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Der Manager des FC Augsburg erklärt im Volkswagen Doppelpass die mittelfristigen Ziele seines Klubs und kritisiert den Dortmunder Masken-Jubel beim Derbysieg gegen Schalke.

Augsburgs Manager Stefan Reuter hat mit Verwunderung auf den Jubelauftritt von Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang beim souveränen 3:0-Derbysieg gegen Schalke reagiert.

"Richtig wird man sich ärgern, wenn es hinten raus um die internationalen Ränge geht und du vielleicht mit der fünften Gelben Karte draußen sitzt und zuschaust. Dann beißt du dich nämlich selbst in den Hintern und als Verantwortlicher wirst du wahnsinnig", sagte der ehemalige Dortmunder am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Torschütze Aubameyang und Vorbereiter Reus setzten sich nach dem Treffer im Jubel die Maske von Batman bzw. dessen Kumpel Robin auf und sahen dafür die Gelbe Karte. "Du kannst feiern, jubeln, dich freuen oder eine Ehrenrunde laufen ohne Gelb zu kriegen. Da holst du dir völlig unnötig eine Gelbe Karte. Ich würde mir von der Mannschaft wünschen, dass sie intern eine Strafe ausspricht", sagte Reuter.

Jörg Wontorra Stefan Reuter Doppelpass
Stefan Reuter (r.) ist seit Januar 2013 Geschäftsführer beim FC Augsburg © SPORT1

Nach vier Siegen in Serie glaubt Reuter, dass der BVB "weiter marschieren wird und gute Chancen hat, noch ins internationale Geschäft zu kommen". Reuter sieht bei den Dortmundern bereits wieder die alten Stärken. "Jetzt haben sie ihren alten Rhythmus und ihre alte Spielfreude wieder gefunden und zeigen ihre Klasse", ergänzte der 48-Jährige.

Die Vertragsverlängerung mit Marco Reus sieht er als "grandioses Zeichen".

"Unnötige Niederlage"

Bezüglich der eigenen sportlichen Situation war beim FCA-Manager nur einen Tag nach der Niederlage bei Hertha BSC (0:1) der Ärger über die Pleite noch längst nicht verflogen.

"Verdaut haben wir es jetzt noch nicht. Es war eine unnötige Niederlage. Berlin war nicht so gut, dass man dort verlieren muss", erklärte der Weltmeister von 1990.

"Es haben Kleinigkeiten gegen uns entschieden. Wir haben sicherlich nicht so frisch und mutig nach vorne gespielt, wie es über weite Strecken der Saison der Fall war. Hertha hat sehr defensiv gespielt. Sie haben sich nur auf Zufälle und Salomon Kalou verlassen", sagte Reuter.

Dennoch lassen sich die Augsburger durch diesen kleinen Rückschlag nicht aus der Bahn werfen. "Wir lassen uns keine Krise einreden, genauso wie wir uns den internationalen Platz nicht immer einreden lassen", führte Reuter weiter aus. "Entscheidend ist, dass sich unsere Jungs auf ihre Leistung und unser Spiel konzentrieren."

In der Verlosung um Europa

Der FCA bleibt als Tabellensechster mit 35 Punkten weiterhin voll in der Verlosung um die Plätze im internationalen Geschäft.

"Wir würden uns intensiv damit beschäftigen, was wir anders machen müssen, um weiterhin erfolgreich zu sein", sagte Reuter für den Fall einer internationalen Teilnahme in der kommenden Saison.

In der Winterpause liehen die Augsburger Pierre-Emile Hojbjerg vom FC Bayern München aus - mit einer klaren Zielsetzung.

"Wenn Hojbjerg beim FC Bayern eine feste Größe wird, haben wir alles richtig gemacht. Dann hat er uns in seiner Zeit als Leihspieler weitergeholfen, sich selbst weiterentwickelt und der FC Bayern bekommt einen Spieler mit viel Praxis zurück."

Höheres Budget als Ziel

Auch in der Personalie von Trainer Markus Weinzierl sieht Reuter eine Win-Win-Situation. "Wir profitieren genauso von ihm, wie er von uns."

Über die mittelfristigen Ziele des Klubs gab Reuter ebenfalls Auskunft.

"Die Ruhe in Augsburg ist schon ein gewisser Vorteil. Wir versuchen unser Budget schrittweise zu erhöhen. Das geht über die Fernsehgelder, die sich über die Platzierung in der Bundesliga errechnen", sagte Reuter.

Verständnis für Tönnies

Für die Idee von Schalkes Boss Clemens Tönnies, der von den Knappen-Fans 1000 Euro forderte, um die Verbindlichkeiten auf ein Mal zu begleichen, hat Reuter Verständnis.

"Der Anreiz von Tönnies war ein Versuch, mit dem er vielleicht den einen oder anderen Menschen im Ruhrgebiet anspricht, der solvent genug ist, um als Partner einzusteigen", sagte Reuter.

Der Grund liegt für ihn auf der Hand. "Das zeigt, dass Schalke wahrscheinlich einen gewissen Druck verspürt, nämlich sich für den internationalen Fußball zu qualifizieren. Weil dort das große Geld verdient wird und auch der Kader so zusammengestellt ist. Da bist du fast gezwungen, international dabei zu sein", sagte Reuter.

"Beim FC Bayern kann man nicht locker lassen"

Der FC Bayern habe hingegen ganz andere Sorgen.

Augsburgs Manager geht davon aus, dass der Rekordmeister den Fokus in der laufenden Saison sehr stark auf die Champions League legt.

Auf dem Weg zu diesem Ziel sei es für die Spieler gar nicht möglich, locker zu lassen, weil der Kader so gut sei.

"Jeder will in der Champions League dann auf dem Platz stehen", sagte Reuter, "deshalb wird jeder Vollgas geben und jeder Spieler wird seine Leistung noch einmal steigern wollen".

Im Hinspiel des Achtelfinals bei Schachtjor Donezk kamen die Münchner nicht über ein torloses Remis hinaus. Für Reuter kein Grund, am Weiterkommen des FC Bayern zu zweifeln. "Die letzten 30 Jahre sind sie mit Druck gut zurechtgekommen."

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