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Gelsenkirchen - In der Champions League schieden Schalke und Leverkusen jeweils in Madrid aus. Im Topspiel geht es für beide um Europa - diesmal kommt wohl nur einer in die Königsklasse.

Beide verpassten die Sensation am Ende doch. Schalke 04 und Bayer Leverkusen sind seit Dienstagabend "Brüder im Geiste".

Nach Schalke schied auch Bayer auf hochdramatische Art und Weise gegen einen Vorjahresfinalisten aus Madrid aus der Champions League aus.

Beide als Underdog, beide auswärts. Beide warten seit Jahren auf nächsten Viertelfinaleinzug. Beide müssen weiter warten.

Enttäuscht, aber stolz

Schalke hätte beim 4:3 im Bernabeu gegen das große Real nur ein Tor mehr gebraucht. Leverkusen scheiterte bei Atletico im Elfmeterschießen nur an den eigenen Nerven.

Der Tenor bei beiden war danach ebenfalls ähnlich: Enttäuscht, aber stolz.

Und beide "wollen wieder dahin", wie Bayer-Sportdirektor Rudi Völler betonte. Die Westklubs kämpfen für eine neue Chance in der Königsklasse - am Samstag im Bundesliga-Topspiel (ab 18 Uhr im LIVETICKER bei SPORT1 und LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm) sogar gegeneinander.

"Sauschwere Aufgabe"

Im Moment liegt keines der beiden Teams auf einem direkten Qualifikationsplatz für die Eliteliga. Leverkusen hat auf Rang vier und 42 Punkten die etwas besseren Karten als Schalke drei Punkte dahinter.

"Das ist natürlich eine sauschwierige Aufgabe, jetzt nach 120 Minuten auf Schalke zu spielen", sagte Bayers Trainer Roger Schmidt.

In den Tagen danach sei es vor allem darum gegangen, "das Spiel aus den Köpfen zu bekommen". Zu tief saß der Stachel nach den blamablen Fehlschüssen von Hakan Calhanoglu, Ömer Toprak und Stefan Kießling.

Wohin zieht es "Papa"?

Ein besonderes Match wird die Partie zweifellos für Kyriakos Papadopoulos. Der Grieche, in Madrid spät eingewechselt und im Moment von S04 an Bayer ausgeliehen, steht zwischen den Fronten.

Bei der Werkself blühte der von Ex-Schalke-Trainer Jens Keller verschmähte Verteidiger zuletzt auf. Leverkusen kann sich ein langfristiges Engagement ebenso vorstellen wie Schalke.

"Wir planen mit Papa für die neue Saison", sagte Schalke-Manager Horst Heldt der "Recklinghäuser Zeitung".

Höwedes gesperrt

Im Moment könnten die Gelsenkirchener den Hünen sehr gut gebrauchen, denn Coach Roberto Di Matteo plagen Abwehrsorgen: Kapitän Benedikt Höwedes ist gelbgesperrt. Für Sead Kolasinac (Schlag auf den Fuß) wird es ein Wettlauf gegen die Zeit.

Hoffnung geben Schalke die Leistungsträger Jefferson Farfan und Julian Draxler, die unter der Woche ins Teamtraining zurückgekehrt sind.

Wellenreuther bleibt im Kasten

Die - neben dem potenziellen Neuzugang Sami Khedira - heißeste Personalie bei S04 ist aber nach wie vor der Torwart: Da Ralf Fährmanns Comebackversuch am Montag scheiterte, setzt Di Matteo trotz dessen Patzern weiter auf Youngster Timon Wellenreuther.

"Ich werde dem Jungen weiter vertrauen, das ist nichts gegen Christian Wetklo", erklärte der Italiener.

Kießling für Drmic?

Bei Leverkusen indes dürfte ein Oldie wieder eine Chance bekommen: Stefan Kießling, am Dienstag noch bitterlich weinender Elfmeterverschießer, könnte in die Startelf zurückkehren.

Weinen wird am Samstag wohl niemand. Oder, wie Gonzalo Castro nach dem Aus in Madrid poetisch ausdrückte: "Auf Regen folgt Sonne."

Das gilt nach dem Topspiel aber nur für einen der beiden Europa-Verlierer.

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