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Mats Hummels (r.) im Zweikampf gegen den FC Augsburg
Mats Hummels (r.) holte mit dem DFB-Team 2014 den WM-Titel © Getty Images

Dortmund - Borussia Dortmund verfügt in der Rückrunde mit fünf Gegentreffern über die zweitbeste Abwehr der Liga. Gegen Köln wünscht sich Klopp ein Gegenpressing wie im Revierderby.

Es war wie ein Mantra. Wir müssen besser verteidigen. Wir müssen besser verteidigen. Wir müssen besser verteidigen.

Jürgen Klopp wurde in der Rückrundenvorbereitung nicht müde, mehr defensive Stabilität einzufordern. Mit Erfolg.

Borussia Dortmund hat nach sieben Bundesliga-Spielen im Jahr 2015 nur fünf Gegentore kassiert. Lediglich Borussia Mönchengladbach hat in der Rückrunde konsequenter verteidigt (4 Gegentreffer).

Viermal stand bei den Dortmundern sogar komplett die Null.

Hummels und Subotic riegeln ab

"Das Problem ist, wenn wir über Stabilität sprechen, dass wir über vergangene Stabilität sprechen. Wir brauchen sie am Samstag. Das ist ganz, ganz elementar", sagte Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den !. Fc Köln (Samstag, 18 Uhr im LIVETICKER und auf SPORT1.fm)

Wichtiger Faktor bei der Rückkehr zur Stabilität war und ist Mats Hummels. Der Kapitän hat seine Form wiedergefunden, führt die Abwehr vor Torhüter Roman Weidenfeller.

Die zweite Säule im defensiven Zentrum bildet Neven Subotic, der nach seinem Kreuzbandriss ebenfalls wieder alte Stärke demonstriert. Gegen den HSV stach der Innenverteidiger mit 92 Prozent gewonnenen Zweikämpfen hervor.

Marcel Schmelzer hat auf der linken Abwehrseite mehr Konstanz in sein Spiel bekommen. Als Rechtsverteidiger kompensiert Oliver Kirch zurzeit sehr ordentlich die Ausfälle von Lukasz Piszczek und Kevin Großkreutz.

Schalke-Spiel als "Paradebeispiel"

Vier der fünf Rückrunden-Gegentore kassierte der BVB mit der ungewohnten Innenverteidigung Subotic/Sokratis, als der Grieche gegen Mainz und Stuttgart den grippekranken Hummels ersetzte.

Mit Hummels’ Rückkehr im Derby ließ das Team erneut keinen Treffer zu. "Im Gegenpressing haben wir eins unserer besten Spiele abgeliefert, nicht nur in dieser Saison, sondern generell", hatte der Weltmeister hinterher erklärt.

"Gegen Schalke, das war ein Paradebeispiel", sagte am Donnerstag auch Klopp. Vorne draufgehen, den Gegner unter Druck setzen, ihn so zum schnellen Abspiel zwingen, und dessen Spielaufbau dann im Mittelfeld und der letzten Abwehrreihe frühzeitig abzufangen. Das ist der Plan.

Nur 0,71 Gegentore pro Spiel

Dieser Spielstil mit einer "kompakten Formation", wie Klopp sie nennt, funktioniere nur, "wenn du nah genug dran bist", betont der 47-Jährige.

Das funktioniert ganz offensichtlich deutlich besser als noch in der Hinrunde. Da mussten Weidenfeller und Mitchell Langerak 26 Mal hinter sich greifen. 1,53 Tore pro Spiel kassierten die Dortmunder an den ersten 17 Spieltagen.

In den sieben Rückrundenspielen reduzierten die BVB-Profis diesen Wert auf 0,71 Gegentore pro Partie. Die Konsequenz: Fünf Spiele ungeschlagen und Tabellenplatz zehn. (Tabelle)

Gleichzeitig hat sich das Team auch in vorderster Linie deutlich gesteigert. 13 Treffer zeigen, wohin die Richtung geht. In der gesamten Hinrunde hatten die Borussen gerade einmal 18 Tore erzielt.

"Defensive führt eben auch zu Offensive. Das haben wir in unseren sehr erfolgreichen Jahren sehr gut umgesetzt", bemerkte Hummels kürzlich.

Klopp optimistisch

Das Revierderby sei "die Messlatte", sagt Klopp. Genauso wünschen sich der Coach und der Großteil der 80.000 Zuschauer auch das (Defensiv-)Spiel am Samstag im Topspiel gegen den Aufsteiger aus Köln.

Beim 0:0 vor einer Woche in Hamburg konnten Reus, Gündogan & Co. jedoch nicht die Top-Leistung aus dem Schalke-Spiel abrufen. "Da hat uns im Gegenpressing die letzte Konsequenz gefehlt", konstatiert Klopp.

Die eine schlüssige Erklärung dafür hat der Fußballlehrer nicht. "Aber wenn es eine ist, dass wir dazu im Moment unser eigenes Stadion noch ein bisschen brauchen, dann sind die letzten Voraussetzungen ja am Samstag erfüllt", so der BVB-Coach optimistisch.

Zumindest defensiv klappt’s inzwischen aber auch wieder auswärts. Ging für Klopps Elf in der Hinrunde kein einziges Spiel auf fremden Plätzen zu null aus, gelang dies in den letzten fünf Wochen bereits dreimal.

So wie in Hamburg. "Wir haben hinten sehr sicher gestanden, kein Gegentor bekommen und nur sehr wenige Chancen zugelassen", hielt Marcel Schmelzer nach der Nullnummer das Positive aus Sicht des Abwehrspielers fest.

Der Blick geht weiter nach unten

Auch in den vergangenen Jahren war die Abwehr stets der Garant für die BVB-Erfolge. Die Abwehr entscheidet Meisterschaften. Die Abwehr entscheidet Meisterschaften. Die Abwehr entscheidet Meisterschaften.

Dieses Mantra würden sie beim BVB in naher Zukunft nur allzu gerne wieder hören. Doch momentan geht der Blick noch immer nach unten.

"Wir können den Abstand auf Köln auf vier Punkte vergrößern – das wäre eine Sensation", sagt Klopp vor dem Duell Zehnter gegen Elfter demütig.

Ein wichtiges Element für einen Sieg gegen Köln, das weiß der Chefcoach genau: "Du solltest deine eigenen Angriffe absichern!"

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