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Roy Makaay spricht bei SPORT1 über Robert Lewandowski und den FC Bayern
Roy Makaay (l.) spielte von 2003 bis 2007 für den FC Bayern © SPORT1/getty

München - Bayerns früherer Starstürmer Roy Makaay spricht im SPORT1-Interview über die heikle Situation von Robert Lewandowski, den Druck in München und Bayerns Chancen gegen Donezk.

Sein Torriecher war legendär. In vier Jahren beim FC Bayern erzielte Roy Makaay 78 Treffer und eroberte mit dem Team zweimal das Double.

Dabei stand der Niederländer von Anfang an unter genauer Beobachtung, war er doch damals der teuerste Einkauf in der Klubhistorie. 2003 zahlte der FCB gut 19 Millionen Euro für Makaays Dienste an La Coruna.

Makaay weiß also, unter welchem Druck Münchner Stürmer stehen und kann sich auch gut in die Lage von Robert Lewandowski hineinversetzen. Der Pole kam im Sommer mit Vorschlusslorbeeren nach München. Im Champions-League-Achtelfinalhinspiel flog er beim 0:0 bei Schachtjor Donezk aber aus der Startelf, weil er in der Rückrunde noch nicht zu seiner Topform gefunden hat.

Im SPORT1-Interview spricht Makaay über Lewandowskis Eingewöhnungsphase in München und das besondere Stürmerumfeld beim FC Bayern.

SPORT1: Herr Makaay, wie sollte Robert Lewandowski mit der Situation umgehen, dass er gegen Schachtjor Donezk nicht erste Wahl war?

Roy Makaay: Das gehört auch dazu. Da muss man sich in die Mannschaft zurückkämpfen. Er hat in 2015 noch nicht so viele Tore gemacht, dass er unumstritten ist. Guardiola kann mit verschiedenen Systemen spielen, er wird schauen, was gegen den Gegner am besten ist. Bayern hat so viele starke Spieler, dass aber immer ein guter draußen ist.

SPORT1: Wie sehen Sie Robert Lewandowski und seinen Eingewöhnungsprozess in München?

Makaay: Er hat letztes Jahr seine Tore geschossen,  dieses Jahr ist es schwieriger. Als Stürmer will man gerne ein paar Spiele in Folge absolvieren, damit man den Rhythmus bekommt, aber da muss man eben die Tore machen, dass man für den Trainer unverzichtbar ist.

SPORT1: In Dortmund war das Spiel auf ihn zugeschnitten, in München ist es das nicht, könnte das eine Erklärung sein?

Makaay: Bayern und Dortmund kann man nicht miteinander vergleichen. In Dortmund war das Spiel auf ihn abgestimmt, er war immer der letzte Punkt in einem Angriff. Bei Bayern war das noch nie so und es wird nie so sein, dass die ganze Mannschaft nur für einen Spieler spielt. Bayern hat dafür zu gute Spieler, im Moment ist Arjen Robben in einer überragenden Phase. Zudem ist Franck Ribery wieder zurück. Bei Bayern gehört Konkurrenz dazu, deshalb ist es auch einer der größten Vereine der Welt.

SPORT1: Sie haben in Ihrer Saison 2003/2004 gleich 23 Tore erzielt, Anlaufprobleme gab es da keine, oder?

Makaay: Ich hatte am Anfang auch ein paar Spiele gebraucht, um die Tore zu machen. Das lag aber auch daran, dass ich in der Vorbereitung sehr spät gewechselt bin.  Zum Glück sind dann die Tore schnell reingegangen und ich habe also auch viel gespielt.

SPORT1: Ist der Druck denn für einen Stürmer beim FC Bayern besonders hoch?

Makaay: Ja, aber für jeden Spieler. Ich war damals der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Wenn man weiß, welche Topstürmer über die Jahre bei Bayern gespielt haben, ist es normal, dass ein Neuer viel Druck hat, Tore zu schießen.

Bayern Munich's New Jersey Presentation
Roy Makaay (r. mit Michael Ballack) holte mit dem FC Bayern 2005 und 2006 das Double © Getty Images

SPORT1: Ex-Bayern-Profi Didi Hamann hat Lewandowski bereits einen Wechsel nahegelegt und gesagt, dass er besser zu einer englischen Mannschaft passen würde als in Guardiolas System.

Makaay: Lewandowski ist ein überragender Stürmer, er wird schon seine Tore schießen. Er muss sich jetzt beweisen und zeigen, dass er in die Mannschaft gehört.

SPORT1: Muss der FC Bayern nach dem Remis bei Schachtjor nun fürchten, früh in der Champions League zu scheitern?

Makaay: Ich gehe davon aus, dass Bayern das Viertelfinale erreicht. Man darf Schachtjor jedoch nicht unterschätzen, sie spielen seit Jahren in der Champions League mit, haben sehr viele gute Brasilianer. Das 0:0 ist eine gefährliche Ausgangsposition, aber Bayern hat eine überragende Mannschaft.

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