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München - Die Münchner müssen die Schockdiagnosen von Arjen Robben und Robert Lewandowski verkraften. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge versucht Mut zu machen.

Der FC Bayern geht in einen Wettlauf mit der Zeit. Den x-ten der Saison.

Nur die Namen der verletzten Spieler, die bis zu einem wichtigen Spiel fit werden sollen, muss man ersetzen. Mal ist es Franck Ribery, mal Bastian Schweinsteiger und oft war es auch Arjen Robben. Doch zumindest der Niederländer muss in dieser Saison von all jenen imaginären Wettlauflisten gestrichen werden.

Muskelbündelriss. Nach gerade einmal 15 Minuten gegen Borussia Dortmund. Die Schockdiagnose nach dem Pokalaus gegen Dortmund traf die Münchner am Mittwochmittag ins Mark.

"Keine Worte für dieses Pech"

"Das ist der Wahnsinn",  erklärte Robben dem Kicker, "ich habe keine Worte  für dieses Pech"-

Der Flügelflitzer hätte im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona (6. und 12. Mai) zum X-Faktor werden sollen - gemeinsam mit Robert Lewandowski.

Doch den Stürmer hat es ebenfalls heftig erwischt. Das Ärztebulletin nach der überzogenen Einsatz von Dortmund Keeper Mitch Langerak: Bruchs des Nasenbeins und des Oberkiefers sowie Gehirnerschütterung.

"Schlimmer geht’s nimmer" twitterte Mediendirektor Markus Hörwick, als er die Meldung in die Welt sandte.

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Rummenigge optimistisch

Womöglich kann  Lewandowksi mit einer Spezialmaske spielen, wie SPORT1 bereits am Mittwoch vermeldete. Karl-Heinz Rummenigge bestätigte diesen Hoffnungsschimmer.  Der Vorstandsboss zeigte sich "ziemlich felsenfest überzeugt", dass der Pole in Barcelona auf dem Platz steht.

"Ich werde alles versuchen, um im Camp Nou dabei zu sein. Vielen Dank an alle für die unterstützenden Worte", schrieb Lewandowski selbst via Twitter.

Für Bayern und den Spieler dürfte der Einsatz nicht ohne Risiko sein, allerdings braucht der Klub den Stürmer unbedingt. Robben und Lewandowski waren schließlich an 45 Prozent von Bayerns bislang 117 Pflichtspieltoren beteiligt.

Robben ist aus dem Duo ausgeschieden, und auch die Rückkehr von Kreativgeist Franck Ribery verzögert sich weiter. Der Franzose brach am Mittwoch das gestartete Lauftraining ab, das Sprunggelenk sendet weiterhin Schmerzwellen.

Mannschaftsabend als Mutmacher

Das Team verarbeitete all jene Schreckensnachrichten am Mittwochabend im Münchner Restaurant "Burger and Lobster Bank".  Medhi Benatia stellte das entsprechende Bild in die sozialen Netzwerke, auch der gerade genesene Innenverteidiger verköpert für den Kampfgeist der Truppe.

"Es fehlen sehr wichtige Spieler, doch die, die da sind, geben alle 100 Prozent. Wir haben eine großartige Gruppe, die Lust hat zu gewinnen", verkündete er bereits nach der Elferpleite gegen Dortmund im Gespräch mit SPORT1.

Mit welchem Team nach Leverkusen?

Pep Guardiola braucht jetzt Typen wie den Kapitän der marokkanischen Nationalelf. Und einen Masterplan für das Duell mit seinem Ex-Klub. Am kommenden Mittwoch wird der Katalane in seiner Heimat zum großen Match erwartet, welche Spieler er dabei zur Verfügung hat, ist ziemlich offen.

Genauso wie die Marschroute fürs Gastspiel bei Bayer Leverkusen am Samstagabend.

Die Bayern sind schon Meister, könnten also theoretisch ihre zweite Garnitur vorbeischicken. Doch wäre das der richtige Ansatz? Im vergangenen Jahr schleuderte dieses Vorgehen die Roten aus dem Rhythmus.

Immerhin: In den siegreichen Partien gegen Frankfurt und Berlin war zuletzt zu sehen, dass zur Not auch Jungspunde wie Mitchell Weiser und Gianluca Gaudino helfen können, dreifach zu punkten.

Der FCB ist auf dem Zahnfleisch unterwegs. Welche Qualität das hat, ist die Frage.

Mediziner unter Druck

Die medizinische Abteilung steht jedenfalls unter Dauerbeobachtung. Denn Holger Badstuber zog sich gegen Porto einen Muskelbündelriss zu, der erst von Dr. Müller-Wohlfahrt entdeckt wurde.

Dem Ex-Mannschaftsarzt also, der von sich aus bei Bayern hinwarf. Warum die schwere Verletzung Badstubers mehr als einen Tag lang unerkannt blieb, ist bis heute unbeantwortet.

Der neue Teamarzt Dr. Volker Braun, der bislang die zweite Mannschaft betreute, dürfte den wachsenden Druck spüren. Robbens nächste Verletzung nach gerade überstandenem Bauchmuskelriss ist ebenfalls ein delikates Thema.

Ein unmittelbarer Zusammenhang lässt sich nicht herstellen zwischen Bauchmuskel und Wade, doch kam der Einsatz nach der fünfwöchigen Pause womöglich zu früh? Eine im nachhinein schwer zu beantwortende Frage, zumal Robben sich gut fühlte und sein Okay gab.

Wann kommt Martinez zurück?

Gewiss werden die Bayern jede medizinische Entscheidung nun tausendmal zusätzlich abwägen.

Etwa den ersten Einsatz von Javier Martinez nach dessen Kreuzbandriss im August. Der Spanier wäre theoretisch ein perfekter Kandidat, um im Camp Nou Barcas Angriffsmaschine zu stoppen.

Guardiola muss Lösungen finden, zuletzt werkelte der Chefstratege immer wieder daran, neue Flügelstürmer und -dribbler als Ersatz für Robben und Ribery zu erfinden.

Gegen Porto hieß die überraschende Lösung Lahm, gegen Dortmund Weiser. Auch fürs Camp Nou braucht der Spanier Erfindungsgeist und jeden verfügbaren Profi.

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