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Kommentar von Thorsten Mesch zu Borussia Dortmund und Jürgen Klopp
SPORT1-Redakteur Thorsten Mesch kommentiert den 29. Spieltag der Bundesliga © SPORT1/imago

Der BVB meistert gegen Paderborn den Übergang nach der Rücktrittsankündigung von Trainer Jürgen Klopp. Das Erreichen der Europa League liegt wieder in der eigenen Hand.

Ein 3:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen den SC Paderborn lässt sich eigentlich unter der Kategorie "business as usual" abhaken. Doch das gilt natürlich nicht für das Spiel eins nach Jürgen Klopps Rücktrittsankündigung.

Der Trainer, der den BVB am Ende der Saison verlässt, hatte schon am Donnerstag den Fokus weg von seiner Person gelenkt und volle Konzentration auf das Sportliche gefordert. Und das ist auch gelungen.

Die Schockstarre, die noch am Mittwoch herrschte, hat sich erstaunlich schnell wieder gelöst. Der Schmerz ist zwar noch nicht ganz verflogen, aber die Dortmunder haben es geschafft, den Blick schnell nach vorn zu richten.

Die Art und Weise, wie die Verantwortlichen und Klopp den nahenden Abschied moderiert haben, verdient Respekt. Auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe war richtig. Der schwierige Übergang zum sportlichen Alltag wurde sehr gut über die Bühne gebracht.

Das gilt auch für die Fans. Der BVB-Anhang begrüßte den Coach mit Transparenten, half der Mannschaft über ihre anfänglichen Probleme hinweg und feierte den scheidenden Coach in der Schlussphase mit minutenlangen Sprechchören.

Mit dem Abstieg wird der BVB nichts mehr zu tun haben, 36 Punkte nach 29 Spielen haben bisher immer gereicht. Zweite wichtige Nachricht des Tages aus Dortmunder Sicht: Der Europapokal ist nach dem Sieg gegen Paderborn aus eigener Kraft zu schaffen.

Nur ein Punkt trennt die Borussia von Platz sieben, der höchstwahrscheinlich für die Qualifikation zur Europa League reichen wird. Mit Siegen zuhause gegen Frankfurt in einer Woche und danach in Hoffenheim könnte der BVB die verkorkste Saison doch noch retten.

Es sieht aus, als habe Klopps Abschied der Mannschaft tatsächlich den erhofften Schub gegeben. Das könnte auch im DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Bayern ein Trumpf sein.

Klopp dürfte weiter davon träumen, noch einmal auf einem LKW um den Borsigplatz zu fahren und Dortmund mit einem Titel zu verlassen. Ob durch den Pokalsieg oder durch Platz sieben - die Teilnahme an der Europa League wäre ein wichtiges Trostpflaster für den BVB.

Mit der Bekanntgabe des neuen Trainers, der Thomas Tuchel heißen wird, hat der BVB die Weichen für die Zukunft gestellt. Und die muss gar nicht so düster sein, wie es viele vielleicht noch am Mittwoch vermuteten.

Noch sechs oder sieben Mal, je nach Ausgang des Pokalspiels in München, wird Jürgen Klopp vor der Trainerbank des BVB herumtigern.  Business as usual wird es auch in den nächsten Wochen in Dortmund nicht geben.

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