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Borussia Mönchengladbach zündet beim 4:1 bei 1899 Hoffenheim ein Offensivfeuerwerk. Durch ihren ersten Sieg bei der TSG halten die Borussen ihren Kurs Richtung Champions League.

Max Kruse wirkte auch weit nach Abpfiff noch wie berauscht von der eigenen Gala und dem Offensivspektakel in bester Fohlen-Manier.

"Das war ein deutliches Signal dafür, dass wir uns da oben nicht mehr verdrängen lassen werden", sagte der überragende Nationalspieler, der beim 4:1 (3:1) von Borussia Mönchengladbach bei 1899 Hoffenheim an allen Toren des fünfmaligen Meisters als Schütze oder Vorbereiter beteiligt war.

Dabei war die Aussage Kruses sogar noch eine Untertreibung. Die Gladbacher inszenierten am 27. Spieltag einen wunderbaren Angriff nach dem nächsten - immer wieder ging ein Raunen durch die ausverkaufte Rhein-Neckar-Arena.

Eberl: "Macht viel Freude"

Schnell war den 30.150 Zuschauern klar: Wer vor der Länderspielpause als erste Mannschaft in der laufenden Saison bei Bayern München gewonnen hat (2:0), für den ist auch der Auswärts-Angstgegner kein Stolperstein auf dem Weg zur ersten Teilnahme an der Champions League.

"Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit phantastischen Fußball gespielt. Das macht viel Freude", sagte Gladbachs Sportchef Max Eberl stolz. Die mitgereisten Fans sangen zu diesem Zeitpunkt längst nur noch von der Königsklasse - zum bisher letzten Mal waren die Rheinländer in der Spielzeit 1977/78 im Europapokal der Landesmeister vertreten.

Herrmann überragend

Kruse (26.) per Foulelfmeter, Patrick Herrmann (31. und 51.) und Raffael (36.) sorgten mit ihren Toren für den ersten Pflichtspielsieg der Borussen bei 1899 nach acht vergeblichen Anläufen. Zudem sind die Gladbacher, die am kommenden Spieltag auf Borussia Dortmund treffen, seit sieben Punktspielen ohne Niederlage.

Die Führung der TSG durch Sven Schipplock (17.) war nur eine kurze Episode.

"Der Ball ist gut gelaufen. Wir hatten vorne Räume und konnten Gas geben", äußerte der zweifache Torschütze Herrmann, dessen Analyse allerdings ein wenig kurz griff. Richtig ist vielmehr, dass die Borussia in dieser Form nicht vom dritten Platz zu verdrängen ist. Das wusste dann auch Herrmann: "Es sieht sehr gut aus. Wir haben es selbst in der Hand."

Die Gladbacher haben sogar die Möglichkeit, aus einer sehr guten Saison eine überragende zu machen. Schließlich winkt schon am Mittwoch der Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. "Wir müssen die Favoritenrolle annehmen und klar im Kopf sein", sagte Herrmann, der unter der Woche seinen Vertrag bis 2019 verlängert hat, mit Blick auf die Partie beim Drittliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld.

(Die Highlights der Partie zum Nachhören bei SPORT1.fm)

Kruse will nach Berlin

Auch Kruse versprach, dass er und seine Teamkollegen die Arminia nicht unterschätzen werden. "Wir brauchen keine Extra-Motivation", sagte der Offensivspieler, der in München noch auf der Bank saß und um dessen Zukunft es immer wieder Spekulationen gibt: "Mit zwei Siegen sind wir in Berlin. Jeder hat dieses Ziel vor der Nase."

Dieses Ziel haben auch die Hoffenheimer, die am Dienstag bei Borussia Dortmund antreten müssen. Bis dahin darf bei den Kraichgauern, deren Hoffnungen auf die Teilnahme an der Europa League einen herben Dämpfer erhalten haben, weiter munter spekuliert werden.

Nach wie vor halten sich Gerüchte um einen Abgang von Trainer Markus Gisdol sowie der Stars Roberto Firmino und Kevin Volland.

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