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München - Der HSV-Trainer setzt gegen Wolfsburg (Sa., 18.15 auf SPORT1.fm u. LIVETICKER) auf Offensive, um die Fans zurück zu gewinnen. Der Stürmer soll den lahmenden Angriff beleben.

Peter Knäbel wäre sicher auch ein guter Pokerspieler.

Der Trainer des Hamburger SV sprach auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Spiel gegen Wolfsburg (Sa., 18.15 im Sportradio SPORT1.fm u. LIVETICKER) ruhig, mit unverändertem Gesichtsausdruck dozierte der Interimstrainer des schwer angeschlagenen Gründungsmitglieds der Bundesliga über die Lage und mögliche Auswege.

Nur einmal ließ sich Knäbel ein wenig aus der Reserve locken.

"Schlecht recherchiert", tadelte der 48 Jahre alte Ex-Profi einen Journalisten, der ihn gefragt hatte, ob er Felix Magath persönlich kenne.

Magath war in 90ern Trainer von Knäbel beim 1. FC Nürnberg gewesen – und hatte am Donnerstag seinen einstigen Spieler heftig kritisiert.

Ein anderer, der in diesen Tagen pokert, ist Thomas Tuchel. Der steht auf der Wunschliste des HSV ganz oben, eine Einigung ist jedoch weiterhin und trotz teils hektisch verbreiteter Meldungen nicht in Sicht. Es ist eine vertrakte Situation für Knäbel. Als Trainer muss er den Verein in der Liga halten, als Sportdirektor einen neuen Trainer und damit seinen eigenen Nachfolger besorgen.

Insofern hat er selbst in der Hand: Schafft er seine Trainer-Mission an der Elbe, wird die Trainerfindungs-Mission wohl deutlich erleichtert.

"Die Spieler müssen die Fans mitreißen"

An Tuchel denkt Knäbel zurzeit verständlicherweise wenig. "Ich erwarte, dass die Mannschaft mutig nach vorne spielt. Die Spieler müssen die Fans mitreißen", sagte Knäbel: "Es geht nicht, dass 57.000 Zuschauer da sind, und wir schießen nicht aufs Tor."

Erst 16 Treffer erzielte der HSV in dieser Saison und ist damit die mit Abstand harmloseste Mannschaft der Liga.

Nach sieben Spielen ohne Sieg und 405 Minuten ohne Treffer steht der HSV näher denn je am Abgrund zur Zweiten Liga.

Zum Tabellenende ist der Vorsprung auf zwei Zähler geschmolzen, das rettende Ufer liegt inzwischen drei Punkte und etliche Tore entfernt.

Olic frustriert

Auch Wintereinkauf Ivica Olic ist angesichts der Situation schwer frustriert.  Fünf Tore erzielte der Kroate in der Hinrunde beim VfL Wolfsburg, in Hamburg wartet er noch auf seinen ersten Treffer.

"Ich sitze auf dem Sofa und denke mir, das gibt es doch alles gar nicht", sagte Olic: "Jetzt hast du drei Spiele in Folge keine Torchance gehabt. Und dann ist es im vierten Spiel genauso."

Es fehle an "Vertrauen, Spaß und Freude. Im Kopf ist eine Blockade", führte Olic weiter aus.

Den Kredit bei den Fans hat die Mannschaft ebenfalls verspielt. Am Donnerstag protestierten einige Anhänger beim Training der HSV-Profis.

"Versager", stand auf einem der mitgebrachten Plakate.

Die Stimmung ist angespannter denn je. Wenn Knäbel nicht der Trainer sein will, unter dem der HSV erstmals in die Zweite Liga absteigt, muss dringend die Wende gelingen.

Am Besten schon am Samstag gegen Wolfsburg.

Lasogga vor Rückkehr in Startelf

Einer der letzten Hoffnungsträger Knäbels ist Pierre-Michel Lasogga. Der lange verletzte Stürmer könnte erstmals seit dem 16. Spieltag wieder in der Startelf stehen.

"Ich bin mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Er wäre im Prinzip bereit 90 Minuten zu spielen", sagte Knäbel.

Schon im letzten Jahr rettete Lasogga den HSV mit seinem Tor in Fürth. Der bullige Angreifer ist nicht nur deshalb bei den Fans beliebt.

Der Stürmer könnte Peter Knäbels letzte Trumpfkarte sein.

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