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Bremen - Bas Dost schießt den VfL Wolfsburg wieder einmal zum Sieg, diesmal in einem wahren Spektakel. Geschäftsführer Klaus Allofs warnt trotz neuer Rekordmarken.

Die Wolfsburger wussten ganz genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Als Bas Dost kurz vor Ende der Partie ausgewechselt wurde, erhob sich die gesamte Bank des VfL, um den Stürmer zu herzen. Allen voran: Trainer Dieter Hecking, der dem Niederländer entgegeneilte.  

Dost hatte den Tabellenzweiten zuvor zum Sieg geschossen. Wieder mal. Der 25-Jährige befindet sich, und das ist in diesem Fall nun wahrlich keine platte Phrase, in der Form seines Lebens.

Beim spektakulären 5:3-Sieg bei Werder Bremen erzielte er seine Rückrundentore zehn und elf - und das innerhalb von drei Minuten. Der Stürmer drehte auf – und das gesamte Spiel. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Liefern grandiose Spiele ab"

2:3 lag Wolfsburg zur Pause hinten. Acht Minuten nach dem Wiederanpfiff stand es 5:3. Vor allem eben dank Dost.

"Wir haben immer an diesen Sieg geglaubt. In dieser Saison haben wir schon mehrfach bewiesen, dass wir immer schnell zurückkommen können", sagte er und fügte hinzu: "Der Trainer hat in der Halbzeit genau die richtigen Worte gefunden."

Hecking sprach seiner Mannschaft ein "Riesenkompliment" aus und befand: "Wir liefern grandiose Spiele ab."

Werders Geschäftsführer Thomas Eichin konnte kaum glauben, was er da gesehen hatte. "Es war ein wahres Spektakel für die Zuschauer", sagte Eichin bei Sky. "Wir haben ein saudoofes Tor bekommen und uns in acht Minuten alles kaputtgemacht."

Vor 40.126 Zuschauern traf Dost zum zwischenzeitlichen 3:3 und 4:3 für Wolfsburg, vor dem entscheidenden 5:3 legte er (allerdings aus Abseitsposition) den Ball für Daniel Caligiuri auf. Noch keine Mannschaft in der Bundesliga-Geschichte hatte in den ersten acht Minuten nach dem Wiederanpfiff drei Tore erzielt. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

Die defensiv desolaten Hanseaten verpassten dadurch den 500. Heimsieg ihrer Bundesliga-Geschichte und kassierten die erste Heimniederlage unter Trainer Viktor Skripnik.

Für die Platzherren waren in einer mitreißenden ersten Halbzeit Zlatko Junuzovic (9.) und Franco di Santo (16.) erfolgreich gewesen. Hinzu kam ein Eigentor von Vierinha (28.). Die Wolfsburger Torschützen vor dem Seitenwechsel waren Caligiuri (10.) und Maximilian Arnold (27.), der "eigentlich lieber fünfmal 1:0 gewinnen würde".

Allofs warnt

Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs zeigte sich nach dem mitreißenden Hin und Her zurückhaltender als das Gros der Spieler. Mehr noch: Er hob den berühmten mahnenden Zeigefinger. "Mit den drei Gegentoren können wir nicht zufrieden sein", sagte er: "Wir können das derzeit mit unserer Offensive ausgleichen, aber darauf sollten wir uns nicht dauerhaft verlassen. Das zeigt aber auch: Wir sind noch am Anfang unseres Weges und müssen noch viel lernen, das hat man heute gesehen."

Dennoch: Mit der Rekordserie von elf Spielen ohne Niederlage bleibt der VfL die beste Rückrundenmannschaft, der Verein befindet sich auf direktem Kurs in die Champions League. Allofs: "Wir müssen die Chance nun nutzen und gucken, dass wir uns direkt dafür qualifizieren."

Die Chancen dafür stehen hervorragend. Vor allem dank Bas Dost.

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