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Sport-Club Freiburg v SV Werder Bremen - Bundesliga
Fin Bartel und Franco Di Santo feiern das entscheidende Tor des Argentiniers © Getty Images

Freiburg - Franco Di Santo empfiehlt sich mit einem Traumtor für höhere Aufgaben und verschafft Bremen ruhige Tage. Der SC Freiburg verzweifelt an seiner eigenen Harmlosigkeit.

Franco Di Santo bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Nach seinem Geniestreich zum 1:0 (1:0) beim stark abstiegsbedrohten SC Freiburg machte der argentinische Torjäger von Werder Bremen erst zusammen mit Teamkollege Fin Bartels Faxen im Vereins-TV - und träumte dann von großen Fußball-Spielen an der Seite von Superstar Lionel Messi.

"Klar, jedes Tor hilft", sagte der 25-Jährige, der sein letztes von bislang drei Länderspielen im März 2013 absolviert hatte: "Ich hoffe, dass es irgendwann wieder klappt."

Argentiniens Nationaltrainer Gerardo Martino sollte sich das Video vom Samstagnachmittag zumindest mal anschauen (Die Highlights des Spiels im Sportradio SPORT1.fm).

Zwölfter Saisontreffer 

Di Santos zwölfter Saisontreffer, ein "Weltklasse-Tor" (Werder-Trainer Viktor Skripnik) vom linken Strafraumeck in den rechten oberen Winkel (35.), entschied die Partie im Breisgau, in der Bremen Wiedergutmachung für die Pokal-Blamage unter der Woche beim Drittligisten Arminia Bielefeld (1:3) leisten musste (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

"Man sieht, welche Bedeutung er für uns hat", sagte Kapitän Clemens Fritz: "Wir wollten eine Reaktion zeigen - das war ein enorm wichtiges Ding."

Skripnik: "Ein paar Tage genießen" 

Durch den Erfolg gegen allerdings zu harmlose Freiburger sind die Norddeutschen mittendrin im Rennen um die Europa-League-Plätze, auch wenn am nächsten Samstag Rekordmeister Bayern München nach Bremen kommt (Datencenter: Tabelle).

"Wir können jetzt ein paar Tage genießen", sagte Skripnik nach dem erst vierten Zu-Null-Spiel der Saison.

Fritz warnte vorsorglich: "Es geht darum, die Liga zu halten. Das war ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten."

Resignation in Freiburg

Bei dem macht sich nach der x-ten knappen, und vielleicht unnötigen Niederlage langsam aber sicher Resignation breit.

"Wenn mir einer sagt, wie so ein Tor zu verteidigen ist, machen wir das beim nächsten Mal so", sagte Rechtsverteidiger Oliver Sorg, fast schon trotzig:

"Ich weiß auch nicht, was ich sagen soll. Wir haben wieder vieles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben - nur das Tor nicht gemacht."

Auch gegen Bremen fehlten den Freiburgern "Kleinigkeiten", meinte Mike Frantz: "Wir haben alles gegeben und probiert, aber immer hat was gefehlt. Das ist bitter."

Gefehlt hatten offensichtlich vor allem ein paar Zentimeter - an entscheidenden Stellen. "Wir haben enorme Nachteile in der Körpergröße", sagte Trainer Christian Streich wohl zu Recht (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER).

Streich bemängelt Durchschlagskraft

Die Bremer Abwehrhünen Jannik Vestergaard (1,98 Meter groß) und Sebastian Prödl (1,94) räumten in der Luft alles ab. Und am Boden fehlte der entscheidende, letzte Pass. 

"Was uns fehlt ist die allerletzte Durchschlagskraft und Überzeugung", sagte Streich: "Der Mannschaft ist nichts vorzuwerfen. Ich kann auf dieser Leistung aufbauen, die Mentalität ist großartig."

Langsam wird für den Tabellenvorletzten aber die Zeit knapp, am Sonntag geht es zum VfL Wolfsburg.

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