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Stuttgart - Das Remis zwischen Stuttgart und Freiburg hinterlässt vor allem eines: Frust. Auf beiden Seiten. Vor allem VfB-Trainer Huub Stevens hadert mit seinem Team.

Was war die Welt um 16.17 Uhr für den VfB in Ordnung. 2:0-Führung gegen den Rivalen aus Freiburg. Dritter Heimsieg in Folge. Stürmer Daniel Ginczek mit seinem fünften Treffer während dieser Heim-Erfolgs-Serie. 

Der Haken: Es waren erst 45 Minuten gespielt. Oder anders gesagt: Es standen noch 45 Minuten an. Und in dieser Dreiviertelstunde ging so ziemlich alles schief für den VfB.

"Gegen eine Wand geredet"

Trainer Huub Stevens fasste es wie folgt zusammen: "Ich kann nicht verstehen, wie man so ein Spiel noch aus der Hand gibt. Ich habe es schon zur Pause geahnt und gewarnt. Ich habe aber gegen eine Wand geredet."

Am Ende stand es 2:2. Nils Petersen verwandelte zunächst einen Foulelfmeter (58.) für Freiburg, stand dann kurz vor Spielende in Torjägermanier an der richtigen Stelle (85.). Die Treffer von Ginczek (24.) und Harnik (27.) für den VfB? Egalisiert.

Platzverweis für Hlousek

So musste die Stevens-Elf noch froh sein, dass es nicht noch dicker kam. Denn als Adam Hlousek, der schon den Strafstoß verursacht hatte, nach einem dummen Foul in der 66. Minute vom guten Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) auch noch Gelb-Rot sah, wäre für die Gäste in Überzahl noch mehr drin gewesen.

Kapitän Christian Gentner konnte die Elfmeter-Entscheidung von Stark nicht wirklich nachvollziehen. Er wollte dem Schiedsrichter zumindest eine Mitschuld an dem Rückschlag geben. Und Stevens? Der Mann, der gegen eine Wand sprach? Widersprach! Und zwar vehement.

Stevens widerspricht seinem Kapitän

Es sei ein "berechtigter Elfmeter und eine berechtige Gelb-Rote Karte" gewesen, meinte der VfB-Trainer. Und Stark habe auch nicht "unsere Chancen verpasst". Stevens und seine Spieler an diesem Samstag: eine streibare Beziehung. In der Gesamtbetrachtung dieses Spiels schob der Niederländer noch hinterher: Er sei "fassungslos".

Wer nun allerdings einen zufriedenen Trainer auf der Gegenseite erwartete, sah sich getäuscht. Freiburgs Christian Steich gab sich sogar die Hauptschuld, dass es nicht sogar zu einem Auswärtssieg gereicht hat.

Streich kritisiert sich selbst

"Ich habe es nicht verstanden, der Mannschaft Zutrauen, Ruhe und Aggressivität zu geben. Wir haben in der ersten Halbzeit furchtbar gespielt und viele Dinge falsch gemacht. Aber es gibt nur einen Verantwortlichen: Und das bin ich", räumte Streich offen ein und machte ein Gesicht, als wäre Freiburg gerade eben abgestiegen. Er sei "maßlos enttäuscht" und müsse jetzt erst einmal mit sich "in Klausur gehen", fügte er niedergeschlagen an.

Dass er zur Pause offenbar die richtigen Worte gefunden hatte, interessierte Streich deshalb auch nicht. Auf die Frage, wer schuld sei, dass das baden-württembergische Kellerduell noch gekippt sei, antwortete er nur kurz: "Die Spieler!" Sie hätten es verstanden, "in der zweiten Hälfte zurückzukommen".

Freiburgs Verteidiger Christian Günter wollte die Worte seines angeschlagenen Trainers aber nicht so einfach stehen lassen: "Es muss niemand auf den anderen zeigen. Wir hätten das Ruder in der ersten Hälfte selbst rumreißen können."

Freiburg bleibt nach dem Punktgewinn 14., der VfB Tabellen-17.

Ein Umstand, mit dem beide Trainer nicht gut leben können.

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