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Klaas-Jan Huntelaar (l.) traf in dieser Saison neunmal für Schalke.

München - Für Schalke geht es beim HSV sportlich um nicht mehr viel. Der Ausgang des Spiels wird die Bewertung der Saison jedoch maßgeblich beeinflussen.

Schon einmal vom Schmetterlingseffekt gehört?

Kleine Veränderungen lösen am Ende einer Kette große aus, kurz umrissen. Vergangenen Samstag auf Schalke war so ein Moment. Die 88. Minute lief, der SC Paderborn war drückend überlegen, drängte auf die so wichtigen drei Punkte, als Abwehrchef Uwe Hünemeier eine Flanke ins eigene Tor beförderte.

Dieses 1:0 sicherte dem erschreckend schwachen FC Schalke 04 die Europa League, raubte Paderborn einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Und vor allem: beeinflusst auch die Ausgangslage am finalen 34. Spieltag.

Denn dem S04 ist durch diesen geschenkten Sieg die Europa League nicht mehr nehmen, das Auswärtsspiel beim Hamburger SV hat demnach für den Klub einiges an Brisanz verloren.

Platz 6 droht

Allerdings könnte Schalke auf Rang sechs abrutschen, was eine Qualifikationsrunde für die Europa League zur Folge hätte. Allerdings nur dann, wenn Dortmund das Pokalfinale gegen Wolfsburg gewinnt.

Das Gelsenkirchener Horrorszenario, wonach der Erzrivale aus Dortmund noch vorbeiziehen und gleichzeitig Schalke ohne internationalen Wettbewerb dastehen lassen könnte, kann jedoch nicht mehr eintreten.

© SPORT1

(Alle Wettprognosen von Betegy im Überblick)

"Freilos" Schalke?

Womit wir wiederum bei Paderborn und dem Abstiegskampf wären: Während vier der fünf akut abstiegsgefährdeten Mannschaften direkt aufeinandertreffen, hat der HSV nun eben diese Schalker zu Gast, für die es um nicht mehr viel geht. Hünemeier sei Dank. (Spielen Sie Konstellationen des letzten Spieltags durch: mit dem SPORT1-Tabellenrechner)

"Freilos", spotteten einige. Das ist sicher zu hart, Fakt ist jedoch, dass die Mannschaft des italienischen Trainers Roberto di Matteo seit Wochen nicht durch aufopferungsvollen Kampf oder leidenschaftlichen Einsatz auffiel.

Die Folge war unter anderem die Suspendierungen von Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam. Trotz des schmeichelhaften Siegs gegen Paderborn war die Stimmung auf Schalke aufgeladen, noch Stunden nach dem Spiel protestierten die Fans.

"Der Fisch stinkt vom Kopf" war auf Spruchbändern schon während des Spiels zu lesen. Di Matteo steht schon am Ende seiner ersten Saison in der Kritik, mit ihm Manager Horst Heldt.

Gesamtbild in Gefahr

Eine schwache Leistung in Hamburg, mit all seinen Folgen, würde das Gesamtbild der Saison nachhaltig zerstören.

Zu gewinnen gibt sportlich nicht viel, aber zu verlieren einiges. "Wir haben eine Verantwortung der gesamten Liga gegenüber", sagte Heldt.

Viel Verantwortung für eine Mannschaft, in denen Teile unter der Woche damit auffiellen, Kabinengeheimnisse nach der 0:2-Pleite in Köln in den Medien platziert zu haben. "Das ist scheiße", schimpfte Heldt.

Und so könnte Hunemeiers Tor in dieser 88. Minute auch Einfluss auf Heldts und di Matteos Zukunft haben. Zu abwegig? Mitnichten, denn der Schmetterlingseffekt ist ein Begriff aus der Chaostheorie. Womit wir wieder bei Schalke 04 wären.

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