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Dortmund - In einer emotionalen Pressekonferenz erklärt der BVB-Trainer die Gründe für seine Entscheidung, seine Zukunftspläne und seinen letzten Traum mit dem BVB.

Jürgen Klopp erklärt sein Aus beim BVB. (Alles zum Trainerbeben ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1). Der Trainer über ...

… die Entscheidung, den BVB zu verlassen:

"Niemand muss mir dankbar sein. Das war bis heute eine ganz faire Geschichte. Beide Seiten haben viel investiert und viel zurückbekommen. Ich habe immer gesagt: Wenn ich dass Gefühl habe, dass ich nicht mehr der perfekte Trainer für diesen außergewöhnlichen Verein bin, würde ich es sagen. Ich habe mich in allen Phasen der Zusammenarbeit mit diesem Thema beschäftigt. In den vergangenen Wochen und Tagen war ich mir nicht sicher, dass ich es nicht mehr war, aber ich konnte diese Frage auch nicht mehr mit ja oder nein beantworten. Ich habe es als meine Pflicht empfunden, Michael und Aki darüber zu informieren. Um die Entwicklung nicht zu blockieren, muss ein großer Kopf weg - das ist in diesem Fall eben meiner. Wir durften hier eine ganz, ganz große Geschichte schreiben. Es gibt kein Fremdverschulden. Kein Spieler oder sonst jemand hat dafür gesorgt, dass ich jetzt zurücktreten muss. Ich bin ein sehr verantwortungsbewusster Mensch. Es wird jetzt wahrscheinlich kurz durchgerüttelt, aber ab morgen können wir uns wieder um den Sport kümmern."

… das Treffen mit Watzke und Zorc:

"Wir haben uns besprochen und es hat eine Weile gedauert, bis ich es aussprechen konnte. Es muss sich keiner Sorgen machen - hier läuft nichts aus."

… den Zeitpunkt der Bekanntgabe:

"Warum jetzt? Das hat gar nichts mit der aktuellen sportlichen Situation zu tun, die mich heute noch viel mehr beschäftigt. In den letzten Jahren haben wir immer wieder darunter gelitten, dass Entscheidungen spät gefallen sind und wir dann nicht mehr reagieren konnten, was den Wechsel einiger Spieler betrifft. Ich wollte diesen Druck nicht aufkommen lassen."

… wann erste Zweifel aufkamen:

"Es geht damit los, dass man sich die Frage öfter stellt als normalerweise. Ich bin oft mit mir alleine unterwegs. Der Verein ist für mich unendlich wichtig. Der Name Jürgen Klopp ist in diesem Verein schon relativ groß, das wurde meiner Bedeutung nicht mehr gerecht."

… die Rolle seiner Familie bei der Entscheidung:

"Es ist nachvollziehbar, dass meine Familie in alle meine Gedankengänge einbezogen war - wenn auch nicht in die allerersten."

… Spekulationen über Amtsmüdigkeit:

"Mir fällt keine Last von den Schultern. Als ich heute morgen erfahren habe, dass es doch schneller geht, habe ich ein bisschen etwas gelesen. Ich bin nicht müde. Und ich habe auch keinen Kontakt zu einem anderen Verein. Ich habe nicht vor, ein Jahr Pause zu machen. Das ist alles noch nicht strukturiert."

… seinen letzten Traum mit dem BVB:

"Noch einmal ein guter Grund, mit dem Lastwagen um den Borsigplatz zu fahren - das wäre ziemlich lässig. Wenn diese Pressekonferenz vorbei ist, werde ich wieder voll im Paderborn-Thema sein. Deswegen ist es für eine Verabschiedung noch ein bisschen früh."

… das Verhältnis zur Mannschaft:

"Ich habe überhaupt kein Problem mit der Mannschaft. Aber wenn ich hier geblieben wäre, hätten sich viele, viele Dinge verändern müssen. Solange ich hier bin, werden wir immer mit den vergangenen Erfolgen verglichen. Die Schritte dieser Saison waren nie groß genug. Für eine Entwicklung muss es möglich sein, kleine Schritte zu machen. Der Verein hat eine tolle Basis, es kommen hochtalentierte Jungs nach, wo ich jetzt schon heulen könnte, dass ich sie nicht trainieren werde. Es werden neue Impulse auf die Mannschaft treffen. Ich habe lange mit mir gerungen, ich bin ein Wettkampftyp. In dieser Phase werden die Entscheidungen für die nächste Saison getroffen. Es gab nie einen Riss in der Mannschaft."

… wie die Mannschaft es erfährt:

"Die Jungs können Zeitung lesen. Ich hatte noch keine Zeit, mit ihnen zu sprechen."

… seine Arbeit beim BVB:

"Meine Trainerkollegen und ich sind hier unglaublich gerne. Der Verein hat sich noch entwickelt und ist heute noch viel großartiger. Aber man ist Profi und man muss so eine Entscheidung treffen. Sie ist absolut richtig, glaube ich - fern von allen romantischen Erinnerungen. Dieser Verein hat es verdient, vom absolut, einhundertprozentig richtigen Trainer trainiert zu werden."

… seine Beziehung zu den Menschen beim BVB:

"Heute sind mir viele sehr traurige Menschen begegnet. Das ist auf der einen Seite schön, aber auf der anderen Seite zeigt es: Ein bisschen frischer Wind schadet auch nicht. Ich bin ja nicht aus der Welt, ich habe mir schon drei Dauerkarten besorgt."

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