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Sinsheim - Die Dortmunder Gefühlswelt gerät durch das Remis in Hoffenheim ein wenig durcheinander. Kapitän Hummels glaubt, dass Schalke vor dem BVB bleibt. Klopp beschwichtigt.

Jürgen Klopp zog die Brille ab, rieb sich die Augen, und schüttelte beim Studium der Tabelle den Kopf. "Ich muss halt mit dem Punkt leben", seufzte der scheidende Trainer von Borussia Dortmund - und trauerte der verpassten Chance nach. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Mit einem Sieg wären die Dortmunder Pokalhelden auf den ersehnten siebten Platz geklettert, doch wie sagte Torschütze Mats Hummels nach dem 1:1 (1:1) am viertletzten Spieltag der Bundesliga bei 1899 Hoffenheim so treffend: "Das ist leider nur der Konjunktiv". Wie so vieles in diesen Tagen beim BVB. 

Zwei Punkte Rückstand

In der Realität sieht es erst einmal so aus, dass sich der Vizemeister durch das leistungsgerechte Remis vier Tage nach dem Halbfinal-Erfolg im DFB-Pokal bei Bayern München sogar verschlechtert hat. Vor dem Spieltag lag der BVB (40 Punkte), dem der siebte Rang aufgrund des Finaleinzugs (30. Mai gegen den VfL Wolfsburg) zur Teilnahme an der Europa League reichen würde, nur einen Zähler hinter seinem Ziel. Nun sind es zwei Punkte. (DATENCENTER: Tabelle)

Für Klopp ist der Rückstand drei Partien vor Saisonende aber (noch) nicht dramatisch. "Man muss nicht immer auf die Abstände gucken, sie dürfen nur nicht zu groß werden", sagte der scheidende Trainer bei Sky - und verbreitete demonstrativ Zuversicht: "Ich habe das Gefühl, dass wir immer noch in Schlagdistanz sind. Das ist eine gute Ausgangsposition." (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

"Wohl hinter Schalke"

Noch kämpferischer als Klopp gab sich der Kapitän. Hummels, dessen Tor (35.) aufgrund einer Abseitsposition von Pierre-Emerick Aubameyang zumindest umstritten war, will den sechsten Platz. "Das wäre zwar für unsere Fans nicht so toll, weil es wohl der Rang hinter Schalke wäre - aber das ist unser Ziel", äußerte der Weltmeister, der aufgrund der Dortmunder Großchancen in den letzten Spielminuten eine "leichte Tendenz zur Unzufriedenheit" verspürte.

Ähnlich ging es Sebastian Kehl nach der Partie vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena - obwohl die ebenfalls um die Europacup-Teilnahme kämpfenden Hoffenheimer (41 Punkte) durch Kevin Volland in Führung gegangen waren (33.). Zudem hatten die Kraichgauer vor der Dortmunder Schlussoffensive mehrere gute Chancen zum zweiten Treffer. "Ich habe eher das Gefühl, zwei Punkte verloren zu haben", sagte Kehl: "Dennoch haben wir immer noch die Möglichkeit, das Ganze zu regeln."

Die Rechnung kann ganz einfach sein: Gewinnt der BVB den DFB-Pokal, sind sie international dabei. Dafür ist ein Sieg im Finale gegen den VfL Wolfsburg nötig. Auch hier: noch viel Konjunktiv.

Sollten es die Dortmunder in die Europa League schaffen, müssen sie den Wettbewerb wohl ohne Ilkay Gündogan absolvieren. Am Freitag hatte der BVB bekannt gegeben, dass der 24 Jahre alte Nationalspieler den Verein spätestens nach der kommenden Saison verlassen wird. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Dortmunder im Anschluss an die laufende Spielzeit die anvisierten 25 Millionen Euro Ablöse für den defensiven Mittelfeldspieler kassieren wollen.

BVB wartet auf Angebot

"Das hängt ganz eindeutig von der Werthaltigkeit des Angebots im Sommer ab", sagte Sportchef Michael Zorc: "Wenn es wirtschaftlich alternativlos ist, dann wird man das sicher umsetzen."

Gündogan wird mit Manchester United, dem FC Arsenal, den Bayern und Atletico Madrid in Verbindung gebracht. Als Gündogan-Ersatz wäre wohl Johannes Geis vom FSV Mainz 05, dem Ex-Klub des neuen Trainers Thomas Tuchel, im Anflug.

Alles noch Konjunktiv.

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