vergrößernverkleinern
Mario Götze spielt seit Sommer 2013 für den FC Bayern
Mario Götze spielt seit Sommer 2013 für den FC Bayern © Getty Images

München - Bayern-Trainer Pep Guardiola erhöht den Druck auf Mario Götze, der muss zweimal leiden. Die nächsten Spieler bekommen so eine besondere Bedeutung für den Weltmeister.

Mario Götze schien in der Vorrunde ein neuer Spieler. Gewandelt. Zugänglicher für Journalisten. Die Angst, falsch verstanden zu werden, schien dem 22-Jährigen anders als in seinem ersten Jahr beim FC Bayern nicht mehr umzutreiben.

Doch womöglich wird der sensible Profi bald wieder der Welt mit mehr Skepsis begegnen.  "Hat Pep was gegen Götze?", titelt die Bild am Donnerstag. Und bei der Münchner Lokalzeitung tz liest man: "Kann Guardiola nicht mit Götze?"

Das klingt nach Liebesentzug. Der Nationalspieler kassierte jedenfalls zwei Ohrfeigen des Trainers. Beim 1:4 in Wolfsburg saß er trotz des Ausfalls von Franck Ribery auf der Bank. Und beim 1:1 gegen Schalke 04 musste Götze raus, als Pep Guardiola die Mannschaft nach der Roten Karte für Jerome Boateng umbaute.

Bitterer Moment gegen Schalke

Jungspund Mitchell Weiser blieb auf dem Feld, Götze ging.

Der Weltmeister und Finaltorschütze. Der einzige Spieler im Münchner Kader, der eine eigene App betreibt. Und nebenbei auch der zweitbeste Torjäger der Mannschaft. Mit sieben Treffern, reihenweiser guter Auftritte hatte Götze in der Hinrunde ja allem Anschein nach seinen Platz im Starensemble gefunden.

"Mario hat super gespielt"

Doch gegen S04 tat Guardiola dem Edeltechniker weh - notgedrungen.  "Es war meine Entscheidung. Es gab kein Problem in diesem Moment, Mario hat super gespielt bis dahin, aber für die Standards wollte ich Thomas."

Götzes Selbstvertrauen hat Guardiola damit gewiss nicht gestärkt.

Die Entscheidung des Trainers verwunderte, zumal Götze mit seiner Fähigkeit, den Ball in schwierigen Situationen zu behaupten, gewiss mindestens genauso wertvoll gewesen wäre wie der bemühte, aber phasenweise überforderte Weiser.

"Er hat seinen Job gut gemacht", sagte Thomas Müller auf SPORT1-Nachfrage über den jungen Teamkollegen. Doch Weiser ist eben noch meilenweit von Götze entfernt.  Guardiola entschied sich anders - aus taktischen Überlegungen.

Torhungrig im Training

Der Trainer machte es sich selbst dabei aber nicht leicht, mehrere Minuten grübelte er an der Seitenlinie, ehe er die Tafel mit der Nummer 19 hochhalten ließ.

Im Match beim VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER u. im Sportradio SPORT1.fm) sollte Götze wieder dabei sein. Im Training am Mittwoch traf er sechsmal, bemühte sich bestmöglich Guardiola anzuzeigen, dass mit ihm zu rechnen ist.

"Guardiola hat jeden Einzelnen weitergebracht"

"Ich gehe mit breiter Brust in die Rückrunde", hatte Götze noch in der Vorbereitung angekündigt und Guardiola gepriesen: "Er hat jeden Einzelnen und uns als Mannschaft weitergebracht."

Aktuell kitzelt Guardiola das Ausnahmetalent. Schon in Wolfsburg wechselte er erst Weiser ein, ehe Götze randurfte.

Es sind starke Zeichen an den Ex-Dortmunder. Dabei muss er jetzt die Zeit nutzen, um beim Trainer zu punkten: Franck Ribery wird nach seinem Muskelfaserriss in gut zwei Wochen wieder im Team erwartet, auch Mittelfeldkonkurrent Philipp Lahm dürfte bis Anfang März wieder verfügbar sein.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel