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Polizisten vor dem Kölner Stadion
Polizisten vor dem Kölner Stadion © Getty Images

Vor dem rheinischen Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen am Samstagnachmittag ist es trotz massiver Polizeipräsenz zu Krawallen gekommen.

In der unmittelbarer Nähe der Sporthochschule, die sich nur einen Steinwurf vom Rhein-Energie-Stadion befindet, hatten sich nach Angaben der Polizei Kölner und Leverkusener Hooligans zu einer Schlägerei verabredet.

Auf SID-Anfrage bestätigte die Kölner Polizei, dass es "körperliche Auseinandersetzungen" gegeben habe. Nach ersten Erkenntnissen habe es aber keine Verletzten gegeben.

39 Bayer-Anhänger und 16 Kölner Sympathisanten wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. "Insgesamt ist es glimpflich ausgegangen", sagte ein Polizeisprecher.

Insgesamt rund 50 Leverkusener Chaoten waren aus Weiden mit der Straßenbahn Richtung Arena gefahren und hatten unterwegs die Notbremse gezogen, um dann den Zug zu verlassen und Richtung Sporthochschule zu marschieren.

"Das war wie es ausssieht wohl vorher alles fest verabredet. Es gibt anscheinend immer noch Typen, denen es Spaß macht, sich vor dem Spiel gegenseitig eins auf die Nuss zu hauen", sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade kopfschüttelnd zu den Vorfällen.

In der Innenstadt war es vor dem Anpfiff ruhig geblieben. Am Samstagmittag waren 1600 Bayer-Fans, darunter rund 300 Ultras, am Kölner Hauptbahnhof angekommen und waren anschließend auf ihrem Marsch vom Breslauer Platz zum Neumarkt von der Polizei eskortiert worden.

Von dort wurden die Bayer-Anhänger mit Sonder-Straßenbahnen zur Arena gebracht. Nach dem Match wurde die Leverkusener "Problemfans" wieder unter der Beobachtung der Polizei zum Bahnhof geleitet.

Im Vorfeld der Partie hatte die Polizei am Freitagabend in Köln und Leverkusen nach offiziellen Angaben 153 Personen aus beiden Fanlagern kontrolliert. Dabei wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt.

Aufklärungskräfte erkannten gegen 20 Uhr "Fußballstörer" aus der Fanszene des 1. FC Köln in der Kölner Altstadt. Im weiteren Verlauf stellten die Beamten einen regen Zulauf der Szeneangehörigen an einer Gaststätte fest.

Um eine möglicherweise drohende "Drittort-Auseinandersetzung" zu verhindern, wurden daraufhin starke Einsatzkräfte zusammengezogen.

Anschließend stellten die Einsatzkräfte die Personalien von 53 Personen fest. Bei Durchsuchungen wurden Schutzbewaffnung wie Handschuhe, Mundschutz, Sturmhauben sowie verbotene Knallkörper, Pfefferspray und Spraydosen sichergestellt. Die Kontrollierten erhielten jeweils Platzverweise, fünf Personen wurden in Gewahrsam genommen.

13 dieser Personen hatten bereits ein Bereichsbetretungsverbot für das Spiel erhalten, fünf weitere erhielten Meldeauflagen. Als Gewalttäter Sport waren 26 Personen bekannt.

Zeitgleich wurden im Bereich einer Gaststätte in Leverkusen-Wiesdorf 104 Anhänger, davon 39 als Gewalttäter Sport bekannte, aus dem Fanlager von Bayer kontrolliert und durchsucht.

Zwei dieser Personen hatten bereits ein Bereichsbetretungsverbot für das Spiel in Köln erhalten.

Auf Plakaten hatten Kölner Anhänger zum körperlichen Angriff auf Leverkusener Fans in der Kölner Innenstadt aufgerufen.

Auf den Plakaten, die in der Kölner Innenstadt angeklebt worden waren, stand: "Wanted - Bayer Ultras - Fanmarsch stoppen - LEV verkloppen. "

Die Polizei war beim Derby mit mehreren Hundertschaften im Einsatz.

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