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SC Paderborn 07 v 1899 Hoffenheim - Bundesliga
Mahir Saglik stieg 2014 mit dem SC Paderborn in die Bundesliga auf © Getty Images

Durch das Remis gegen Hoffenheim rutscht Paderborn erstmals auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Der Aufsteiger wähnt sich nach dem Spieltag im falschen Film.

Am Ende fühlte sich der SC Paderborn wie im falschen Film: Der Aufsteiger hatte gut gespielt und den freien Fall in der Bundesliga abgebremst, schlussendlich waren die Ostwestfalen jedoch der große Verlierer im Abstiegskampf.

Paderborn trotzte Europa-League-Anwärter 1899 Hoffenheim nach vier Niederlagen in Folge ein 0:0 ab, ist dem Sturz in die Zweitklassigkeit aber trotzdem näher denn je.

"Reindümpeln oder reinstolpern"

"Wir müssen irgendwann mal wieder einen reindümpeln oder reinstolpern. Es muss kein Traumtor sein", sagte SCP-Mittelfeldspieler Jens Wemmer und fasste die Misere der Ostwestfalen zusammen, die trotz 25-minütiger Überzahl nach der Gelb-Roten Karte gegen Ermin Bicakcic (65.) zum achten Mal im neunten Rückrundenspiel ohne eigenes Tor blieben.

Die Folgen des Wuchers von 15 ungenutzten Torschüssen blieben nicht aus: Weil der SC Freiburg zeitgleich gegen den FC Augsburg (2:0) gewann, rutschten die Ostwestfalen erstmals in dieser Saison auf Position 17 ab. Zudem liegt der Sensationsaufsteiger nur noch einen Zähler vor Schlusslicht VfB Stuttgart, der mit 3:1 gegen Eintracht Frankfurt ebenfalls einen Befreiungsschlag landete, den Paderborn verpasste.

Ratlosigkeit bleibt

Was bleibt, ist Ratlosigkeit. "Wir haben einfach kein Glück, müssen weitermachen und uns ein Tor erarbeiten", sagte Angreifer Srdjan Lakic, der allein drei Gelegenheiten ausließ.

Der Kroate schoss am 15. Februar beim 2:1 bei Hannover 96 das eine von zwei Paderborner Toren im Jahr 2015, seit nunmehr 461 Minuten steht das Konto bei 23 Treffern, dafür klingelte es 15-mal im eigenen Tor - Zahlen, die symptomatisch sind für einen designierten Absteiger.

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Und doch wollen die wackeren Paderborner die Nullnummer gegen Hoffenheim als Wende verstanden wissen. "Die Mannschaft hat eine tolle Reaktion gezeigt. Es ist nicht normal, dass man in unserer Situation immer gut ins Spiel findet", resümierte Trainer Andre Breitenreiter, nachdem seine Mannschaft sich zuletzt in Frankfurt (0:4) widerstandslos in ihr Schicksal ergeben hatte.

Breitenreiter genießt weiter das Vertrauen

Anders als etwa in Hannover oder Hamburg, wo Trainerwechsel in der Länderspielpause keineswegs ausgeschlossen sind, setzt Paderborn weiter auf die Politik der ruhigen Hand.

Präsident Wilfried Finke und Manager Michael Born machten ihr Vertrauen in Breitenreiter unter der Woche mehr als deutlich. Und der Aufstiegstrainer selbst hält wenig davon, den Druck auf die Mannschaft nun zu erhöhen: "Auf die Tabelle schauen wir nicht. Wichtig ist, dass die Leistung zu 100 Prozent stimmt."

Dies allein dürfte auf Dauer allerdings zu wenig sein. Für ein Lob wie das von Hoffenheims Trainer Markus Gisdol, der nach dem Rückschlag im Kampf um die internationalen Plätze einräumte, in Paderborn einen "Punkt gewonnen" zu haben, gibt es in der Bundesliga keine Extrazähler.

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