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Berlin - Nach seinem späten Siegtreffer gegen Augsburg ist Salomon Kalou der gefeierte Held in Berlin. Im Abstiegskampf soll der einstige Bankdrücker zur Lebensversicherung werden.

Von Maskottchen Herthinho gab es einen liebevollen Klaps auf den Hintern, von Trainer Pal Dardai eine herzhafte Umarmung, von den Fans wohltuenden Applaus.

Nach seinem späten Siegtreffer beim wichtigen 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den FC Augsburg war Salomon Kalou der gefeierte Held (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Und alle Herthaner hoffen, dass der Ivorer nach seinem ersten Tor im neuen Jahr zum Trumpf im Abstiegskampf wird (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

"Er muss nur vorne knipsen"

"Er ist ein Künstler", schwärmte Dardai über seinen Stürmer, der schon vor seinem Tor (88.) viel Laufbereitschaft gezeigt und etliche Bälle im Sturmzentrum behauptet hatte. Für Dardai spielte das an diesem Nachmittag aber nur eine untergeordnete Rolle:

"Von mir aus kann er im Spiel nur drei Ballkontakte haben, er muss nur vorne knipsen."

Auch der erleichterte Hertha-Manager Michael Preetz misst Kalou lediglich nach einem Maßstab: "Er ist dafür da, im richtigen Moment zuzuschlagen."

Und das tat der Star von Afrika-Meister Elfenbeinküste gegen den enttäuschenden Europacup-Aspiranten Augsburg im Stil eines klassischen Torjägers:

Kurz vor Abpfiff schlich sich Kalou von seinem Gegenspieler weg und schob den Ball im Fünfmeterraum nach Vorarbeit des eingewechselten Jens Hegeler schnörkellos ins Tor.

"Das ist ein gutes Gefühl", sagte der Matchwinner hinterher. "Das wird uns allen viel Selbstvertrauen geben." (Datencenter: Tabelle)

Unter Luhukay vor dem Abschied

Von seiner mentalen Stärke hatte Kalou unter Ex-Trainer Jos Luhukay viel eingebüßt. Vom Niederländer wurde der im Sommer für drei Millionen Euro vom OSC Lille verpflichtete Kalou trotz eines guten Starts ab Mitte der Hinrunde zum Bankdrücker degradiert.

In Luhukays System gab es nur Platz für einen Stürmer, und der war für den lauffreudigeren Julian Schieber reserviert.

Kalou, früher Stammspieler des englischen Spitzenklubs FC Chelsea, machte seinem Unmut öffentlich Luft: "Spieler wie mich sollte man anders behandeln."

Ein früher Abschied aus Berlin schien wahrscheinlich. Doch seit der Übernahme durch Dardai ist alles anders.

Dardai macht Kalou wieder stark

Eine der ersten Amtshandlungen des Ungarn war es, Herthas "Königstransfer" stark zu reden - obwohl der noch beim Afrika-Cup weilte. "Er kann vor dem Tor töten", hatte der neue Chefcoach gesagt.

Unter Dardai blüht Kalou auf. "Der Trainer hat einen neuen Teamgeist geweckt, alle kämpfen füreinander", lobte der 29-Jährige. "Das ist der einzige Weg, wenn du der Abstiegszone entkommen willst."

Aber für den Klassenerhalt braucht es auch einen Torjäger in Topform. Kapitän Fabian Lustenberger hofft deshalb, dass auch im Keller-Duell am kommenden Freitag beim VfB Stuttgart  auf Kalou Verlass ist: "Es wäre für uns wichtig, wenn er jetzt einen Lauf bekommt."

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