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Hannover 96 v Hertha BSC - Bundesliga
Fassungslos: Ron-Robert Zieler bestritt seit 2010 als 96-Profi 142 Spiele © Getty Images

Nach dem zwölften sieglosen Spiel in Folge steht fest: Bei Hannover 96 wird man bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen müssen.

Mittendrin statt nur dabei: Ein rasches Ende mit Schrecken bleibt Tayfun Korkut dank der Jobgarantie von Präsident Martin Kind erspart, aber seinem Team droht nun im Abstiegskampf ein Schrecken ohne schnelles Ende.

"Wir werden jetzt bis zum letzten Spieltag leiden müssen", sagte der Trainer von Hannover 96 mit einem tiefen Seufzer.   

Denn auch gegen Hertha BSC Berlin wurde es nichts mit dem ersten Dreier im Kalenderjahr 2015. Stattdessen ist nach dem 1:1 das sieglose Dutzend voll und die Tabellensituation problematischer denn je.   

Stindl ein Vorbild

Daran ließ auch Lars Stindl keinen Zweifel. "Wenn man in unserer Lage 1:0 führt, darf man sich das nicht wieder wegnehmen lassen", sagte der 96-Kapitän, der ungeachtet seines bevorstehenden Wechsels zum Champions-League-Kandidaten Borussia Mönchengladbach kämpferisch und spielerisch ein echtes Vorbild war.

Ganze acht Minuten hielt die Führung durch Ex-Nationalspieler Christian Schulz, dann gelang Valentin Stocker in der 83. Minute mit einem sehenswerten Seitfallzieher der nicht unverdiente Ausgleich für die Gäste.

Für Korkut kein Zufall: "Wir sind leider nicht in der Situation, dass uns ein 1:0 beflügelt."   

Im Gegenteil: Mit dem Vorsprung im Rücken wurden die ohnehin nervösen Niedersachsen noch fahriger und kassierten prompt das Gegentor.

Kraft: "Selbstvertrauen wieder da"

Nach sechs Spielen ohne Niederlage war das Momentum eher bei den Gästen. Hertha-Torhüter Thomas Kraft sagte:  "Das Selbstvertrauen ist wieder da. In der Hinrunde hätten wir hier wohl keinen Punkt mehr geholt."  

So aber haben sich die Berliner mit 33 Punkten aus dem Abstiegskampf so gut wie verabschiedet. Und so ließ sich Hertha-Coach Pal Dardai auch nicht lumpen.

Zwar bestand der Ungar noch um 2.30 Uhr am Samstag morgen auf ein Auslaufen nach der Rückkehr nach Berlin, gab danach aber seinen Schützlingen das restliche Wochenende frei.

Dufner hofft auf Abwehrglück

Parallel zum Auslaufen musste bei den Norddeutschen dagegen auch in den Köpfen aufgeräumt werden, wie 96-Sportdirektor Dirk Dufner unumwunden einräumte.

"Ein Punkt war natürlich zu wenig, aber das muss sofort auf den Köpfen raus", sagte der 47-Jährige, der gedanklich schon beim schweren Auswärtsspiel am kommenden Wochenende in Leverkusen war: "Vielleicht haben wir dort mehr Abwehrglück."   

Brauchen könnte Hannover das noch öfter, denn auf dem Restspielplan steht beispielsweise auch noch das Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg. Und gegen das Tabellenzweiten ging bereits das Hinspiel vor eigenem Publikum mit 1:3 verloren.

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