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Der am Auge verletzte Thiago und Thomas Müller vom FC Bayern München feiern einen Sieg
Thiago (l.) überzeugte an seinem 24. Geburtstag mit einer starken Leistung im Mittelfeldzentrum © imago

München - Rückkehrer Thiago ist an seinem Geburtstag trotz langer Pause der Dreh- und Angelpunkt beim FC Bayern. Der lockere Sieg gegen Frankfurt gibt Zuversicht für die Champions League.

Der kleine Mann im roten Trainingsanzug sah nicht gerade glücklich aus, als er nach dem Spiel vor die Journalisten trat.

Zwei Pflaster und ein blaues Auge zierten das Gesicht von Thiago Alcantara, doch trotz seines nach einem Zusammenprall in der ersten Hälfte noch immer brummenden Schädels hatte der Mittelfeldspieler des FC Bayern beste Laune.

371 Tage hatte er wegen seiner hartnäckigen Knieverletzung gefehlt, nach 21 Minuten beim Comeback in Dortmund und 52 Minuten beim Pokalerfolg in Leverkusen stand er am Samstag gegen Eintracht Frankfurt pünktlich zum 24. Geburtstag erstmals wieder in der Startelf (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm).

"Es war ein gutes Spiel. Am Anfang habe ich mich sehr gut gefühlt. Aber klar, der Rhythmus fehlt mir noch, deshalb war ich am Ende etwas müde", meinte Thiago, ehe er sich in den wohl verdienten Feierabend verabschiedete: "Das beste Geschenk ist natürlich der Sieg."

Nur drei Feldspieler auf der Bank

Der Wunschspieler von Pep Guardiola ist angesichts der extremen Personalprobleme - gegen Frankfurt saßen neben dem diesmal geschonten Manuel Neuer gerade noch drei (!) Feldspieler auf der Ersatzbank - gerade zur rechten Zeit zurückgekehrt und hat sich binnen einer Woche schon wieder als Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Bayern etabliert.

Wie ein Magnet zog Thiago vor allem in der ersten Halbzeit die Bälle an, brachte überragende 72 von 76 Pässen an den Mitspieler und war mit 72 Prozent gewonnener Duelle der zweikampfstärkste Akteur auf dem Platz (SERVICE: Die Statistiken des Spiels).

Bei seiner Auswechslung nach 70 Minuten erhoben sich die Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena und bejubelten den starken Auftritt des Spaniers, der neben den Torschützen Robert Lewandowski (15., 66.) und Thomas Müller (82.) maßgeblichen Anteil am lockeren 3:0 des souveränen Tabellenführers hatte (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Matchwinner Lewandowski nähert sich Bestform

"Wir haben sehr gut gespielt, außer vielleicht die ersten Minuten der zweiten Hälfte. Aber nach dem zweiten Tor war alles klar und wir konnten locker aufspielen", erklärte Matchwinner Lewandowski nach seinen Toren acht und neun in den letzten acht Partien.

Mit 16 Treffern liegt der Zugang von Borussia Dortmund nur noch drei Treffer hinter dem noch führenden Frankfurter Alex Meier, der in München verletzt zuschauen musste, und könnte schon in der ersten Saison beim Rekordmeister seine Torschützenkanone aus dem Vorjahr verteidigen.

"Im ersten Jahr ist es nicht leicht, aber er wird jeden Tag besser", lobte Guardiola: "Im wichtigsten Moment der Saison haben wir den bestmöglichen Lewandowski."

Auch sonst zeigte sich der Coach angesichts der Verletztenmisere genau wie Vorstand und Spieler "sehr, sehr stolz" über den Arbeitssieg gegen die mutlosen Frankfurter (Trainer Thomas Schaaf: "Wir hatten keine Chance"). Vor allem aber freute sich Guardiola über die Tatsache, dass nicht noch weitere Ausfälle hinzugekommen waren (DATENCENTER: Tabelle).

Schweinsteiger fehlt wohl auch in Porto

Am Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Porto wird der am Samstag geschonte Jerome Boateng wieder dabei sein, auch bei Franck Ribery gibt es noch Hoffnung. Dagegen ist ein Einsatz von Bastian Schweinsteiger nach SPORT1-Informationen eher unwahrscheinlich.

"Alles Lamentieren bringt nichts", meinte Karl-Heinz Rummenigge gelassen. "Wir haben einen guten Kader, der Trainer macht das perfekt und gibt der Mannschaft viel Selbstvertrauen."

Er sei von der Leistung so kurz nach dem schweren Pokalfight in Leverkusen und den vielen Ausfällen "sehr beeindruckt", ergänzte der Vorstandsboss: "Die Mannschaft hat das sensationell gemacht, da kann ich dem Team und dem Trainer nur ein großes Kompliment machen."

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