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FBL-GER-BUNDESLIGA-BERLIN-MOENCHENGLADBACH
Ibrahima Traore erzielte in der 85. Minute den Siegtreffer © Getty Images

Berlin - Der Siegtreffer von Ibrahima Traore verleitet die Gladbacher zu selbstbewussten Ansagen. Die nächste schwere Prüfung wartet. Hertha hat noch drei Matchbälle.

Lucien Favre lief auf den Platz und umarmte jeden seiner Spieler: Nach dem späten 2:1 (1:1) bei Hertha BSC strahlten die Profis von Borussia Mönchengladbach um die Wette.

"Das war so wichtig für uns. Jetzt wollen wir auch am Samstag gewinnen, um unseren Traum zu erreichen", sagte Mittelfeldspieler Granit Xhaka mit Blick auf das kommende "Endspiel" um die direkte Champions-League-Qualifikation gegen Bayer Leverkusen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

"Zweiter Platz nicht unmöglich"

Und die Gladbacher haben nach der bestandenen Generalprobe in Berlin Blut geleckt. "Wir können nächste Woche auch geduldig spielen. Leverkusen muss kommen und der zweite Platz ist nicht unmöglich", schickte Xhaka eine Kampfansage in Richtung VfL Wolfsburg.

Zwei Punkte trennen die Fohlen nur vom Platz hinter Meister Bayern München (DATENCENTER: Tabelle). Als nun beste Rückrunden-Mannschaft will sich die Borussia am Saisonende mit der Vize-Meisterschaft belohnen.

Gladbacher Geduld zahlt sich aus

Hertha BSC v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga
Granit Xhaka (r.) trieb das Spiel seiner Borussia in Berlin immer wieder an © Getty Images

Der Schlüssel zum Erfolg gegen die Hertha lag für Xhaka in der Geduld. "Das zeichnet uns aus, wir können warten", sagte Xhaka. Es dauerte bis zur 85. Minute, ehe der eingewechselten Ibrahima Traore die Borussia mit seinem sehenswerten Siegtreffer erlöste und in kollektiven Jubel stürzte. "Es war ein guter Tag für mich und für die Mannschaft", freute sich der Matchwinner.

Zuvor hatte Nationalspieler Max Kruse (11.) die Gäste vor der Pause in Führung geschossen, Valentin Stocker (13.) glich nur 73 Sekunden später aus.

Vorfreude auf Duell der Seriensieger

Die Gladbacher gehen nach dem Sieg in der Hauptstadt als stolzer Tabellen-Dritter und mit einem Vorsprung von zwei Punkten auf den direkten Konkurrenten in das Topspiel in Leverkusen.

Die Rahmenbedingungen für ein absolutes Spitzenspiel stimmen jedenfalls: Leverkusen ist seit zehn Bundesliga-Spielen ungeschlagen, Gladbach gar seit elf.

"Das ist Wahnsinn. Leverkusen gewinnt fast alles, wir aber auch", sagte Gladbachs Abwehrspieler Tony Jantschke: "Wir müssen immer wieder nachlegen, aber das gelingt uns auch immer wieder."

Favre feiert Jubiläumssieg

Freuen durfte sich auch Favre, der an seiner alten Wirkungsstätte den 100. Bundesliga-Sieg seiner Trainer-Karriere verbuchte und nach dem Siegtor kaum noch zu halten war.

"Wir wollten heute unbedingt gewinnen, weil wir wussten, dass ein Unentschieden im Moment nicht reicht", betonte der Schweizer.

Hertha verpasst Vorentscheidung

Dass es auf der Gegenseite für die Herthaner am Ende nicht zum Klassenerhalt reichen sollte, bezweifelt aktuell niemand. Allzu sicher sollten sich die Berliner aber nicht sein. Mit vier Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz muss das Team von Pal Dardai weiter um den Klassenerhalt zittern.

Und der Trend zeigte zuletzt nach unten. Die bittere Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach war schon das vierte sieglose Spiel in Folge.

"Haben noch drei Matchbälle"

"Wir hatten lange den Punkt, dann ist es natürlich bitter, wenn man kurz vor Schluss das 1:2 bekommt", haderte Torhüter Thomas Kraft nach dem neuerlichen Rückschlag.

Trainer Dardai richtete den Blick bereits wieder nach vorne. "Wir brauchen noch drei Punkte", sagte der 39-Jährige. "Wir haben jetzt noch drei Matchbälle." Den ersten haben die Berliner am kommenden Samstag bei Borussia Dortmund.

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