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Rene Adler vom Hamburger SV dirigiert seine Vorderleute
Rene Adler hütete in zwölf Spielen das Tor der deutschen Nationalmannschaft © Getty Images

München - Nach einem stetigen persönlichen Abstieg kann Rene Adler beim HSV gegen Hertha BSC wieder seine Klasse zeigen. Bei SPORT1 hofft sein ehemaliger Lehrmeister auf die Wende.

Rene Adler dürfte manchmal wehmütig zurück blicken. Der 30-Jährige war einmal die Nummer 1 der deutschen Nationalmannschaft. 2009 war das, doch es kam schließlich alles ganz anders.

Sein Karriereplan geriet ins Wanken. Eine schwere Verletzung, das Aus in der DFB-Elf nach zwischenzeitlichem Comeback und ein Vereinswechsel waren dafür verantwortlich. Die einst vielversprechende Karriere des Schlussmanns hatte plötzlich einen Knick.

Vollborn wie ein Vater

Einer, der Adler bestens kennt, fast wie ein Vater für ihn war, ist der frühere Leverkusener Keeper Rüdiger Vollborn, von 2003 bis 2012 Adlers Torwarttrainer bei Bayer.

Als Adler im Jahre 2000 nach Leverkusen wechselte, nahm Vollborn den 15-Jährigen für vier Jahre bei sich zu Hause auf. 

"Das tut mir natürlich leid"

Vollborn hat Adlers weitere Karriere stets verfolgt. "Ich habe mir alle Spiele, die ich live verfolgen konnte, auch angeschaut", sagte der 52-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

Er fühlt mit seinem Ex-Schützling: "Wir hatten uns seine Nationalmannschaftskarriere schon anders vorgestellt, vor allem, dass er noch nicht mal als Nummer drei mit nach Brasilien reisen durfte, tat mir sehr leid für ihn."   

Zinnbauer setzt auf Adler

Am Freitag im Heimspiel des Hamburger SV gegen Hertha BSC (ab 20 Uhr im LIVETICKER bei SPORT1 und LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm) steht Adler im Tor der Hamburger vor einer Art Neuanfang, weil Stammtorhüter Jaroslav Drobny rotgesperrt ist.

Adler ist fit und somit vertraut HSV-Coach Joe Zinnbauer wieder auf den früheren Nationaltorwart. "Rene wird alles tun, um den Kasten sauber zu halten und auch in Leverkusen im Tor zu stehen", sagte der Cheftrainer und stellte Adler damit weitere Einsätze in Aussicht.

Der nächste wäre am nächsten Spieltag bei der Werkself. Ausgerechnet dort, wo für ihn als Profi alles begann. In der Jugend von Bayer groß geworden, schaffte Adler 2007 den Durchbruch als Torwart.

Butt verdrängt

Da nämlich verdrängte der gebürtige Leipziger Jörg Butt für den Rest der Saison. In den folgenden Jahren war Adler die Nummer eins im Tor der Leverkusener. Und feierte mit Bayer Erfolge: 2009 den Einzug ins DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen (0:1) und 2011 die Vizemeisterschaft.

Als sich Adler nach der Saison 2010/11 an der Patellasehne verletzte und operiert werden musste, verlor er während der achtmonatigen Genesungsphase seinen Stammplatz an Bernd Leno, der mittlerweile im Leverkusener Kasten unersetzlich geworden ist.

Adler verlässt Leverkusen

Vor der schweren Verletzung Adlers wollte Bayer den Vertrag mit ihm eigentlich verlängern, doch der Torwart hatte abgelehnt. Adler verließ Leverkusen zum Saisonende 2011/12. Mit einem unschönen Gefühl.

Zur Saison 2012/13 wechselte er ablösefrei zum HSV. Bei den Hanseaten unterschrieb er einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2017.

Mit offenen Armen wurde Adler allerdings nicht unbedingt empfangen, denn der Transfer galt aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage des HSV im Umfeld als umstritten. Der Aufsichtsrat hatte lange gezögert, ehe er zustimmte.

Zufriedenstellende Jahre

Doch die ersten beiden Jahre verliefen zufriedenstellend für Adler. Er stand regelmäßig im Tor der Rothosen und konnte endlich dauerhaft sein Können zeigen. In seiner ersten Saison an der Elbe absolvierte er 32 Spiele, in der vergangenen Saison 30.

Am 2. Spieltag der aktuellen Spielzeit dann der Nackenschlag für Adler: Er machte beim 0:3 in Paderborn wie seine Mannschaftskollegen kein gutes Spiel und wurde vom damaligen HSV-Coach Mirko Slomka ins zweite Glied versetzt. Es sollte für lange Zeit das letzte Spiel für Adler gewesen sein: Ab dem 3. Spieltag stand Drobny im Tor, der ihn bereits in den Relegationsspielen gegen die SpVgg Greuther Fürth gut vertreten hatte.

"Man muss offen zugeben, dass Drobny eine gute Saison bisher gespielt hat", sagte Vollborn. Heute hat Adler nun die Chance, sich seinen Platz zwischen den Pfosten zurückzuerobern.

"Wenn der HSV gewinnt", so Vollborn, "und Rene gut hält, dann könnte es einen Wechsel geben. Aber entscheiden wird das der Trainer des HSV."

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