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Dortmund - Dortmunds künftiger Trainer Thomas Tuchel spaltet die BVB-Fan-Gemeinde. SPORT1 hat den früheren Mainz-Coach analysiert und sagt, was für und gegen Tuchel spricht.

Mit Thomas Tuchel hat Borussia Dortmund den gefragtesten Trainer Deutschlands für sich gewinnen können.

Ab dem 1. Juli nimmt der 41-Jährige seine Arbeit beim BVB auf. Seine Aufgabe: Den Traditionsklub zurück an die Spitze führen und wieder zum Bayern-Jäger Nummer eins machen. Kein leichtes Unterfangen für den noch jungen Fußballlehrer, dessen einzige Profistation sein Engagement bei Mainz 05 war.

Die schwarzgelben Fans sind noch zwiegespalten, ob Tuchel wirklich der richtige Mann für den achtmaligen Deutschen Meister ist.

SPORT1 hat den Typen Tuchel analysiert und zeigt die Pro- und Contra-Argumente auf.

Pro Tuchel:

  • Taktikfuchs: Thomas Tuchel ist ein akribischer Tüftler, dessen detaillierter "Matchplan" für jede Partie zu seinem Markenzeichen geworden ist. Er ist in der Lage, sein Team variabel einzustellen und kann dem BVB dadurch mehr Flexibilität verleihen. In Mainz holte er 1,4 Punkte pro Spiel, sein Vor-Vorgänger Klopp kam dort nur auf 1,1 Zähler
     
  • Ehrgeiz: Tuchel hat als Trainer einen hohen Anspruch an sich selbst und andere. Dafür fordert er von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Einsatz, nicht nur im Spiel, sondern auch in jedem Training. Zudem weiß er, Talente geschickt einzubauen und zu fördern - das wird beim bevorstehenden Umbruch in Dortmund ebenfalls gefragt sein.
     
  • Ausgeruhtheit: In seinem Sabbatjahr hat Tuchel neue Kraft getankt, kann seine neue Aufgabe daher bestens ausgeruht und mit voller Kraft angehen. Die vergangenen Monate hat er aber nicht nur in der Sonne gelegen und mit der Familie verbracht, sondern sich auch in Sachen Fußball auf verschiedensten Ebenen weitergebildet.
     
  • Lernwilligkeit: Der noch junge Coach gilt zwar als kompromisslos, ist aber ohne Frage wissbegierig und lernwillig. "Fußball ist mein Leben", sagt Tuchel und füllt diese Aussage mit demselbigen. Sein Trainer-Vorbild heißt Pep Guardiola, mit dem er sich schon zum Gedankenaustausch traf.
     
  • Titelhunger: Tuchels einziger Titel als verantwortlicher Trainer ist die Deutsche Meisterschaft mit den Mainzer A-Junioren (2009). Der Heißsporn will Erfolge feiern - und zwar in Form von Titeln. Wegen dieser Ambitionen hat sich der von vielen Klubs umworbene Tuchel letzten Endes auch für den BVB entschieden.

Contra Tuchel:

  • Erfahrung: Der 41-Jährige hat außer bei Mainz 05 noch keinen Trainerposten im Profifußball bekleidet. Er muss erst noch beweisen, dass er sein Erfolgsrezept auch bei einem ambitionierteren Klub anwenden kann und in der Lage ist, eine Mannschaft mit vielen Stars zu führen.
     
  • Führungsstil: In Mainz stand Tuchel wegen seiner Art des Umgangs mit Spielern und Mitarbeitern in der Kritik. Trotz des sportlichen Erfolgs mit dem zweimaligen Einzug in die Europa League hatte er deshalb in Reihen des Klubs viele Gegner. Ob mit Tuchel in Dortmund ein ähnlich innig-verbundenes Dreigestirn a la Klopp, Watzke und Zorc möglich sein wird, ist fraglich.
     
  • Verkopftheit: Tuchel verbohrt sich zuweilen so sehr in die Theorie der Materie Fußball, dass er Spieler und Fans mit seinem wissenschaftlichen Ansatz eher verschreckt als mitnimmt. Seine Sachlichkeit abseits des Spielfeldrandes ist von der direkten und jovialen Art eines Jürgen Klopp, die den Ton des Ruhrgebiets traf, weit entfernt.
  • Medienarbeit: Der Umgang mit der Presse gehört nicht zu Tuchels Lieblingsaufgaben. Bei dem hohen Medienaufkommen beim zweitgrößten Klub der Republik muss sich Tuchel mehr öffnen und liberaler werden, um diesen wichtigen Aspekt der Tätigkeit des Cheftrainers erfolgreich zu meistern.
     
  • Vertragstreue: In Mainz kündigte Tuchel vorzeitig und widersprach damit seinem eigenen Postulat von Anstand und Vertragstreue. Bei RB Leipzig und dem Hamburger SV soll Tuchel in diesem Jahr bereits im Wort gestanden haben, um dann doch in letzter Sekunde abzuspringen. Auch mit Schalke war er sich schon fast einig, führte Verhandlungen hinter dem Rücken von Sportvorstand Horst Heldt.

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