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München - Bayern-Angreifer Robert Lewandowski spricht im SPORT1-Interview über seine Form, sein Steigerungspotenzial und das Verhältnis zu Trainer Pep Guardiola sowie eine Kampfsportart.

Natürlich habe er den schwarzen Gürtel, scherzt Robert Lewandowski.

Dann berichtet der Angreifer des FC Bayern von seinen eigenen Erfahrungen mit Kampfsportarten, schließlich ist er seit 2013 mit seiner Anna verheiratet, die im selben Jahr Karate-Weltmeisterin mit Polen wurde. Nach seinem flotten Spruch blickt Lewandowski in die Frühlingssonne an der Säbener Straße und grinst.

Der Münchner Stürmer ist im Moment ziemlich zufrieden, nach einem durchaus schwierigen Start in die Rückrunde läuft es für den Polen: Beim 4:0-Sieg in Bremen traf er doppelt, schraubte damit seine Trefferquote in der Bundesliga auf 13 Tore, hinzukommen fünf Vorlagen.

Dennoch sieht der 26-Jährige auch bei sich noch Verbesserungspotenzial. Im SPORT1-Interview spricht der Ex-Dortmunder über seinen Ehrgeiz, das Verhältnis zu Trainer Pep Guardiola und die Ziele in seiner ersten Saison beim FC Bayern.

SPORT1: Herr Lewandowski, im Moment läuft es nahezu perfekt beim FC Bayern. Gibt es da überhaupt noch was, das besser sein könnte?

Lewandowski: Ja, es ist alles okay, aber natürlich könnte es immer noch besser sein. Ich könnte auch noch besser spielen oder noch mehr Tore schießen, das ist ganz normal. Der wichtigste Punkt der Saison kommt jetzt - in der Bundesliga, im Pokal und natürlich der Champions League.

SPORT1: Wie beurteilen Sie die Diskussion um Ihre Rolle?

Lewandowski: Entscheidend ist, was der Trainer sagt und die Mitspieler. Kein Stürmer kann im modernen Fußball  im Sechszehner stehen bleiben und 90 Minuten auf einen Ball warten.  Ich warte auch nicht auf den Ball, sondern ich spiele mit. Wenn bei uns ein oder zwei Spieler einen schwachen Tag haben, kommen ein oder zwei Neue dazu. Ich fühle mich aber im Moment sehr, sehr gut und freue mich auf die nächsten Spiele.

SPORT1: Worin sehen Sie die Unterschiede zwischen der Rolle, die Sie in Dortmund spielten und jetzt hier beim FC Bayern?

Lewandowski: Ich muss nicht mehr so sehr nach hohen Bällen springen (schmunzelt). Bei Bayern wollen wir immer kurz spielen. Okay, es gibt auch mal lange Bälle aus der Defensive, aber bestimmt nicht so viele wie beim BVB. Das ist ein großer Unterschied.

SPORT1: Fällt es Ihnen schwer, wenn nicht so viele hohe Bälle gespielt werden?

Lewandowski: Nein, ich muss vielleicht nicht so viel kämpfen (lacht). Es ist normal, dass man in einer Mannschaft nicht genauso wie in der anderen spielen kann. Manchmal braucht ein Spieler ein bisschen Zeit.

SPORT1: Mussten Sie automatisch unter Pep Guardiola beim FC Bayern Ihr Spiel weiterentwickeln?

Lewandowski: Ja bestimmt. Ich bin jetzt seit einem halben Jahr beim FC Bayern, ich weiß, dass meine Technik besser wird, jeden Tag trainiere ich mit sehr guten Spielern.

SPORT1: Pep Guardiola hat gesagt, er spricht viel mit Ihnen. Worüber geht es da - nur über Fußball?

Lewandowski: Wir sprechen über Fußball, Pep ist ein super Taktiker. Für den Trainer ist es auch besser, wenn er die Meinung des Spielers kennt. Da ist es gut, wenn wir zusammen sprechen.

SPORT1: Überrascht Sie Guardiola in den Besprechungen auch mal mit taktischen Vorschlägen, an die Sie nicht gedacht hätten?

Lewandowksi: Manchmal merkt man bestimmte Dinge auf dem Platz nicht. Wenn dir der Trainer dann in der Besprechung zeigt, was passieren kann, dann denkst du: "Ja, da müssen wir aufpassen." Als Spieler kann man nicht alles sehen. Pep schaut sich nach der Partie noch einmal alles genau zu Hause an. Ich weiß nicht, wie viele Stunden am Tag er an Fußball denkt, aber er ist ein großer Profi.

SPORT1: Könnten Sie der erste Stürmer über 1,80 Meter sein, der perfekt in Guardiolas System passen könnte?

Lewandowski: Einer muss ja der Erste sein (schmunzelt).

FC Bayern Muenchen Attends Oktoberfest 2014
Robert Lewandowski mit seiner Frau Anna beim Oktoberfest 2014 in München © Getty Images

SPORT1: Haben Sie für Ihre Familie eigentlich schon Ende Mai, Anfang Juni eine Woche Berlin gebucht, da steht ja das DFB- und Champions-League-Finale an…

Lewandowski: Gebucht noch nicht. Aber eine Woche in Berlin zu sein oder zweimal dort am Wochenende zu spielen, wäre das Beste, was uns passieren könnte.

SPORT1: Ihre Frau Anna ist als Karate-Kämpferin ebenfalls sportlich sehr erfolgreich. Sprechen Sie manchmal mit ihr über Fußball und über Ihre Spiele mit dem FCB?

Lewandowski: Ja, sie kann das oft von einer anderen Seite betrachten. Wenn ein Fußballer und eine Weltmeisterin in Karate sprechen, ist das immer gut, du erfährst immer viel.

SPORT1: Sagt Ihre Frau auch manchmal: "Ich bin Weltmeister und du nicht"?

Lewandowski: Nein, nein. Vielleicht werde ich ja auch mal Weltmeister. Früher habe ich auch Judo trainiert, mein Vater war früher selbst auch Judoka. Das ist etwas anderes als Karate, interessiert mich aber auch sehr. Ich habe übrigens auch einen kleineren Judo-Gürtel, das macht mir viel Spaß.

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