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Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund beim Spiel gegen den 1. FC Köln
Auch Pierre-Emerick Aubameyang nutzte in den letzten beiden Bundesligaspielen keine seiner Torchancen © Getty Images

Dortmund - Borussia Dortmund kämpft vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen seine Offensivflaute an. Marco Reus fordert gegen Turin mehr Bälle "in die Schnittstellen".

Mehr, mehr, mehr. Immer mehr.

Mehr Bewegung, mehr Kreativität, mehr Chancen und Durchsetzungskraft. Das alles mahnten Spieler und Verantwortliche von Borussia Dortmund nach dem 0:0 gegen den 1. FC Köln an. Es war das zweite torlose Remis in Folge für den BVB.

Das zum vierten Mal hintereinander hinten die Null stand, rückte angesichts der Torflaute in den Hintergrund. Seit 181 Minuten warten die Dortmunder in der Liga auf einen Treffer. Der ist in der Champions League überlebensnotwendig.

Nach dem 1:2 im Hinspiel bei Juventus Turin wäre eine weitere Nullnummer gleichbedeutend mit dem Aus in der Königsklasse (DATENCENTER: Das Achtelfinale). Während die Abwehr wiedererstarkt ist und seit dem Rückrundenstart wettbewerbsübergreifend in zehn Spielen nur sieben Treffer zuließ, schwächelt die Abteilung Torabschluss.

Ein Problem: Zu viel hängt an Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang. Das Duo erzielte zehn der insgesamt 16 Treffer in diesem Jahr.

Kagawa und Mkhitaryan außer Form

"Spielerisch ist immer noch nicht die Leichtigkeit zurück. Sie haben zuletzt nur gewonnen, weil Marco Reus in überragender Form war", sagte SPORT1-Experte Thomas Helmer im Volkswagen Doppelpass.

"Wenn ich gegen Köln Shinji Kagawa oder Henrikh Mkhitaryan sehe: Die sind komplett außer Form. Da kommt in der Offensive viel zu wenig", konstatierte der Europameister von 1996.

Die Ursachen für die spielerische Flaute ist den Akteuren nur allzu bewusst. Reus' ebenso treffende wie banale Analyse nach dem jüngsten 0:0: "Wenn man wenig bis gar keine Torchancen hat, kann man auch keine Tore schießen."

Reus war nach der Partie gegen Köln nicht nur über die eigene Leistung enttäuscht. "Wir haben nicht die Chance genutzt, den Ball in die Schnittstellen zu spielen und dann auf die Abwehr zuzulaufen", kritisierte er.

Turin macht hinten dicht

Der Tabellenführer der Serie A wird am Mittwoch ebenso wie Köln den Fokus auf die Defensive legen. Im Hinspiel vor drei Wochen zeigten die Dortmunder zumindest in der ersten Halbzeit vielversprechende Ansätze, das italienische Bollwerk zu knacken.

Im Konterspiel bringt Juventus zudem eine größere Qualität als Köln mit. So viele Fehler und so wenig Präzision wie am Samstag würde wohl das vorzeitige Aus für den BVB bedeuten.

"Wir müssen gucken, wie wir gegen so tief stehende Gegner einfach noch besser die Lücke finden und noch einen besseren Plan dahinter haben. Dann bin ich mir sicher, dass wir auch Juve zu Hause schlagen können, gerade mit dieser tollen Kulisse im Rücken", sagt Neuzugang Kevin Kampl vor seinem Champions-League-Debüt im BVB-Dress.

Hoffen auf Sahin

Ob Juventus von der Ausrichtung her ähnlich wie Köln zu erwarten ist, ist für Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc eher zweitrangig. "Wir brauchen eine deutliche Leistungssteigerung. Wir müssen präsenter und wacher sein und dürfen nicht zu viele Fehler machen. Ich glaube, dass Juve solche Fehler anders ausnutzt", sagt Zorc.

Bei der Rückbesinnung auf spielerische Stärken wie der BVB sie etwa im Revierderby an den Tag legte, gilt Nuri Sahin als ein Hoffnungsschimmer.

Reus hat Lösungen

Gegen Hamburg und Köln fiel der Sechser wegen eines Muskelfaserrisses aus. Seine Impulse als Stratege und Spielgestalter fehlten zuletzt merklich - auch im Zusammenspiel mit seinem Nebenmann Ilkay Gündogan.

Reus sieht das Hauptproblem eher noch weiter vorne als in der Schaltzentrale.

"Vor dem Tor und im Strafraum müssen wir besser die Bälle halten, dann sieht's auch wieder anders aus", ist er überzeugt.

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