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München - Der FC Bayern verarbeitet den 25. Meistertitel geschäftsmäßig. Das Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund ist zu nahe, Matthias Sammer mahnt bei SPORT1.

So ist das also als Bayern-Profi 2.0. Man wird auf der Couch Deutscher Meister und sendet dann einen mutmaßlich schon vorbereiteten Tweet an seine Follower. Modern und effizient eben.

So wie es direkt nach dem 1:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach über den VfL Wolfsburg Mario Götze, Thiago Alcantara und zig andere machten. Götze posierte mit Meisterschale und Champagner-Buddel – nach Partystimmung sah es trotzdem nicht wirklich aus.

Und das ist nachvollziehbar. Zu vorhersehbar war die offizielle Bestätigung des 25. Titelgewinns, nach dem 1:0 über Hertha BSC waren die Münchner am Samstagabend schon gefühlter Titelträger. Außerdem quält ja auch das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund (Di., ab 20 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm) den Geist.

"Es ist ein bisschen schade, weil diese Meisterschaft so in den Hintergrund rückt, für die wir uns das ganze Jahr den Arsch aufgerissen haben", maulte Thomas Müller daher schon am Samstagabend. 

Die nächsten Ziele warten

Auf Party und ein Bierchen über den Durst musste er wie das ganze Team verzichten, schon vorher hatte man sich darauf intern geeinigt. Größere Ziele als ein nationaler Titel, zum Beispiel in der Champions League, stehen noch auf dem Plan. 

Zumindest Kapitän Philipp Lahm beruhigte Müller ein wenig: "Irgendwann werden wir auf dem Rathausbalkon stehen. Und dann werden wir richtig feiern."

Verletztenliste schrumpft

Die Fans planten gleichermaßen: Ein Autokorso war am Sonntagabend in München daher genauso wenig in Sichtweite wie Blitztransfers vor den Krachern gegen Dortmund und Barcelona in der Vorschlussrunde von DFB-Pokal beziehungsweise Königsklasse.

Immerhin reduziert sich im Moment die ellenlange Verletztenliste ein wenig: Gegen Berlin stand erstmals seit August der langzeitverletzte Javier Martinez wieder im Kader.

Und am Sonntag trainierten auch Innenverteidiger Medhi Benatia und Flügelflitzer Arjen Robben wieder mit dem Team. Besonders Robbens Erscheinung ließ die Fans an der Säbener Straße wohlig aufseufzen. Ja mei, Gott sei Dank, der Arjen.

Robben: "Es sieht gut aus"

Der Niederländer ist schließlich seit dem Siegtreffer im Champions-League-Finale 2013 der personifizierte BVB-Schreck. "Im Moment sieht es gut aus, ich muss aber konzentriert weiterarbeiten, um topfit zu werden", sagte Robben nach der Trainingseinheit.

Die Folgen des Bauchmuskelrisses scheinen überwunden, doch der Edeltechniker will nichts überstürzen. "Das Wichtigste ist, gesund zurückzukommen", erklärte er mit Blick auf das Spiel gegen Dortmund.

Kein freundlicher Abend

Im Moment deutet jedoch alles darauf hin, dass Robben, wie von SPORT1 schon frühzeitig gemeldet, gegen Schwarzgelb wieder im Kader steht. Der Superstar wird sich wie der Rest der Truppe auf einen hitzigen Abend einstellen.

"Es wird zur Sache gehen", erklärte Lahm. Der Kapitän des FC Bayern verwies zudem auf die große Motivation des BVB und sagte: "Dortmund wird alles reinlegen, es ist der einzige Titel, den sie noch gewinnen können. Aber wir werden dagegen halten."

Kompliment an Lewandowski

Robert Lewandowski wird dabei gegen sein altes Team besonders gefragt sein. Der Stürmer traf beim umkämpften 1:0-Sieg in Westfalen und glänzte beim 6:1 über Porto mit zwei Toren.

"Er ist natürlich ein Trumpf für uns", stellte Sportvorstand Matthias Sammer dazu fest. Für seine aktuelle Form habe der Pole "hart gearbeitet" - auch an seiner Physis.

Sammer selbst nahm seinen dritten Meistertitel als FCB-Sportvorstand übrigens auch en passant mit. Als er zum Basketball-Schlager gegen ALBA Berlin vorbeischaute, drückte man ihm eine Plastikschale fürs Foto in die Hand.

Im Gespräch mit SPORT1 ging er aber schon bald wieder in den Mahnermodus über. "Wir wissen, wir dürfen uns nicht einlullen lassen und nicht sentimental werden", sagte er. Schon kurz nach dem Titelgewinn waren die Roten also schon wieder voll auf Dortmund gepolt.

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