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Bastian Schweinsteiger hofft auf ein Fußballwunder gegen Barcelona © Getty Images

München - Der FC Bayern reagiert angefressen auf die nächste Niederlage. Schweinsteiger beschwört bei SPORT1 ein Wunder, Rummenigge will sich Saison nicht kaputtreden lassen.

Jerome Boateng, Manuel Neuer, Mario Götze und selbst der sonst stets redselige Thomas Müller: Sie alle winkten ab. Nein, sorry. Keiner wollte sich nach dem 0:1 des FC Bayern gegen den FC Augsburg den Reportern stellen.

Die Niederlage war das vierte Negativerlebnis in Folge für die Münchner. Und auch wenn es in einem unbedeutenden Spiel passierte - Meister sind die Bayern ja schon - schmerzte dieser Nachmittag schon. Denn seit mittlerweile sechs Stunden ist der deutsche Rekordmeister ohne eigenen Treffer (Tabelle der Bundesliga).

Auch Matthias Sammer ließ die Reporter kommentarlos zurück. "Ich habe Halsschmerzen", verwies der Sportvorstand auf gesundheitliche Probleme. Immerhin hatte ein Bayern-Boss an diesem Tag gesprochen: Karl-Heinz Rummenigge vor der Partie. Anlass war eine Ausstellungseröffnung im klubeigenen Museum.

"Weigere mich, die Saison klein zu reden"

Die wichtigste Botschaft des Vorstandschefs neben all den blinkenden Bayern-Trophäen der Vergangenheit: "Ich weigere mich, die Saison klein zu reden. Ich habe viele Mails und Briefe von Fans bekommen, wir sollen uns das nicht kaputtreden lassen."

Nach Spielende schien die Reaktion der FCB-Anhänger das zu bestätigen. Trotz der Pleite im Derby gegen Augsburg gab es keine Pfiffe. Eher resignatives Schweigen.

Die Profis schritten grimmig vom Platz, der frühe Platzverweis für Ersatzkeeper Pepe Reina hatte sie 76 Minuten in Unterzahl agieren lassen. Neuer, der eigentlich geschont werden sollte, musste gleich einen Elfmeter an den Pfosten gucken.

Müller zur Pause aufgebracht

Schon zur Pause waren die Münchner daher aufgebracht.  Müller donnerte beim Weg in die Kabine Bastian Schweinsteiger ein so lautes "Hey" entgegen, das man es bis auf die Tribüne hörte. Schweinsteiger hielt an, dann hörte er sich an, was Müller zu sagen hatte. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Und der Vizekapitän blieb als einer der wenigen dann auch in der Mixed Zone stehen. Die Gedanken an die Aufholjagd nach jenem unglückseligen 0:3 beim FC Barcelona hatte er schon im Kopf.

"Wir werden alles versuchen, das ist ganz klar", sagte Schweinsteiger im Gespräch mit SPORT1. "Im Fußball passieren manchmal unmögliche Dinge." Geheimrezepte für das Halbfinal-Rückspiel der Champions League hatte natürlich auch der Weltmeister nicht parat.

Man müsse sich jetzt auf die Trainingsarbeit konzentrieren und die Anweisungen des Trainers eben richtig umsetzen. Dass Bayern schon wieder ohne Tor blieb? "Es ist auf jeden Fall nicht gut", meinte Schweinsteiger, ehe er wissen ließ, dass man ja in Barcelona beim Stand von 0:0 eine sehr gute Torchance gehabt habe.

Robert Lewandowski hatte dabei aber im Camp Nou kein Glück. Als er nun an seinen vierfachen Streich beim 4:1 von Borussia Dortmund gegen Real Madrid erinnert wurde, meinte er immerhin: "Wenn sich Geschichte wiederholt, wäre das am besten für mich und den ganzen FC Bayern."

Doch auch der Pole weiß, dass solche Fußballwunder kaum täglich vorkommen. Und Pep Guardiola ist ebenso Realist.

Guardiola ohne Vorwurf an sein Team

Seinen müden Spielern machte der Bayern-Coach daher keinen Vorwurf, sie hätten auch in Unterzahl "das Spiel kontrolliert", kommentierte er. Gut eine Stunde nach Abpfiff blieb er noch mehrere Minuten bei vertrauten spanischen Journalisten stehen, einen tätschelte er kurz an der Wange.

Dabei hatte Guardiola bei der Pressekonferenz noch gewirkt, als hätte er einen Liter Zitronensaft auf Ex leeren müssen. Später schien er gelöster, den Ausrutscher gegen Augsburg will er schnellstmöglich hinter sich lassen. Und das würde er mit einem Halbfinal-Erfolg gegen Barcelona.

Die Katalanen feierten am Samstagabend eine gelungene Generalprobe und festigten durch ihren Sieg gegen Real Sociedad die Tabellenführung in der Primera Divison.

Auch wenn der FC Bayern gegen Barca ausscheiden sollte, hoffen die Verantwortlichen auf eine Verlängerung mit Guardiola - doch um den ranken sich gerade wieder Spekulationen. Der Sportsender beIN Sports, eine aus Katar kontrollierte Sendergruppe, vermeldete am Samstag via Twitter, Guardiola habe sich mit Manchester City auf einen Wechsel geinigt.

Der Scheich-Klub habe nach beIN Sports-Quellen bereits eine Einigung über einen Vorvertrag mit Guardiola erzielt. Auch wenn es bisher nur ein Gerücht ist - die Stimmung in München wird es nicht verbesern.

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