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Doping (Symbolbild)
Die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin hält die Unterlagen und Gutachten zum Thema Doping im Fußball bis zur Veröffentlichung unter Verschluss © Getty Images

Da die Aufarbeitung der Doping-Enthüllungen im Profifußball mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird, soll es von offizieller Seite vorerst keine weiteren Veröffentlichungen zu dem heiklen Thema geben. Das erklärte Letizia Paoli, die Vorsitzende der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin, auf Anfrage des betroffenen Bundesligisten VfB Stuttgart.

"Zu meinem tiefen Bedauern ist es der Kommission nicht möglich, der Öffentlichkeit oder auch nur den betroffenen Fußballvereinen sowie dem Bund Deutscher Radfahrer das Gutachten und die zugrunde liegenden Unterlagen vor der Veröffentlichung im Abschlussbericht zugänglich zu machen", schrieb Paoli an den VfB.

Sie ergänzte: "Die Kommission steht in der Verantwortung, angesichts der Schwere der Vorwürfe nun mit größter Sorgfalt vorzugehen und die Akten wie auch die eingetretene Situation zu analysieren. Dies wird in den nächsten Tagen und Wochen geschehen."

Paoli betonte zudem, dass in den kommenden Wochen auch über den angebotenen Rücktritt von Kommissionsmitglied Andreas Singler entschieden wird. Singler hatte in einem Alleingang und ohne Absprache mit dem Rest der Kommission am Montag die Öffentlichkeit mit dem Thema konfrontiert.

Demnach sei in den "späten 1970er und frühen 1980er Jahren" beim VfB Stuttgart "im größeren Umfang" und "wenn auch nur punktuell nachweisbar" auch beim damaligen Zweitligisten SC Freiburg Anabolika-Doping vorgenommen worden.

Laut Paoli habe bisher außer Singler kein Kommissionsmitglied "auch nur eine Seite der Akten" eingesehen. Die Akten beschäftigen sich hauptsächlich mit einem abgeschlossenen Verfahren gegen die Schlüsselfigur des Skandals, Armin Klümper.

Der VfB war mit der "Bitte um Einsicht in die vorliegenden Untersuchungsergebnisse" an Paoli herangetreten. In ihrem Schreiben betonten die Schwaben, dass ihnen "sehr viel an einer nachhaltigen Aufklärung dieses Sachverhalts" liege. Zudem sagte der Verein "der Kommission die volle Unterstützung bei ihrer Arbeit zu". 

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