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Für SPORT1-Nachrichtenchef Ivo Hrstic markiert Jürgen Klopps Abgang bei Borussia Dortmund das Ende einer Ära - und bedeutet eine Mammutaufgabe für Hans-Joachim Watzke
Für SPORT1-Nachrichtenchef Ivo Hrstic markiert Jürgen Klopps Abgang bei Borussia Dortmund das Ende einer Ära - und bedeutet eine Mammutaufgabe für Hans-Joachim Watzke © SPORT1

Der Abgang von Jürgen Klopp markiert für den BVB die Stunde null und wirft für Watzke und Zorc eine Mammutaufgabe auf. Thomas Tuchel wäre der falsche Mann.

Jürgen Klopps Entscheidung hat ein Erdbeben ausgelöst. Im Epizentrum des Bebens ist die Fassungslosigkeit greifbar. (Alles zum Trainerbeben ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1).

Die sichtbare Niedergeschlagenheit von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke zeigt, dass der Verein von Klopps Schritt tief getroffen ist. Der Trainer reißt dem Klub mit diesem Schritt das Herz heraus. Das wurde auch bei einem Blick auf Sportdirektor Michael Zorc und Pressechef Sascha Fligge deutlich.

Klopp ist daraus kein Vorwurf zu machen. Der Trainer hat gemerkt, dass er die Mannschaft nicht mehr so erreicht, dass die Erfolge früherer Jahre wiederholbar wären.

Durch die Art und Weise seines Abgangs behält Klopp die Zügel in der Hand. Er kann Dortmund im Sommer nach sieben Jahren mit erhobenem Haupt und durch die Vordertür verlassen.

Gleichzeitig hat er auf der emotionalen Pressekonferenz am Mittwoch deutliche Signale an Europas Fußball-Elite gesendet: "Seht her, ich bin zu haben! Ich brauche keine Auszeit."

Vor allem in England löste die Nachricht von Klopps Abschied vom BVB sofort Spekulationen aus. An Optionen wird es ihm nicht mangeln, er dürfte kein Problem haben, eine reizvolle Aufgabe bei einem großen europäischen Klub zu finden.

Für Borussia Dortmund bedeutet der Abgang des Kult-Coachs die Stunde null. Die Ära Klopp geht spätestens am 30. Mai beim Pokalfinale in Berlin zu Ende. Ohne den Antreiber der vergangenen Jahre muss sich der BVB neu erfinden.

Diese Mammut-Aufgabe müssen Zorc und Watzke schnellstmöglich stemmen, denn auch im Kader stehen einige Umbaumaßnahmen an.

Dem erprobten Krisenmanager Watzke ist das absolut zuzutrauen. Die Dortmunder sollten aber der Versuchung widerstehen, eine Klopp-Kopie zu holen.

Deshalb wäre der heiß gehandelte Thomas Tuchel in dieser Situation auch der falsche Nachfolger.

Wollen sie beim BVB weiter groß denken, muss ein großer Name her. Und den hat Tuchel – vor allem international – nicht.

Die Dortmunder brauchen jetzt einen erfahrenen und renommierten Trainer, der Spielern wie Mats Hummels oder Ilkay Gündogan einen Grund gibt, zu bleiben.

Sonst werden dem emotionalen Abschied von Klopp im Sommer noch weitere folgen.

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