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München - Vor dem Spiel beim FC Bayern spricht Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke bei SPORT1 über die sportliche Lage des FC, Trainer Peter Stöger und seine Politik der ruhigen Hand.

Jörg Schmadtke ist gebürtiger Düsseldorfer.

Und dennoch hat der Sportdirektor des 1. FC Köln bei den "Geißböcken" sein Glück gefunden.

Schmadtke kam 2013 zusammen mit FC-Coach Peter Stöger in die Domstadt und seitdem herrscht Ruhe und eine klare Linie im Verein.

Zuletzt wurde die Ruhe nur durch einige Chaoten beim Auswärtsspiel in Gladbach gestört.

Doch selbst da wird inzwischen souverän und rigoros durchgegriffen. Schmadtke hat es hinbekommen, dass das Kölner Umfeld anders als in der Vergangenheit nicht gleich nervös wird, obwohl der Klub im Abstiegskampf steckt.

Am Freitag müssen die Kölner zum FC Bayern reisen (ab 20 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Es gibt gerade in diesen Tagen dankbarere Aufgaben. Vor dem Spiel beim Rekordmeister spricht Schmadtke im SPORT1-Interview über den FC, Trainer Peter Stöger und die Chancen gegen den Rekordmeister. 

SPORT1: Herr Schmadtke, der FC steht auf Platz 13, mit nur drei Punkten vor dem Relegationsplatz. Wie sehen Sie die aktuelle Situation?

Jörg Schmadtke: Wir liegen auf Platz 13 und damit im Soll. Es hätten ein paar Punkte mehr sein können, aber insgesamt glaube ich, dass wir uns als Aufsteiger bisher gut verkaufen.

SPORT1: Sie predigen seit Monaten die Politik der ruhigen Hand. Läuft man Gefahr die durchaus prekäre Situation zu verkennen, wo man nur in "Eichhörnchen-Manier" Punkte sammelt?

Schmadtke: Wir haben drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Damit stehen wir exakt da, wo wir auch am Ende der Saison stehen wollen. Wir wussten von Anfang an, dass wir eine schwere Saison vor uns haben, in der es gegen den Abstieg geht. Wir verkennen gar nichts.

Mittelfeldspieler Daniel Halfar spielt beim 1. FC Köln
Daniel Halfar (r., gegen Bayerns Xabi Alonso) wechselte 2013 von 1860 München zum 1. FC Köln © Getty Images

SPORT1: Die Spielweise hat schon länger an Attraktivität verloren - vor allem in Heimspielen. Wie sehr bereitet Ihnen das Sorgen?

Schmadtke: Wir müssen uns in dieser Liga jeden Punkt sehr hart erarbeiten. Das überrascht mich nicht und macht mir daher auch keine Sorgen. Außerdem stimmt die Analyse auch nicht. Wir haben in dieser Saison schon einige sehr attraktive Partien bestritten. Richtig ist: Die schöneren Spiele machen wir auswärts.

SPORT1: Sie sagten, dass man im Plan sei. Gibt man der Mannschaft so nicht ein Alibi?

Schmadtke: Ein Alibi für was? Diese Mannschaft gibt in jedem Spiel alles, bis auf die letzte halbe Stunde in Leverkusen und die zweite Hälfte gegen Augsburg kann man dem Team in Sachen Einsatz, Disziplin und Willen keinen Vorwurf machen.

SPORT1: Sie und Herr Stöger haben es geschafft, dass es nicht mehr so schnell Theater gibt in Köln - abgesehen von einigen Chaoten in weißen Maleranzügen - wäre es jetzt nicht mal an der Zeit, dass Sie als Sportchef auf den Tisch hauen?

Schmadtke: Ich soll auf den Tisch hauen, weil wir im Plan sind? Die Frage kann ich nicht nachvollziehen.

SPORT1: Peter Stöger scheint unantastbar zu sein. Warum?

Schmadtke: Weil er mit seinem Trainerteam einen sehr, sehr guten Job macht und wir absolutes Vertrauen in ihn haben.

SPORT1: Nun muss der FC zum FC Bayern. Würde man sich diese Auswärtsreise gerne ersparen?

Schmadtke: Nein, wieso? Bayern gegen Köln ist ein Klassiker und es ist eine gute Gelegenheit für unsere junge Mannschaft, sich mit dem besten Team der Liga zu messen. Und wir haben keinen Druck, in München gewinnen zu müssen.

SPORT1: Keine Angst, dass man ähnlich wie der HSV oder Paderborn "abgeschlachtet" wird?

Schmadtke: Das Risiko besteht für fast jede Mannschaft, das ist ja selbst dem AS Rom passiert. Aber Angst haben wir nicht.

SPORT1: Peter Stöger spricht davon, dass es immer eine Überraschung geben könne. Wie groß ist vor der Fahrt nach Bayern wirklich der Glaube daran?

Schmadtke: Ich erwarte von der Mannschaft, dass wir in München gewinnen. Und wenn nicht, haue ich mal so richtig auf den Tisch (lacht). Im Ernst: Wir haben uns auf die Bayern vorbereitet, so wie auf jeden Gegner, und wir werden uns so teuer wie möglich verkaufen. Dann sehen wir, wofür das reicht.

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