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Gelsenkirchen und München - Schalkes Jung-Profis sorgen für Aufsehen. Julian Draxler fordert bei SPORT1 dennoch Verstärkung für die Champions League. Der Klub muss einen Balanceakt gehen.

Schalkes Nachwuchs sorgt europaweit für Schlagzeilen.

Leroy Sanes bemerkenswertes 73-Meter-Solo vor dem Führungstreffer gegen Wolfsburg war selbst der spanischen Marca am Montag eine Meldung wert.

"Traumtor des Kindes, das Real geärgert hat", schrieb das Blatt, das den Königlichen sehr nahe steht, in Erinnerung an den bemerkenswerten Auftritt der Schalker in Madrid.

In einem Video konnten sich die Leser der Marca Sanes Sololauf in der Autostadt anschauen und dürften sich mit Grausen an die 3:4-Heimniederlage gegen Schalke erinnert haben.

Mit Sane und dem an diesem denkwürdigen Abend im März sehr starken Max Meyer hatten zwei Spieler aus der "Knappenschmiede" großen Anteil an dem spektakulären Auftritt.

"Jugend ein ganz wichtiger Baustein"

Beim 1:1 in Wolfsburg am Sonntag standen sogar sieben Spieler aus der eigenen Jugend in Schalkes Startelf, der achte wurde mit Julian Draxler eingewechselt.

"Die Jugend ist ein ganz wichtiger Baustein hier bei uns auf Schalke", sagt Draxler im Gespräch mit SPORT1: "Nicht umsonst feiern wir da so viele Erfolge. Da kommen immer wieder sehr gute Spieler nach."

(Das ganze Interview heute ab 18.30 Uhr  LIVE im TV auf SPORT1 bei Bundesliga Aktuell)

Draxler selbst ist das Aushängeschild der "Knappenschmiede". Erst 21 Jahre alt, aber schon seit vier Jahren Profi. Nationalspieler und Weltmeister.  

Auf die Jugend zu setzen, sei ein sehr guter Weg, erklärt Draxler. Doch dann kommt das große Aber.

Draxler fordert Investitionen

"Wenn man in der Champions League spielen will, muss man kräftig investieren, wie es die anderen Vereine auch tun", gibt der Offensivspieler zu bedenken. In dieser Saison wird Schalke die Champions League verpassen. Zu wechselhaft waren die Leistungen die Mannschaft von Trainer Roberto Di Matteo.

Selbst die Teilnahme an der Europa League ist fünf Spieltage vor Schluss bei lediglich fünf Punkten Vorsprung auf Rang acht noch nicht in trockenen Tüchern. (DATENCENTER: Tabelle)

"Wir als Mannschaft stehen in der Pflicht, die Europa League zu erreichen", sagt Draxler. "Damit der Verein planen kann."

Investieren oder auf Jugend setzen?

Doch wie plant der Verein? Wird im großen Stile investiert, oder setzen die Verantwortlichen um Sportdirektor Horst Heldt in einer Art Übergangsjahr ohne Champions League tatsächlich auf die Jugend?

Spieler wie Sane, Meyer oder der ebenfalls 19 Jahre alte Verteidiger Marvin Friedrich, der am Sonntag in Wolfsburg sein Startelf-Debüt in der Bundesliga gab, könnten sich auch in der Europa League weiterentwickeln.

Vielleicht sogar noch besser als unter den höchsten Ansprüchen in der Königsklasse.

Doch trotz der äußert erfolgreichen Jugendarbeit ist der Anspruch auf Schalke ein anderer, als ein Ausbildungsverein zu sein. Die Mannschaft soll immer in der Champions League vertreten sein und dort auch möglichst erfolgreich spielen.

Das Risiko, die Qualifikation zur Champions League nach diesem Jahr ein zweites Mal zu verpassen, dürften die Verantwortlichen auf keinen Fall eingehen.

Kommt Khedira?

Deshalb wird Heldt wohl auf dem Transfermarkt tätig werden. Wunschspieler Sami Khedira etwa wäre einer, der mit seiner großen internationalen Erfahrung eine junge Schalker Mannschaft führen könnte.

Gleichzeitig müssen der Sportdirektor, Trainer Di Matteo und Klub-Boss Clemens Tönnies aber auch den jungen Spielern die richtige Perspektive aufzeigen .

Er gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, auch in der nächsten Saison auf Schalke zu spielen, stellte Draxler bei SPORT1 klar.

Aber natürlich sei "in der Sommerpause immer viel Theater, da kann viel passieren", fügte der Linksfuß an.

Meyer träumt von Barcelona

Auch Max Meyer erklärte kürzlich, von Real Madrid und dem FC Barcelona zu träumen. Um Spieler wie Draxler und Meyer langfristig zu halten, muss Schalke wieder in der Champions League spielen.

Denn die Reaktionen auf Sanes Tor zeigen, dass die jungen Spieler aus Gelsenkirchen europaweit Begehrlichkeiten wecken.

Und Talente für andere Klubs auszubilden, das will Schalke auf keinen Fall.

 

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