche Aussage dazu."

Ein Treuebekenntnis klingt anders.

"Mehr kann ich nicht machen"

Stevens selbst stellte gute Laune zur Schau. "Ich habe seit meiner Zusammenarbeit mit Robin Dutt nichts von anderen Trainern gehört", sagte der Niederländer und betrieb verbal noch etwas Eigenwerbung: "Ich habe noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison und die Kraft, den auch zu erfüllen. Ich mache meinen Job so gut wie möglich. Mehr kann man nicht machen."

Das 1:1 des VfB in Hannover war zumindest nicht der nächste spielerische Offenbarungseid.

Glanzvoll war das zwar nicht, was die Schwaben boten, dafür war die Verunsicherung einfach zu groß. Doch der Einsatz stimmte. Eine Mannschaft, die sich und ihren Trainer aufgegeben hat, sieht anders aus. Wenn auch der eine Punkt im Abstiegskampf nur wenig weiterhilft. Der VfB bleibt Letzter, der Abstand auf das rettende Ufer beträgt fünf Punkte.

"Der Punkt ist später vielleicht Gold wert, vielleicht aber auch zu wenig. Fest steht: Wir müssen die Führung über die Zeit bringen", sagte Christian Gentner, der die Schwaben nach 52 Minuten in Front brachte. Der Hannoveraner Strafraum glich zuvor einer Ping-Pong-Platte. Der VfB-Kapitän fackelte nicht lange, als ihm der Ball vor die Füße fiel.  

Gentner pro Stevens

Angesprochen auf die Zukunft seines Trainers sagte der Mittelfeldspieler: "Der Trainer ist unser Trainer – und ich gehe davon aus, dass es bis zum Saisonende so sein wird. Wir würden den Abstiegskampf gerne weiter mit Huub Stevens bestreiten und bestehen."

Ob es auch so kommen wird, ist nicht gewiss. Der völlig unnötige Gegentreffer durch Hannovers Lars Stindl (70.) sorgt für Zweifel.

Zudem flog Martin Harnik kurz vor Schluss noch mit Rot vom Platz, nachdem er sich zu einer Tätlichkeit gegen Stindl hinreißen ließ.

Krisen-Gipfel steht an

Die Kandidaten als Stevens-Nachfolger stehen jedenfalls, wenn man dem Stuttgarter Umfeld glaubt, schon in Reih und Glied bereit. Heißester Kandidat soll Alexander Zorniger sein, bis vor kurzem Trainer von RB Leipzig. "Spekulationen sind in der aktuellen Situation normal. Warten Sie ab", entgegnete Dutt entsprechenden Nachfragen.

Viel Zeit bleibt aus Stuttgarter Sicht jedoch nicht. Bereits am kommenden Freitag sind sie wieder gefordert, der Keller-Gipfel gegen Hertha BSC steht auf dem Programm. "Das wird ein Big-Point-Spiel, keine Frage. Berlin hat als direkter Konkurrent am Wochenende gewonnen. Die müssen wir wieder an uns heranziehen", betonte Dutt.

Zunächst wird es am Sonntag eine interne Analyse beim VfB geben. Die Teilnehmer: Dutt und Stevens. Ausgang offen.

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