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Xabi Alonso, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm standen in Dortmund erstmals gemeinsam auf dem Platz © SPORT1/getty

München - Pep Guardiola setzt erstmals auf die Kombination Alonso, Lahm und Schweinsteiger. Die Premiere in Dortmund glückt und doch muss der Bayern-Coach seine Aufstellung ändern.

Da standen sie nun zusammen auf dem Dortmunder Rasen. Drei Profis, die es gemeinsam auf 94 Lebensjahre und 336 Länderspiele bringen, sollten es für den FC Bayern im Mittelfeld richten.

Im Zentrum dirigierte Xabi Alonso, der sein erstes Profigehalt noch in Peseten ausgezahlt bekam. Den Spanier flankierten Bastian Schweinsteiger, bei dem sich die Haarfarbe Grau immer mehr durchsetzt, und Philipp Lahm, der mit Carsten Ramelow, Dietmar Hamann und Christian Wörns zu seinen ersten Länderspielen reiste.

Lohnendes Risiko

Dieses Ü-30-Trio im Mittelfeld sollte die schnellen Dortmunder Angreifer stoppen. Pep Guardiola ging mit dieser Aufstellung ein Risiko ein, schließlich hatten Alonso, Schweinsteiger und Lahm noch nie zusammen gespielt.

Der Coach wurde erst mit einem 1:0 (1:0)-Sieg beim BVB belohnt und später mit Lob überhäuft.

"Ich habe erst gedacht, dass zu viele Chefs auf dem Platz sind, aber es hat super geklappt mit Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso im Zentrum. Die Defensiv-Taktik von Pep Guardiola ist voll aufgegangen. Der Trainer hat wirklich was auf dem Kasten", schwärmte SPORT1-Experte Thomas Helmer im Volkswagen Doppelpass.

Gegenentwurf zum Flügelspiel

Das Spiel in Dortmund war ein Gegenentwurf zu den Bayern-Auftritten im Herbst sowie im Februar und März. Da ging es verstärkt über die Außenbahnen. Die Weltklasse-Flügelzange mit Arjen Robben und Franck Ribery nahm sämtliche Abwehrreihen aus Bundesliga und Champions League auseinander.

Doch dann wurden die Spieler ausgebremst. Ribery plagen seit Wochen Sprunggelenksprobleme, Robben fällt mit einem Bauchmuskelriss noch bis Ende April aus.

Also krempelte Guardiola sein System komplett um. Vor dem Dortmund-Spiel schaffte er mangels Alternativen die klassischen Außenangreifer ab und stärkte das Zentrum.

Für diese Variante entschuldigte sich Guardiola fast. "Ich hätte gern anders gespielt. Aber ich musste so spielen, wie die Mannschaft es zulässt", sagte der Bayern-Trainer.

Virtuose Götze schaut zu  

In seinem 3-5-2-System war zunächst auch kein Platz für den Ballvirtuosen Mario Götze. Der WM-Finalheld sah von der Bank aus, wie die Gastgeber sich immer wieder im Defensivnetz der Bayern verfingen.

Bei den Gästen ging zwar die Ballbesitzquote nach unten. Doch Guardiola wird aufgrund der 51 Prozent - bislang schlechtester Bundesliga-Wert unter dem Katalanen - kein Straftraining angesetzt haben.

Eine andere Zahl dürfte ihn mehr beeindruckt haben: Nur zwei klare Torchancen gestatteten die Bayern dem BVB - eine davon resultierte aus einem Freistoß von Marco Reus.

Eine Taktik für Lewandowski

Auch im Spiel nach vorne wählten die Gäste den Weg durch die Mitte. Das kam auch dem bärenstarken Robert Lewandowski entgegen. Der Pole zog den Ball wie ein Magnet an und schlich sich dann leichtfüßig an den Dortmunder Abwehrspielern vorbei.

So fiel auch das Siegtor, bei dem Lewandowski Wegbereiter und Vollstrecker in einer Person war.

Auf lange Diagonalpässe verzichteten die Bayern weitestgehend. Eigentlich gehört der lange Ball mit Unterschnitt gerade zu Alonsos Spezialdisziplinen. Doch gegen Dortmund verzichte er auf dieses Mittel.

Auch das war Guardiolas Taktik geschuldet: Der Coach hatte sich für die defensive Variante mit Rafinha und Juan Bernat auf den Außenbahnen entschieden.

Dreieckstaktik in Leverkusen mit neuer Besetzung?

Die beiden könnten auch am Mittwoch wieder beginnen, wenn der FC Bayern im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen (ab 20 Uhr im LIVETICKER und im Sportradio SPORT1.fm) antritt.

Im Mittelfeld läuft alles wieder auf die Dreieckstaktik aus - aber in anderer Besetzung. Schweinsteiger musste in Dortmund nach einem Tritt auf den Knöchel ausgewechselt werden, sein Einsatz in Leverkusen ist aufgrund Sprunggelenksproblemen nicht möglich.

Alternativen wären Sebastian Rode oder Thiago. Der Ex-Frankfurter steht für taktische Disziplin ohne große Überraschungsmomente.

Für diese könnte Thiago sorgen, das deutete der Spanier bei seinem 21-Minuten-Einsatz in Dortmund an. Fraglich ist, ob Guardiola ihm nach zuvor 371 Tagen ohne Spiel einen Startelf-Einsatz schon zutraut. Der Rückkehrer selbst will es langsam angehen. "Ich habe ein Jahr nicht gespielt. Wir dürfen es nicht übertreiben", sagte Thiago im vereinseigenen TV-Kanal.

Eins steht fest: Sollte sich der Coach für Rode oder Thiago entscheiden, würde der Altersschnitt im Bayern-Mittelfeld deutlich sinken. 

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