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Bastian Schweinsteiger steht vor seinem achten Meistertitel mit dem FC Bayern

München - Der FC Bayern hat den Meistertitel de facto sicher, doch zwei große Ziele stehen noch aus. Im Abstiegskampf hat Trainer Labbadia dem Hamburger SV neues Leben eingehaucht.

Die Freude in München hielt sich in Grenzen. Zu sehr steckte den Spielern noch der Kraftakt des 6:1 gegen Porto in den Knochen, zu sehr waren Siegtorschütze Bastian Schweinsteiger und seine Teamkollegen wohl schon in Gedanken bei den kommenden großen Aufgaben.

Durch einen glanzlosen 1:0-Sieg gegen Hertha BSC hat sich der FC Bayern de facto zum 25. Mal die Deutsche Meisterschaft gesichert. Zwar ist der Titel noch nicht offiziell, doch 15 Punkte Rückstand und die um 32 Treffer schlechtere Tordifferenz sind für den Tabellenzweiten aus Wolfsburg nicht mehr aufzuholen (Ergebnisse und Spielplan).

Für den FC Bayern ist die Jubiläums-Meisterschaft aber lediglich die Erfüllung einer Pflicht, zu groß ist der Unterschied zwischen dem Starensemble von Pep Guardiola und dem Rest der Liga.

"Jetzt müssen wir uns auf die anderen Titel konzentrieren", meinte Guardiola bei Sky.

Die entscheidende Phase der Saison haben die Münchner noch vor sich. Am Dienstag geht es im DFB-Pokal im Halbfinale im Prestigeduell gegen Borussia Dortmund, eine Woche später steigt das Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona.

Hertha muss schnell abgehakt werden, Berlin ist das Ziel. Denn dort finden im Mai die Endspiele in Pokal und Königsklasse statt.

Am Tabellenende herrscht das große Zittern.

Zwischen Freiburg, Hannover, Hamburg, Stuttgart und Paderborn liegen vor den Sonntagspartien nur drei Punkte, und genau das gibt der Bundesliga ihre Würze (Datencenter: Tabelle).

Hamburg gab mit dem 3:2 gegen Augsburg ein Lebenszeichen von sich, Trainer Bruno Labbadia hat das Feuer entfacht und den Spielern den Glauben an sich selbst zurückgegeben. Der zuletzt böse gescholtene Pierre-Michael Lasogga dankte es seinem Coach mit einem Doppelpack.

Stuttgart verpasste hingegen einen Befreiungsschlag und verspielte gegen Freiburg eine 2:0-Führung. Trainer Huub Stevens ging anschließend hart mit seinen Spielern ins Gericht. Er habe in der Halbzeit gegen eine Wand geredet, sagte Stevens. Da stellt sich die Frage, ob er seine Mannschaft noch erreicht.

In Hannover blieb der erhoffte Effekt nach dem Trainerwechsel aus, 96 verlor auch mit Michael Frontzeck auf der Bank gegen Hoffenheim. Die Tendenz spricht gegen die seit dem 16. Spieltag sieglosen Niedersachsen. Wenn Paderborn am Sonntag Bremen schlagen sollte, würde Hannover sogar auf Platz 16 abrutschen (Tabellenrechner: Wer steigt ab, wer fährt nach Europa?).

Wenn Wolfsburg im zweiten Sonntagsspiel nicht siegt, sind die Bayern auch offiziell Meister. Gefeiert wird aber nicht, das hat Karl-Heinz Rummenigge schon klargestellt. Der FCB-Boss, die Spieler und die Bayern-Fans wollen schließlich mehr als nur die Meisterschaft.

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