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SC Paderborn 07 v VfL Wolfsburg - Bundesliga
Der SC Paderborn ist mit 31 Punkten Tabellenletzter © Getty Images

München - Noch sechs Vereine zittern im Tabellenkeller. SPORT1 beleuchtet die Folgen des Abstiegs für jeden einzelnen. Für den SC Paderborn wäre ein Aufstieg wohl gut zu verkraften.

Der SC Paderborn verblüfft seit geraumer Zeit Fußball-Deutschland.

Niemand hatte den Ostwestfalen so wirklich zugetraut, in die Bundesliga aufzusteigen. Und kaum jemand hätte Paderborn zugetraut, am letzten Spieltag noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.

Die Chance ist als Tabellenletzter vor dem finalen Spieltag allerdings klein. Der SCP muss den VfB Stuttgart (ab 15 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm) schlagen und gleichzeitig auf eine Niederlage des Hamburger SV hoffen.

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© SPORT1

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Selbst dann wäre die Mannschaft von Trainer Andre Breitenreiter nur in der Relegation.

Doch die Paderborner haben einen großen Vorteil. Im Vergleich zu den anderen Vereinen im Abstiegskampf haben sie deutlich weniger zu verlieren.

Ein Sturz in die Zweitklassigkeit wäre keine Katastrophe. Die Fans stehen hinter der Mannschaft, der Trainer sitzt fest im Sattel.

"Natürlich täte ein Abstieg weh", räumt Manager Michael Born im Gespräch mit SPORT1 ein: "Gleichwohl haben wir in dem einen Jahr Bundesliga als Verein einen Riesenschritt gemacht. Wir werden am Ende der Saison schuldenfrei sein - was bei weitem nicht jeder Verein von sich behaupten kann."

Außerdem tat der Verein viel für sein Image und gewann neue Fans hinzu. Vor allem in der Hinrunde, als Paderborn mit frechem und gutem Fußball den einen oder anderen Favoriten überraschte und nach dem 4. Spieltag sogar von Platz eins grüßte.

Das Jahr in der Bundesliga hat Paderborn auch geholfen, die Finanzen zu stabilisieren.

"Beim wichtigen Thema Trainingszentrum kommen wir gut voran, von daher: auch im negativen Fall können wir ein positives Fazit ziehen", sagt Born: "Klar, in der Bundesliga wird es einfacher sein, die nächsten Schritte zu gehen, aber auch in der Zweiten Liga hätten sich die Belastungen durch das Jahr in der Bundesliga gelindert."

SPORT1 beleuchtet die drohenden Folgen eines Abstiegs für den SC Paderborn.

Die Finanzen:

Natürlich würde auch den SC Paderborn die Minderung von Fernseh- und Sponsorengeldern treffen. Aber bei weitem nicht so hart wie den VfB Stuttgart oder den Hamburger SV.

"Wir haben ja vor dieser Saison gesagt: Ob wir 15 oder 19 Millionen für den Kader zur Verfügung haben, spielt nicht die große Rolle, der Abstand zu den anderen ist so oder so sehr groß", sagt Manager Born.

Auch in der Zweiten Liga wäre Paderborn mit diesem Etat nicht der Krösus. Aber zumindest vorne mit dabei.

Der Kader:

Die Paderborner werden ihren Kader wohl größtenteils zusammenhalten können. Über Stars, die nicht mit in die Zweite Liga gehen würden, verfügt das Team ohnehin nicht.

"Bei Christian Strohdiek hat der Abgang private Gründe, die ich nachvollziehen kann", sagt Manager Born: "Ansonsten haben wir mit allen Leistungsträgern, die wir halten wollten, verlängert - bis auf Jens Wemmer und Alban Meha, mit denen wir nach der Saison reden werden. Ich denke, ein Großteil des Kaders wird uns erhalten bleiben."

Die Verantwortlichen:

Auch auf der Führungsebene ist Kontinuität angesagt, unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Manager Born bleibt im Amt. Trainer Breitenreiter wohl auch, obwohl dieser mit seinen Verdiensten in Paderborn Begehrlichkeiten bei finanzstärkeren Bundesligisten geweckt haben dürfte.

Auch Präsident Werner Finke wird erneut kandidieren. "Ich bin froh, dass er bleibt, seine Erfahrung ist sehr wichtig. Ohne sein Engagement hätte der Verein diese Ziele nie erreichen können", erklärt Born.

Die Konstante:

In Paderborn wird Zurückhaltung und Understatement gelebt. Vorbild sind Vereine wie Mainz oder Augsburg, die in den vergangenen Jahren mit verhältnismäßig kleinen Mitteln einen großen Aufschwung genommen haben.

"An den Punkt zu kommen, an dem sie jetzt sind, wird dauern. Und ob man es überhaupt schaffen kann, sei dahingestellt", sagt Born.

Finanzielle Mittel wie Wolfsburg, Hoffenheim oder Leipzig werde Paderborn nie zur Verfügung haben, erklärt der Manager: "Wir müssen uns also auf unsere eigenen Stärken besinnen."

Fazit:

Mit dem Nachwuchsleistungszentrum wurden die Weichen für die Zukunft gestellt, ansonsten hat Paderborn nach dem Aufstieg nicht viel im wirtschaftlichen und personellen Bereich verändert.

Deshalb ist der Verein sehr gut für die Zweite Liga aufgestellt und dürfte im Falle eines Abstiegs dort in der kommenden Saison wieder eine gute Rolle spielen.

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