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Manuel Neuers (l.) Fehlgriff leitet die zweite Saisonpleite des FC Bayern ein
Manuel Neuers (l.) Fehlgriff leitet die zweite Saisonpleite des FC Bayern ein © Getty Images

München - Manuel Neuer erklärt, wie es zu seinem Patzer gegen Gladbach kommen konnte. Trainer Pep Guardiola verteidigt den Keeper, Kapitän Philipp Lahm legt den Finger in Bayerns Wunden.

Die Tortur nahm Manuel Neuer auf sich. Und der Keeper des FC Bayern zeigte darin nach seinem bösen Bock bei der 0:2-Pleite gegen Borussia Mönchengladbach durchaus Größe. (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm)

Immer wieder erklärte Neuer, wie es dazu kommen konnte, dass ihm in der 32. Minute dieses Schüsschen von Raffael ins Tor rutschen konnte. Wie im Sekundenschlaf wirkte er dabei. Es war zugleich der größte Fehler des Welttorhüters in dieser Saison.

"Mein Problem war, dass ich den Ball festhalten wollte, nicht den Rebound für Gladbach zulassen wollte", erklärte der Münchner.

"Das war der erste Ball, der auf mein Tor gekommen ist. Ich hätte ihn besser nach vorne abklatschen lassen sollen oder so."

"Keine Katastrophe ausgebrochen"

Mehr als eine halbe Stunde lang hatte Gladbach beim Spitzenreiter keine einzige Torchance. Neuer wurde also bei frischen vier Grad in München im wahrsten Sinne des Wortes auf dem kalten Fuss erwischt. Eine Erklärung? Der Keeper schüttelte den Kopf. Nein, nein. 

Die Münchner haben nun wegen der Länderspielpause zwei Wochen Zeit, sich den Kopf über die unerwartete erste Heimpleite der Saison zu zerbrechen. Zumal es danach zum Erzrivalen Borussia Dortmund geht. (Datencenter: Tabelle)

"Ich denke, es ist keine Katastrophe ausgebrochen", kommentierte Neuer diese Konstellation auf SPORT1-Nachfrage.

Neuer bleibt optimistisch

"Wir haben oft genug gezeigt, was wir können, wir haben auch gegen Wolfsburg verloren im ersten Rückrundenspiel und haben danach sehr gute Spiele abgeliefert."

Bei Bayern fürchtet keiner, dass sich Neuer diesen bitteren Moment zu sehr zu Herzen nehmen wird.

Dabei hat er just an Mönchengladbach schlechte Erinnerungen: In seiner ersten Saison 2011/2012 für den FCB passierten ihm gegen die Fohlen-Elf zwei heftige Fehler.

Pep Guardiola eilte seinem Keeper, im Januar noch Dritter bei der Weltfußballerwahl, sowieso zur Hilfe.

Guardiola nimmt Neuer in Schutz

Der Ball sei "nicht einfach" zu halten gewesen, sagte der Bayern-Trainer großherzig - gewiss auch, um seine Nummer 1 zu schützen.

Noch am vergangenen Wochenende hatte Guardiola Neuer für das Match in Bremen freigegeben, weil der bisher jedes, aber auch wirklich jedes Spiel bestritten hatte.

Neuer postete danach ein Bild von sich beim Ski-Langlauf - im Sonnenschein. Das sah entspannt aus.

Jetzt dürfte die Stimmung an der Säbener Straße ziemlich konträr sein.

Lange Pause für Robben

Nach Neuers Fehler versuchten es die Münchner vor allem mit der Brechstange, was meist äußerst harmlos wirkte. Die oft gerühmte Offensivpower verpuffte rasch.

Dass Arjen Robben mit einem Bauchmuskelriss ausgewechselt werden musste und wochenlang ausfallen wird, kam als schlechte Nachricht hinzu.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge redete über die Bedeutung von Robbens Ausfall nicht lange herum. Als "mindestens genauso schwerwiegend" wie die Niederlage stufte er das Fehlen des Niederländers ein.

Am Abend vermutete Rummenigge bei Blickpunkt Sport, dass Robben beide anstehende Spiele in der Champions League verpassen könnte.

Sammer sieht große Herausforderung

Der 59-Jährige klang dabei ähnlich besorgt wie Sportvorstand Matthias Sammer, der meinte: "Weltklasse ist immer schwer zu ersetzen, das ist aber auch eine Herausforderung."

In der Bundesliga führen die Bayern dank Wolfsburgs Remis in Mainz die Tabelle noch mit zehn Punkten Vorsprung an, doch für die folgenden heißen Wochen mit der Liga-Partie in Dortmund, dem DFB-Pokalviertelfinale in Leverkusen und dem Champions-League-Viertelfinale gegen Porto kündigt sich Adrenalin an. In großen Schüben. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

"Alles wird in Frage gestellt"

"Wenn man verliert als FC Bayern, wird alles in Frage gestellt", sagte Philipp Lahm klipp und klar. Der Bayern-Kapitän absolvierte nach seiner auskurierten Verletzung erst das zweite Match - erneut als Joker.

Franck Ribery fehlte gegen Gladbach, Robben musste nach 25 Minuten raus. "Das ist bitter für die Mannschaft, aber wir haben genug Spieler, um das aufzufangen", versicherte Lahm.

Darauf wird auch Manuel Neuer hoffen.

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