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Dortmund - Jürgen Klopp verkündet seinen Abschied zum BVB - und wirkt bereit für neue Aufgaben. Seine Ziele könnten ManCity, Real Madrid und der FC Bayern sein.

Der Start verlief holprig. Jürgen Klopp wollte etwas erklären, was im Dortmunder Presseraum schon jeder wusste. Doch der entscheidende Satz ging ihm nur schwer über die Lippen.

Klopp nahm einen weiteren Anlauf und sprach dann Worte aus, die das Gros der schwarzgelben Fans nicht hören wollte.

"Das ist der richtige Moment für eine Veränderung bei Borussia Dortmund. Dafür muss ein großer Kopf weg - und das ist meiner", sagte der Trainer.

Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke guckten bei diesen Worten drein, als hätte ihr Klub soeben mit 0:6 gegen Schalke 04 verloren.

Von der Abstiegszone zum Double

Eigentlich wog die Niederlage schlimmer: Schließlich müssen die BVB-Verantwortlichen zum Saisonende den Mann ziehen lassen, der aus einem Abstiegskandidaten ein europäisches Spitzenteam geformt hatte.

Der den Dortmundern 2011 die Meisterschaft und 2012 das Double beschert hatte. Der trotz sportlicher Krise im verflixten siebten Jahr von den Fans noch vergöttert wird.

Nun ist er am Ende angelangt - und löst seinen bis Mitte 2018 gültigen Vertrag auf. "Ich war mir nicht sicher, aber ich konnte die Frage, ob ich noch der perfekte Trainer für den BVB bin, nicht mehr eindeutig mit ja beantworten. Die Veränderung wird allen guttun", sagte Klopp.

Drei Dauerkarten für die neue Saison

Je länger er sprach, desto stärker kam die gewohnte Souveränität zum Vorschein. Klopp flachste und erklärte den Journalisten, er habe sich schon drei Dauerkarten für die kommende Saison reservieren lassen.

Der 47-Jährige räumte auch mit Spekulationen auf. Vor der Pressekonferenz hieß es, er wolle eine Pause einlegen. So wie Pep Guardiola zwischen seinen Jobs beim FC Barcelona und FC Bayern. Oder wie Thomas Tuchel, der als Topkandidat für die Klopp-Nachfolge gilt.

Für Klopp ist eine längere Auszeit kein Thema. "Ich werde nicht müde. Ich habe nichts in der Hinterhand, aber auch kein Sabbatical geplant. Nichts ist geplant, kalkuliert, taktiert", betonte der 47-Jährige. Er wolle sich erst mal jetzt auf das Spiel gegen den SC Paderborn fokussieren.

Vielleicht wird die Vorbereitung zur nächsten Partie durch einige Anrufe aus England gestört. Klopp hat seine Vorliebe für die Premier League nie geleugnet.

Und sein Stil kommt auf der Insel an. "Es könnte gut sein, dass wir ihn bald in der Premier League sehen", twitterte Englands Fußball-Ikone Gary Lineker.

Für einen Trainer mit seiner Vita käme nur ein Spitzenklub infrage. Von denen gibt es in England fünf. Doch weder der FC Chelsea mit Jose Mourinho noch der FC Arsenal mit Arsene Wenger haben Bedarf. Auch Louis van Gaal hat bei Manchester United mittlerweile die Kurve bekommen.

Spekulationen um ManCity

Blieben Manchester City und der FC Liverpool. Dietmar Hamann könnte sich den aktuellen BVB-Coach bei den Citizens vorstellen, zumal Manuel Pellegrini dort auf der Kippe steht. "Ich denke, bei Manchester City wird was passieren im Sommer. Da wird mit Sicherheit auch über Jürgen Klopp gesprochen", sagte Hamann, der von 2006 bis 2009 für ManCity spielte, bei Sky.

Allerdings berichten englische Medien, Klopp wäre für den Scheichklub nicht interessant. Der Topkandidat in Manchester ist demnach Pep Guardiola.

Auch bei Topteams auf dem Festland könnte im Sommer etwas passieren. Scheidet Real Madrid in der Champions League vorzeitig aus, droht Carlo Ancelotti das Aus. Seit Klopp die Spanier in der Königsklasse eliminiert hat, genießt er einen ausgezeichneten Ruf. Allerdings gibt's eine Sprachbarriere: Klopp müsste erst einmal Spanisch lernen.

In der Bundesliga gibt es nur einen Klub, der den Coach reizen dürfte: der FC Bayern.

Nachfolger für Guardiola

Nach einem Wortgefecht mit Sportvorstand Matthias Sammer war Klopp an der Säbener Straße eine Persona non grata. Doch sollte Pep Guardiola die Bayern 2016 verlassen, bräuchte der Rekordmeister einen Trainer, der Erfolge vorzuweisen hat und Souveränität ausstrahlt.    

Somit dürfte Klopp zwangsläufig Kandidat sein: Souveränität hat er am Mittwoch wieder bewiesen.    

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