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Dortmund - Dortmunds Trainer Jürgen Klopp reagiert auf die Ausfälle von Ribery, Robben und Alaba. Der Schnelligkeitsverlust der Bayern soll Räume für seine Turbo-Angreifer bieten.

Tempo ist gefragt: Schnell umschalten, nach vorne spielen, eiskalt zuschlagen. So wünscht sich Jürgen Klopp das Spiel seiner Borussia am Samstag gegen Bayern München (ab 18 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER).

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Das Feld dafür ist bestellt. Denn durch die Ausfälle von Arjen Robben (Bauchmuskelriss), David Alaba (Innenbandriss im Knie) und Franck Ribery (Sprunggelenksverletzung) geht der Elf von Pep Guardiola nicht nur eine Menge Torgefahr, sondern auch ganz viel Tempo verloren.

Hier setzt Klopp an. "Sie sind drei der schnellsten Spieler im Kader. Wenn du Tempo verlierst, musst du etwas umstellen", sagte der BVB-Coach am Donnerstag auf SPORT1-Nachfrage mit Blick auf die Bayern-Formation.

Es sei von der Spielweise der Bayern "ein Riesenunterschied", wenn das Trio nicht spiele.

Klopp: "Du darfst nie passiv werden "

"Ich muss mich auf ein anderes Bayern vorbereiten, als wenn die Drei spielen würden", erklärte Klopp, der in den Ausfällen "die Möglichkeit für Ballgewinne" ausgemacht hat. Gerade über Bayerns linke Seite, wo Juan Bernat für Alaba spielen dürfte, könnten sich dadurch Räume bieten.

Dennoch rechnet Klopp "mit maximaler Qualität" beim Tabellenführer. "Müller, Götze, Lewandowski - ich habe wirklich von schlimmeren Offensivreihen gehört", sagte der 47-Jährige. "Auch Philipp Lahm wird wieder da sein."

Zudem warnte er, man dürfe sich im Gegensatz zur zweiten Halbzeit beim 1:2 im Hinspiel keine Phase der Passivität leisten. "Man kann alles machen: Mann kann tiefer verteidigen, so wie es Gladbach gemacht hat. Man kann höher verteidigen und sie höher anlaufen, aber du darfst nie passiv werden", sagte der BVB-Coach. "Das bestrafen sie sofort."

Keine Kopie des Derbys

In Sachen Tempo kann Klopp mit seinem Personal jedenfalls mehr als nur mithalten. In Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang verfügt er über zwei Raketen, die kaum zu halten sind, wenn sie ihren Turbo zünden.

So wie im Derby gegen Schalke, als sie den Erzrivalen mit 3:0 aus dem Stadion fegten. Dortmunds Top-Torschütze Aubameyang hält das Revierderby für das Paradebeispiel. "Am einfachsten wäre es, wenn wir wie gegen Schalke spielen", meint der Gabuner, der in der Liga in dieser Saison schon zwölfmal getroffen hat.

Was die Einstellung, Motivation und Zweikampfführung angeht, gibt Klopp seinem besten Angreifer Recht. "Wir hatten einen super Zugriff, waren sehr konsequent in allem, was wir gemacht haben, im Spiel gegen und mit dem Ball", so Klopp, "aber die Spielweise von Bayern und Schalke zu vergleichen, das wäre einigermaßen hanebüchen".

Großkreutz nicht im Kader

Laufwege und Dinge, die der Gegner anbietet oder ausschließt, seien völlig unterschiedlich. "Es ist uns ja auch nicht so oft gelungen, gute Spiele zu kopieren", weiß Klopp. Gegen den Tabellenführer braucht es daher einen eigenen Plan. "Einige Dinge müssen wir speziell auf die Bayern zuschneiden."

Das Schnittmuster dafür testete er am Donnerstag im Trainingsspiel elf gegen elf. In der B-Elf imitierten Kevin Großkreutz, der am Samstag die U 23 des BVB in der Dritten Liga bei den Stuttgarter Kickers verstärken wird, Sebastian Kehl und Matthias Ginter die Dreier-Abwehrkette der Bayern.

In der vermeintlichen A-Elf bildeten Sokratis auf rechts und Marcel Schmelzer die Außenverteidigerpositionen. Mit dem 19-jährigen Jeremy Dudziak, der gegen Hannover 96 sein Bundesliga-Debüt feierte, steht eine weitere Alternative zur Verfügung.

Ob Klopp das Risiko eingeht, den Youngster ausgerechnet gegen den Rekordmeister von Anfang zu bringen, erscheint jedoch fraglich.

Aubameyang jagt Lewandowski

Mit Kevin Kampl und Henrikh Mkhitaryan stellte er Reus im Zentrum am Donnerstag zwei Vorbereiter an die Seite. Als Vollstrecker im Dortmunder 4-2-3-1-System soll wieder Aubameyang zuschlagen.

Der wohl schnellste Bundesliga-Angreifer hat aber noch ein weiteres Ziel. Der 25-Jährige will seinen ehemaligen Mitspieler Lewandowski in der Torjägerliste überholen. Aubameyang warnt: "Bislang hat er noch ein Tor mehr erzielt als ich..."

Aber das kann sich mit dem richtigen Tempo ganz schnell ändern.

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