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Stuttgart - Daniel Didavi schießt den VfB mit einem kuriosen Distanzschuss zum Sieg gegen Mainz und wieder mitten hinein ins Rennen um den Klassenerhalt. 05-Keeper Karius hilft kräftig mit.

Für sein erlösendes Tor nach langer Leidenszeit nahm Daniel Didavi die gütige Mithilfen des Mainzers Loris Karius gerne an.

"Ich hatte ein bisschen Glück, den kann man schon halten. Vielleicht habe ich es mir auch verdient heute", meinte der Matchwinner des VfB Stuttgart bei Sky zu seinem kuriosen Weitschusstor gegen den FSV Mainz 05.

Mit beeindruckender Entschlossenheit hatte der Tabellenletzte VfB zuvor beim 2:0 (0:0) gegen die 05er im Abstiegskampf der Bundesliga den letzten Strohhalm ergriffen und geht mit breiter Brust in die verbleibenden "Endspiele" gegen die Konkurrenten Hamburger SV und SC Paderborn. (Tabelle der Bundesliga).

Karius patzt beim Flatterball von Didavi

Hauptverantwortlich dafür war Didavi, dessen Versuch aus gut 30 Metern Torhüter Karius ins Tor flutschen ließ (66.). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

Der verletzungsgeplagte Regisseur hatte zuvor 2015 gerade einmal 33 Minuten gespielt. Insgesamt. Umso erlösender war das wertvollen Führungstor auch für Didavi selbst.

"Dass ich so lange raus war, war schon bitter, aber umso mehr freue ich mich jetzt, auf dem Platz zu stehen", sagte der 25-Jährige und versicherte: "Angst habe ich nie. Das sieht der Trainer auch. Ich gebe vollen Einsatz, sobald es geht."

Pflichtsieg nährt die Hoffnung

Filip Kostic sorgte in der 78. Minute dann für die Entscheidung. Die Hoffnung, den zweiten Abstieg nach 1975 doch noch verhindern zu können, ist damit wieder deutlich gestiegen im Schwabenland. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

"Wie die Mannschaft heute Gas gegeben hat, war sensationell. Deshalb haben wir auch verdient gewonnen", sagte VfB-Torwart Sven Ulreich bei Sky: "So muss es weitergehen. Das waren drei Punkte, die wichtig waren, aber jetzt wollen wir nur noch Siege." 

Auch Matchwinner Didavi mahnte: "Wir haben noch nichts erreicht. Das war heute ein Pflichtsieg."

Stuttgart überzeugt von Beginn an

54.300 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen äußerst engagierte Stuttgarter. Druck im Tabellenkeller? Könne auch Spaß machen, sagte VfB-Trainer Huub Stevens vor dem Spiel - und seine Mannschaft lebte es auf dem Platz vor.

"Der einzigen Vorwurf, den ich den Jungs machen kann, ist, dass sie die Chancen nicht verwertet haben", sagte der Niederländer dann auch hinterher: "Aber es hat Spaß gemacht, die Mannschaft heute anzuleiten." 

Stuttgart legte sein Spiel fast schon euphorisch an, Wille und Einsatz stimmten. Auch spielerisch bot der VfB wie meist in den vergangenen Wochen eine überzeugende Vorstellung. (Statistiken zum Spiel)

Zudem verteidigte das Team des angeblichen Defensivfanatikers Stevens sehr hoch, meist 40 Meter vor dem eigenen Tor. 

Pfostenknaller von Didavi

Wenn es bei Stuttgart gefährlich wurde, dann hatte meist Regisseur Didavi, der den Vorzug vor Alexandru Maxim erhalten hatte, sein feines linkes Füßchen im Spiel. In der 35. Minute zirkelte der Edeltechniker einen Schuss aus 20 Metern an den linken Pfosten.

Auch beim Führungstreffer war Aluminium im Spiel, als Karius den harmlosen Distanzschuss von Didavi an den linken Pfosten flutschen ließ, von wo aus der Ball ins Netz rutschte.

Der starke Kostic machte 13 Minuten später dann nach Vorarbeit von Martin Harnik alles klar.

Botschaft an Soto

Den Mainzern war anzumerken, dass es für sie kaum mehr um etwas geht - der letzte Einsatz fehlte hier und da.

Außerdem stand das Spiel noch unter dem Eindruck der schweren Knieverletzung von Elkin Soto. Dessen Kollegen grüßten den Kolumbianer gemeinsam mit den Fans per Banner ("Gute Besserung, Elkin") und trugen beim Einlaufen Soto-Shirts.

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