vergrößernverkleinern
Alexander Meier trifft gegen den HSV
Alex Meier hat mit bislang 16 Saisontoren seinen Karriere-Bestwert schon eingestellt © imago

Kann der Torgarant von Eintracht Frankfurt wirklich die Kanone gewinnen? Alexander Meier steht nach seinem Doppelpack gegen den HSV bei 16 Treffern - und wird dennoch kritisiert.

Aus Frankfurt berichtet Frank Hellmann

Alexander Meier weiß, dass die Sehnsucht in Frankfurt nach Toren noch viel größer ist als anderswo.

Die Eintracht ist eben ein stolzer Verein, der seine Identifikation über Jahrzehnte durch offensiven Fußball erlangte.

Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski, Anthony Yeboah und Uwe Bein heißen die alten Helden, und dass Meier nun in einem Atemzug mit ihnen genannt wird, hat gute Gründe.

Meier erklärt Elfmeter-Fehlschuss

Mit dem Doppelpack gegen den Hamburger SV (2:1) schraubte der nimmermüde 32-Jährige seine Ausbeute auf 16 Treffer. Nach 23 Spieltagen. Ein Spitzenwert für einen gelernten Mittelfeldspieler bei einem Mittelklasseverein.

Der 2004 eben vom HSV nach Frankfurt gewechselte Meier hätte am Samstagabend sogar einen dritten Treffer anbringen könnte, setzte aber die Kugel bei einem Elfmeter in der Nachspielzeit noch an die Latte. "Den habe ich wirklich schlecht geschossen. Ich wusste nicht, in welche Ecke ich zielen sollte", erklärte der Frankfurter "Fußballgott"  seinen Fauxpas.

Aber wie er den Ball zum Siegtreffer mit der Innenseite seines rechten Fußes hart und flach in die untere Ecke beförderte - diese Technik beherrschen wirklich nur wenige in der Bundesliga.

Wettballern mit Arjen Robben

Kann so einer auch die Torjägerkanone gewinnen? Auf den führenden in der Liste, Arjen obben fehlt Meier im Moment nur ein Tor. Robben durfte sich zuletzt sogar schon über ein Elfmetergeschenk von Thomas Müller freuen, um seine Chancen im Wettballern mit Meier zu wahren.

Der Frankfurter glaubt aber nicht, dass er bis zum Saisonende am Niederländer vorbeiziehen kann. "Ich habe schon gesagt, dass Arjen Robben Torschützenkönig wird. Die Bayern schießen jedes Spiel vier oder fünf Tore - und er ist immer ein- bis zweimal dabei."

Tatsächlich ist der aus Buchholz in der Nordheide aufgewachsene, zeitweise beim Hamburger SV ausgebildete und auch für den FC St. Pauli spielende 1,96-Meter-Schlaks viel zu bodenständig, um irgendwelche Kampfansagen zu tätigen.

Umso erstaunlicher, dass die Nummer 14 ins Zentrum einer internen Debatte geraten ist.

Bruno Hübner
Bruno Hübner hatte Alex Meier nach der Derby-Niederlage in Mainz kritisiert © Getty Images

Meier kontert Attacke von Hübner

Nach einer schwachen Meier-Vorstellung in Mainz hatte Sportdirektor Bruno Hübner den Torgaranten und Großverdiener öffentlich für seine Leistung kritisiert ("wir wissen ja, wenn Alex nicht trifft, ist er eher unauffällig"), woraufhin Meier die verbale Gegenattacke startete.

"Das bin ich ja gewöhnt, dass er sich negativ gegen mich äußert, wenn es mal nicht so gut läuft", giftete Meier contra Hübner. Die SGE-Streithähne haben sich zwar längst ausgesprochen, aber beide beharrten auch am Samstagabend im Frankfurter Stadtwald weiter auf ihrem Standpunkt (Datencenter: Tabelle).

Der Spieler erklärte: "Die Kritik war nicht richtig, deswegen gab es darauf nichts zu antworten." Und weiter: "Ich bin einer, der das intern lösen will. Aber ich wurde öffentlich angegangen, dann muss ich mich auf öffentlich wehren." Und der Sportdirektor beharrte darauf, den Matchwinner möglicherweise angestachelt zu haben: "Alex kann den Unterschied ausmachen, dann erwartet man natürlich auch mehr von ihm. Es ist aber okay, er hat gegen den HSV eine gute Reaktion gezeigt."

Wenig Ballkontake, viele Tore

Recht haben nämlich irgendwie beide. Der niemals für die Nationalmannschaft berufene Meier tritt über weite Strecken des Spiels nicht wirklich in Erscheinung, er hat im Schnitt nur 36 Ballkontakte und gewinnt nur 42 Prozent seiner Zweikämpfe.

Was allerdings immer stimmt, ist seine Laufleistung, die bei fast elf Kilometern pro Partie liegt. Und über Jahre phänomenal ist seine Torquote. Seite 2004 hat er bereits 98 Treffer in erster und zweiter Liga für die Hessen erzielt.

Deswegen liegen ihm die Eintracht-Fans zu Füßen - und Arjen Robben sollte gewarnt sein.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel