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Daniel Ginczek erzielte in den letzten neun Spielen für den VfB sieben Tore
Daniel Ginczek erzielte in den letzten neun Spielen für den VfB sieben Tore © Getty Images

Stuttgart glückt in Paderborn die Punktlandung - auch dank Lebensversicherung Ginczek. Der HSV findet im Schlussspurt vergessene Stärken wieder. Die Daten.

Die Bundesliga erlebt ein hochdramatisches Abstiegsfinale, an dessen Ende in Freiburg und Paderborn getrauert wird. 

SPORT1 liefert auf Basis der Daten des Datendienstleisters Deltatre erste Erkenntnisse zum letzten Spieltag.

  • Paderborn - Stuttgart

Ohne Daniel Ginczek wäre der VfB mit großer Wahrscheinlichkeit abgestiegen. Der Stürmer traf in den letzten neun Spielen sieben Mal und schoss sein Team fast im Alleingang zum Klassenerhalt.

Eine Punktlandung! Die ganze Rückrunde hatte Stuttgart zuvor auf einem Rang "unter dem Strich" verbracht.

Erstmals seit Ende 2012 gelangen dem VfB - genau zur richtigen Zeit - wieder drei Bundesliga-Siege in Folge.

Insgesamt hielten die Schwaben dem Druck an diesem Tag deutlich besser stand als die Gastgeber. Besonders in der ersten Hälfte gelang den Ostwestfalen, abgesehen vom Führungstreffer mit dem ersten Torschuss, kaum etwas. Die Torschuss-Statistik von 18:15 für den VfB erscheint ob der Überlegenheit der Schwaben auf den ersten Blick überraschend. Einzig Moritz Stoppelkamp (sechs Schüsse) konnte sich bei Paderborn offensiv bemerkbar machen.

Als Glücksgriff erwies sich beim VfB auch Winter-Neuzugang Geoffrey Serey Die. Der Ivorer war zur Stelle, als es darauf ankam. Schon gegen den HSV überragender Mann auf dem Platz, nahm er auch in Paderborn das Heft in die Hand und war zweikampfstärkster Stuttgarter (62 Prozent gewonnene Duelle). Kapitän Christian Gentner (70 Ballkontakte, die meisten auf dem Platz) zeigte ebenso Führungsqualitäten.

Aufgrund der Paderborner Harmlosigkeit fiel es nicht ins Gewicht, dass Nationalverteidiger Antonio Rüdiger einen Tag zum Vergessen erlebte (34 Prozent gewonnene Zweikämpfe).

  • Hamburger SV - FC Schalke 04

Der Dino stirbt (noch) nicht aus. Durch das 2:0 gegen Schalke retteten sich die Hanseaten zumindest in die Relegation.

Auf Basis der Daten war zwischen beiden Teams kaum ein Unterschied auszumachen. Sowohl  Ballbesitz- als auch Zweikampfbilanz sprechen nur marginal für die Gastgeber (Zweikämpfe: 53:47, Ballbesitz 52:48). Auch bei den Torschüssen lagen beide Mannschaften gleichauf (11).

Im Endspurt generell und auch am letzten Spieltag konnte sich das Team von Bruno Labbadia daher auf eine fast vergessen geglaubte Stärke verlassen. Bis zum 30. Spieltag war der HSV noch ohne ein Kopfballtor, seitdem zappelte der Ball gleich vier Mal nach einem Kopfball eines HSV-Profis im Netz.

Noch besser ist die jüngste Bilanz nach ruhenden Bällen: Fünf Tore resultieren in den letzten vier Partien aus Standards.

  • Hannover 96 - SC Freiburg

Die beste Ausgangslage reichte nicht. Ein Remis hätte wahrscheinlich zum Klassenerhalt gereicht, am Ende hat es den SC Freiburg dann doch erwischt. Nach nur einem Sieg aus den letzten sieben Spielen (am 33. Spieltag 2:1 gegen den FC Bayern) findet der Abwärtstrend nun seinen tragischen Höhepunkt.

In Hannover wachten die Breisgauer zu spät auf (nur ein Torschuss in der ersten Hälfte). Trotz 62 Prozent Ballbesitz im zweiten Durchgang kam der Sportclub nur zu fünf Torschüssen und biss sich an der 96-Defensive die Zähne aus.

Super-Joker Nils Petersen, der mit seinem 9. Tor in den letzten 12 Spielen kurz vor dem Ende noch einmal Hoffnung aufkommen lassen, wird in der Zweiten Liga kaum zu halten sein.

Bei 96 zeigte der späte Trainerwechsel hin zu Michael Frontzeck indes die erhoffte Wirkung. Unter Ex-Coach Tayfun Korkut gelang in der Rückrunde zuvor kein einziger Sieg, Frontzeck durfte im ultimativen Endspurt deren zwei in Folge bejubeln und holte in fünf Partien acht Punkte.

Der klitzekleine Wermutstropfen, der den Niedersachsen aber egal sein dürfte: in den letzten 17 Spiele schaffte man es nie, ohne Gegentor zu bleiben.

  • Köln - Wolfsburg

Der Rekord war Kevin De Bruyne offenbar nicht genug: Gegen den 1. FC Köln steigerte der Mittelfeldspieler des VfL Wolfsburg seine eigene Assist-Bestmarke noch einmal aus und steht nun bei 22.

Erst am vergangenen Wochenende hatte der Belgier die bisherigen Rekordhalter Zvjezdan Misimovic und Franck Ribery (beide 20) überholt.

Auch am Ende einer langen Saison bestechen die Niedersachsen außerdem durch ihre Blitzstarter-Fähigkeiten, erzielten ihre Treffer Nummer 16 und 17 in der Anfangsviertelstunde. Nur drei Teams erzielten in einer Saison in der Bundesliga-Historie mehr.

 Weitere Auffälligkeiten:

  • Drei Ex-Nürnberger entscheiden den Abstiegskampf:

Mit Daniel Ginczek, Daniel Didavi (beide VfB) und Hiroshi Kiyotake (Hannover 96) hatten drei Profis mit Nürnberger Vergangenheit einen großen Anteil daran, dass ihre Teams auch in der kommenden Saison im Oberhaus spielen. 

Ginczek und Didavi sorgten mit ihren Treffern im Alleingang für die Rettung, Kiyotake trug mit seinem Führungstor zum 1:0 beim 2:1 der 96er ebenso entscheidend dazu bei.

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