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VfL Wolfsburg v FC Schalke 04 - Bundesliga
Torschütze Leroy Sane musste angeschlagen ausgewechselt werden © Getty Images

Wolfsburg - Wolfsburg erarbeitet sich Chance um Chance, doch das Tor macht S04-Youngster Sane. Wolfsburg kommt aber zurück. Kolasinac steht nach einem brutalen Foul in der Kritik.

"Der Lauf hat schon etwas weh getan."

So kommentierte Leroy Sane bei Sky sein Traum-Solo über 73 Meter, das die Torflaute von Schalke 04 nach 323 Minuten fulminant beendete.

Trotz Sanes Husarenstück zittern die Königsblauen weiter um die Qualifikation für die Europa League und blieben zum fünften Mal in Folge sieglos.

Nach einem glücklichen 1:1 (0:0) beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg am 29. Spieltag beträgt der Vorsprung der Schalker auf den siebten Platz nur noch vier Punkte (Datencenter: Tabelle).

Sane stürmt auf und davon

Jungstar Sane (19) schnappte sich in der 53. Minute nach einer Wolfsburger Ecke den Ball und setzte zu einem Solo an, das er nach einem Pressschlag an der Strafraumgrenze mit einem Linksschuss zur überraschenden Führung verwandelte.

Dem abermals besten Feldspieler Kevin De Bruyne (78.) gelang für die überlegenen Wolfsburger nur noch der Ausgleich.

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Das 1:0: Leroy Sane trifft für Schalke © Getty Images

"Es war eine kämpferische Mannschaftsleistung von uns", sagte S04-Trainer Roberto Di Matteo. "Das Tor von Leroy war Extraklasse. Mit etwas Glück hätten wir auch drei Punkte mitnehmen können. Mit dem Punkt auswärts kann man aber zufrieden sein."

"Der Punkt heute war sehr wichtig. Man hat gesehen, welche Klasse Wolfsburg besitzt", sagte Schalkes klar bester Spieler Ralph Fährmann.

(Die Highlights der Sonntagsspiele ab 22.15 Uhr im Mobilat Doppelpack im TV auf SPORT1)

Hecking hadert mit vergebenen Chancen

Der Europa-League-Kater des VfL hält weiter an. Drei Tage nach dem 1:4 gegen den SSC Neapel im Viertelfinal-Hinspiel war das Unentschieden für das Team von Trainer Dieter Hecking ein weiterer Rückschlag.

"Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht", sagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking. "Wie wir nach dem Rückstand zurückgekommen sind, war bemerkenswert. Wir hätten zum Schluss das 2:1 machen müssen."

"Ich bin sehr zufrieden," sagte Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs: "Wir waren einmal unaufmerksam, aber haben viele Chancen herausgespielt. Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Die Mannschaft hat den Donnerstag verarbeitet."

Zu spät im Training - Bendtner nicht im Kader

Hecking hatte in der Startaufstellung auf einen "echten" Stürmer verzichtet. Bas Dost saß zunächst auf der Bank, Nicklas Bendtner, Torschütze gegen Neapel, stand nicht mal im Kader.

"Das Abschlusstraining war leider etwas früher als er gedacht hat", sagte Hecking über Bendtner.

Laut Manager Allofs erschien der "Lord" eine Stunde zu spät.

Schürrle spielt Mittelstürmer

Dafür besetzte Weltmeister Andre Schürrle die vorderste Position. Insgesamt wechselte der VfL-Coach viermal im Vergleich zum Neapel-Spiel (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

"Ich habe schon öfter in der Spitze gespielt. Wenn ich den Platz habe, ist das eine gute Position für mich. Das hat man in der zweiten Halbzeit gesehen", so Schürrle.

Sein Gegenüber Roberto Di Matteo bescherte dem erst 19 Jahre alten Innenverteidiger Marvin Friedrich das Startelf-Debüt.

Wolfsburg stürmt

Und die Schalker Abwehr hatte vor 30.000 Zuschauern gleich gut zu tun. Immer wieder versuchten die schnellen Offensivspieler in die Schnittstellen der neu formierten Schalker Innenverteidigung zu stoßen. Zunächst aber ohne Erfolg.

Da sich aber auch die Schalker trotz der Torflaute in den letzten Spielen nicht versteckten, entwickelte sich eine ausgeglichene Partie (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Brutales Foul von Kolasinac

Dabei hatten die Schalker auch Glück: Nach einem rüden Einsteigen gegen Vieirinha sah Sead Kolasinac nur die Gelbe Karte. Rot wäre verdient gewesen.

"Das ist rücksichtlos und nur in den Mann. Das ist eine klare Rote Karte. Es waren viele Schiedsrichterentscheidungen dabei, die ich nicht nachvollziehen kann" meinte auch Hecking.

Genauso wie ein Wolfsburger Tor noch vor der Pause: Aber je zweimal Perisic und Kevin de Bruyne brachten den Ball nicht im Tor von Ralf Fährmann unter (Die Highlights des Spiels zum Nachhören in unserem Sportradio SPORT1.fm).

Rodriguez an die Latte

Die Wolfsburger machten zu Beginn der zweiten Halbzeit da weiter, wo sie aufgehört hatten. Knapp 90 Sekunden nach Wiederanpfiff schoss Ricardo Rodriguez aus 25 Metern an die Latte. Wenig später verpasste de Bruyne eine Hereingabe von Schürrle knapp.

Die Wolfsburger gingen teilweise fahrlässig mit ihren Chancen um - das rächte sich, als Sane traf (Service: Die Statistiken des Spiels).

De Bruyne trifft doch noch

Wolfsburg machte weiter Druck, doch Fährmann rettete ein ums andere Mal die Führung.

Erneut De Bruyne mit einem Freistoß als auch Schürrle scheiterten am starken Schalker Schlussmann, ehe der Belgier doch noch den Ball zum Ausgleich ins Tor schlenzte. Insgesamt gab Wolfsburg 26 Torschüsse ab, der eingewechselte Josuha Guilavogui vergab nach Weltklasse-Vorarbeit von De Bruyne das 2:1.

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