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Dortmund - Gegen Paderborn schiebt Jürgen Klopp seinen bevorstehenden Abschied zur Seite - und will das bis zum Saisonende weiterhin tun. Die Fans feiern ihn schon jetzt.

Kurz vor dem Abpfiff erhoben sich die Zuschauer von den Sitzen und ließen Jürgen Klopp doch noch hochleben. Lautstark skandierten die Fans den Namen des Trainers, der Borussia Dortmund am Ende dieser Saison verlassen und von Thomas Tuchel beerbt wird.

"Das war wohl in der 88. Minute. Klar ist das schön. Aber ich kann mich als Mensch nicht jede Woche darauf einlassen", sagte der 47-Jährige.

Nach dem "superwichtigen" 3:0 (0:0) gegen Aufsteiger und Abstiegskandidat SC Paderborn lobte Klopp drei Tage nach Verkündung seiner Entscheidung die Fans für ihre emotionale Zurückhaltung vor und während der Partie. "Es war richtig gut, dass die Leute sich auf den Fußball eingelassen haben. Das hat die Mannschaft gebraucht."

Schutzpanzer bis zum endgültigen Abschied

Einen Schutzpanzer werde er sich zulegen bis zum endgültigen Abschied beim Saisonfinale am 23. Mai im Heimspiel gegen Werder Bremen.

"Wir können doch nicht jeden Spieltag den Trainer verabschieden. Ich konzentriere mich auf die Spiele", ergänzte Klopp erleichtert, denn mit dem Dreier in seinem 233. Bundesliga-Spiel auf der Dortmunder Trainerbank dürfte sich der BVB endgültig aus dem Abstiegskampf verabschiedet haben (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

In einer Woche kommt Eintracht Frankfurt in den Signal Iduna Park. Dann wolle man sehen, so Klopp, dass der Abstand nach oben nicht zu groß wird. Neben dem Einzug ins Pokalfinale hat der BVB-Coach den Traum von der Qualifikation für die Europa League als versöhnlichen Abschluss einer verkorksten Saison noch nicht aufgegeben.

Jürgen Klopp gegen den SC Paderborn
Jürgen Klopp wird den Borussia Dortmund am Saisonende nach sieben Jahren verlassen © Getty Images

BVB zurück in der oberen Tabellenhälfte

Mit 21 Punkten ist der BVB Fünfter der Rückrunden-Tabelle, erstmals seit dem 24. September vergangenen Jahres steht der deutsche Vize-Meister wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz (DATENCENTER: Tabelle).

Den zehnten Sieg der laufenden Spielzeit musste sich der BVB jedoch hart erarbeiten. Pfiffe begleiteten die Schwarz-Gelben zur Pause in die Kabine. Denn erneut kreisten sie um das Abwehrbollwerk der Gäste, Erinnerungen an einige Heimspiel-Niederlagen zuvor wurden wach. "Wenn man Paderborn nicht respektiert, ist klar, dass es schwer wird", resümierte Klopp.

Nach dem Wiederanpfiff ging bei den Borussen "der Knopf auf" (Klopp), als Henrikh Mkhitaryan (47.) das erlösende 1:0 erzielte.

Der 13. Saisontreffer von Pierre-Emerick Aubameyang (55.) und das Tor von Shinji Kagawa (80.) waren die logische Folge (Die Highlights des Spiels zum Nachhören in unserem Sportradio SPORT1.fm).

Jürgen Klopp: "Richtig guten Fußball gespielt"

"Wir haben wie befreit und richtig guten Fußball gespielt. Das sah gut aus", lobte der BVB-Coach (SERVICE: Die Statistiken zum Spiel).

Paderborns Trainer Andre Breitenreiter genoss den Auftritt vor den 80.667 Zuschauern in der ausverkauften Arena, der größten Kulisse in der Geschichte der Ostwestfalen, und hatte sich schnell mit der Niederlage abgefunden.

SC Paderborn baut auf Heimspiele

"Wenn der Express des BVB einmal ins Rollen kommt, ist er nicht mehr aufzuhalten", sagte er. Immerhin habe seine Mannschaft bis zum 0:1 kompakt gestanden (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Die Punkte im Abstiegskampf muss Paderborn in erster Linie zu Hause holen. Am nächsten Sonntag kommt Werder Bremen, und da erhofft sich Breitenreiter auch ein wenig mehr Glück.

Jürgen Klopp wird in Dortmund derweil auch in den verbleibenden maximal sieben Saisonspielen mit Abschiedsgefühlen leben müssen. "Der Tag wird kommen, an dem ich merke, wie sehr ich das alles hier vermissen werde", sinnierte der BVB-Coach.

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