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Mainz - In der neu formierten Wolfsburger Mannschaft spielt Andre Schürrle von Beginn an, bleibt aber beim Remis in Mainz erneut wirkungslos. Ein K.o. begünstigt das Mainzer Führungstor.

Auch nicht "ausgerechnet in Mainz" hat es für Andre Schürrle geklappt.

Der Weltmeister wartet weiter auf seinen Durchbruch in Wolfsburg. Beim 1:1 (1:0) des VfL bei alten Mainzer Kollegen blieb der 32-Millionen-Mann einmal mehr blass.

Er profitierte von der Sechs-Mann-Rotation beim VfL Wolfsburg und durfte von Beginn an für Daniel Caligiuri die linke offensive Seite beackern. Doch Schürrle konnte einmal mehr keine Akzente setzen.

"Das ist zu wenig, das weiß ich auch"

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Er strauchelt weiter: Andre Schürrle kommt in Wolfsburg nicht in Tritt © Getty Images

"Man sieht, dass ich noch nicht mein Spiel durchziehen kann. Ich habe zwar vereinzelt die Aktionen, die ich brauche. Aber das ist insgesamt noch zu wenig. Das weiß ich auch", sagte der Nationalspieler bei Sky: "Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, dass ich jeder Mannschaft der Welt helfen kann, wenn ich meine volle Kraft und mein volles Selbstvertrauen habe. Das wird man auch in Wolfsburg sehen."

Sein Trainer Dieter Hecking sah es ähnlich. "Natürlich ist er im Moment im Fokus, weil es noch nicht ganz so rund läuft und jeder eine riesige Erwartungshaltung hat. Aber da bin ich relativ entspannt. Andre hat ein Riesenpotenzial, und er wird gute Spiele für uns machen", sagte Wolfsburgs Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Das Unentschieden tut dem VfL allerdings kaum weh, da der zweite Platz hinter Bayern München ohnehin kaum gefährdet ist - und um mehr geht es für Wolfsburg in der Liga nicht mehr (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER).

Klose sagt sorry

Wolfsburgs Verteidiger Timm Klose entschuldigte sich dennoch sofort nach dem Spiel.

Er wusste, dass das frühe Führungstor von Mainz 05 durch den Kopfball von Niko Bungert (7.) zum größten Teil auf seine Kappe ging. Jedoch durfte er zu Recht auf mildernde Umstände plädieren.

Schließlich war der Schweizer zuvor bei einem gewaltigen Schuss von Johannes Geis hart am Kopf getroffen und kurz ausgeknockt worden.

"Ich war einen Moment gar nicht da"

"Ich musste mich in der Situation etwas fassen, weil er mich vorher genau an der Schädeldecke trifft", berichtete Klose anschließend bei Sky. "Ich war einen Moment gar nicht da und wollte daher auch, dass jemand meinen Mann übernimmt. Genau in dem Moment kommt der Standard. Es tut mir leid, dass ich da nicht hin komme."

Gegen starke Mainzer mogelte sich der VfL drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League dennoch zum Ausgleich - und durfte sich dafür bei Luiz Gustavo bedanken. Der Brasilianer traf in der zweiten Halbzeit (61.) für müde Wolfsburger noch zum Endstand (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

Hecking lobt Mainz

"Mainz hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir haben in der ersten Hälfte gar nicht stattgefunden. Wir könnten uns nicht beschweren, wenn wir da noch ein zweites Tor gefangen hätten", gestand Hecking: "In der zweiten Hälfte haben wir zum richtigen Zeitpunkt den Ausgleich gemacht."

Der Mainzer Coach Martin Schmidt beklagte, dass sich seine Mannschaft für die gute Leistung nicht mit drei Zählern belohnen konnte. "Vom Gerechtigkeitsgefühl her müssten wir etwas mehr haben als einen Punkt. Dennoch war das ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf", sagte der Schweizer.

Mainz ist mit 30 Punkten als Tabellenelfter noch nicht aller Abstiegssorgen ledig (Datencenter: Tabelle).

Die 32.236 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen im Vergleich zum 2:1-Sieg bei Inter Mailand eine fast vollkommen veränderte Gäste-Mannschaft. Neben Caligiuri saßen unter anderem Torjäger Bas Dost, Ricardo Rodriguez und Vieirinha auf der Ersatzbank der Wolfsburger, die im Europacup-Viertelfinale auf den SSC Neapel treffen.

VfL verschläft Beginn

Bei den "Wölfen" lief in der Anfangsphase nichts zusammen, die Wolfsburger agierten verschlafen und unkonzentriert. Das beste Beispiel dafür war Torwart Diego Benaglio, der einen Rückpass aufnahm.

Der fällige Freistoß von Johannes Geis löste dann die Kopfschmerzen bei Klose aus, der noch kurz vor der Torlinie (7.) klären konnte. Beim anschließenden Eckball ließ er Bungert gewähren, der per Kopfball das 1:0 markierte.

Die Mainzer profitierten auch anschließend von der Wolfsburger Schwäche. Die Rheinhessen gerieten nicht unter Druck, Kevin de Bruyne und Co. produzierten einen Fehler nach dem anderen.

Wolfsburg gut bedient

Ganz anders sah es auf der Gegenseite aus: Freistoß-Spezialist Geis traf in der 29. Minute die Latte. Der zweite Treffer der Mainzer lag in dieser Phase in der Luft, mit dem knappen Rückstand zur Pause waren die Gäste gut bedient.

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Hecking frische Kräfte: Auch Vieirinha und Ivan Perisic brachten aber zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Der VfL erarbeitete sich zwar mehr Ballbesitz als im ersten Durchgang, richtig torgefährlich wurden die Gäste aber nicht.

Das änderte sich erst nach einer Stunde. Zunächst traf Gustavo den Pfosten (60.), dann erzielte er aus kurzer Distanz sein erstes Saisontor.

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