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In seiner Kolumne stellt sich SPORT1-Experte Thomas Strunz vor den Stürmer des FC Bayern. Die Stuttgarter sind ihm viel zu passiv. Ein baldiger Rücktritt des Trainers würde ihn nicht überraschen.

Liebe Fußball-Freunde,

zunächst einmal möchte ich eine Lanze für Robert Lewandowski brechen.

Der hat jetzt zehn Tore und vier Vorlagen. Wenn das ein Fehleinkauf sein soll, weiß ich es auch nicht! Er ist ein Topstürmer - einer der besten in Europa.

Es wäre ja traurig, wenn er zufrieden wäre, wenn er nicht spielt!

Ich finde auch, dass Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger sehr wohl zusammen spielen können, weil die Bayern dann insgesamt defensiv kompakter sind. Es ging ja gegen Donezk erst mal darum, hinten dicht zu halten. Deswegen hab ich das Spiel auch nicht als so schlecht empfunden.

Borussia Dortmund kann sich ebenso wieder auf seinen Top-Stürmer verlassen. Mit Pierre-Emerick Aubameyang ist der BVB zurzeit vorne richtig gut. Er spielt endlich wieder im Zentrum und fühlt sich da wohl.

Dortmund wird gegen gegen Juventus Turin in der Champions League weiterkommen.

Die Stuttgarter waren mir gegen Dortmund viel zu defensiv, viel zu passiv. Es gibt gar keine Achse in der Mannschaft. Es gibt keine Stabilität und es gibt keine Basis, an der man sich orientieren kann.

Außerdem birgt es natürlich Gefahren, wenn der Sportdirektor auf der Bank sitzt. Huub Stevens hat ständig einen Trainer neben sich. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich Stevens Gedanken um einen Rücktritt macht, wenn es weiter nicht läuft.

Das muss aber auch Robin Dutt entscheiden. Ich kann ihm nur raten, dass er den Trainerjob nicht macht.

In Leverkusen ist man immer noch auf der Suche nach einer Ideal-Aufstellung. Das System von Roger Schmidt wurde noch nicht vollends verinnerlicht. Die Mannschaft ist in einem Umbruch. Außerdem ist der ein oder andere nicht auf Topniveau.

Vor allem in der Defensive sind andere Mannschaften in der Liga viel besser. Ich glaube Platz Sechs ist genau der Platz, der das Leistungsvermögen des Teams widerspiegelt.

Der späte Gegentreffer zum Ausgleich in Augsburg lag an der fehlenden Zuordnung. Wenn der Torwart nach vorne kommt, gibt es im Strafraum des Gegners immer Irritationen und Verunsicherungen. Daraus hat sich für Marvin Hitz ein Freiraum ergeben.

Bei Schalke 04 sieht die Philosophie von Roberto Di Matteo natürlich anders aus. Im Moment ist nur kein offensiveres Spiel möglich. Er muss ja quasi die kompakte Spielweise wählen.

Da fehlt ein Leon Goretzka, ein Julian Draxler, ein Jefferson Farfan - Spieler aus dem Mittelfeld, die auch mal in die Spitze gehen können. Di Matteo macht aktuell aus der Not eine Tugend. Sie lassen hinten ganz wenig zu. Nach vorne aber ist es sehr zäh.

Der neue Mainzer Trainer Martin Schmidt hat sich mit dem Sieg im brisanten Derby gegen Eintracht Frankfurt bestens eingeführt. Ob das jetzt schon einen Effekt hatte, weiß ich nicht. Das muss man über einen längeren Zeitraum sehen.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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