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Hamburger SV v FC Schalke 04 - Bundesliga
Erschöpft, aber erleichtert: Die Hamburger Profis feiern mit den Fans © Getty Images

Hamburg - Die Hamburger blicken nach dem Sieg gegen desolate Schalker optimistisch Richtung Relegation. Trainer Labbadia rechnet allerdings mit zwei Kraftakten.

Bruno Labbadia ballte kurz die Faust und verschwand sofort in der Kabine, seine Profis trotteten völlig abgekämpft, aber glücklich über den Rasen.

Dem "Sudden Death" war der Bundesliga-Dino gerade noch einmal von der Schippe gesprungen, doch der Überlebenskampf geht schon am Donnerstag in der Relegation weiter.  (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

"Ich war mit unserem Spiel sehr glücklich. Wir haben das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatte, fußballerisch war das sehr gut. Wir wollten unbedingt den Sieg einfahren", sagte Labbadia zu SPORT1.

Der HSV kann allerdings nur kurz durchatmen. Der Trainer des Hamburger SV  schaltete nach dem so wichtigen 2:0 (0:0)-Sieg gegen Schalke 04 deshalb auch sofort wieder in den Angriffsmodus um. (Datencenter: Tabelle)

"Wir brauchen noch zwei Kraftakte, aber ab jetzt sind wir nicht mehr von anderen abhängig, das ist gut", sagte der Coach kämpferisch und optimistisch zugleich.(Der Abstiegswahnsinn zum Nachlesen im TICKER)

Auf den Trainer wartet in den Relegationsspielen eine kuriose Situation. Er wird auf jeden Fall auf einen seiner Ex-Klubs treffen. Als Aktiver stürmte Labbadia für Darmstadt 98, den Karlsruher SC und den 1. FC Kaiserslautern. 

Am letzten Spieltag der Zweiten Liga am Sonntag wird ermittelt, wer der Gegner des HSV sein wird. "Mein Herz ist voll und ganz beim HSV. Wir wollen es unbedingt schaffen", stellte Labbadia trotz aller Sympathien für die Ex-Klubs klar, was das Ziel ist.  (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Olic trifft zur Führung

Der Sieg gegen Schalke verschaffte Labbadia das Rendezvous mit der Vergangenheit. Mit einer engagierten Leistung und Toren von Ivica Olic (49.) und Slobodan Rajkovic (58.) verließen die Hanseaten nicht nur den 17. Tabellenplatz, sie eroberten auch ihre Fans zurück, von denen so mancher nicht mehr an die Rettung glauben mochte. (Die Statistik des Spiels)

Ein organisiertes Fan-Spalier für den Mannschaftsbus auf dem Weg zum Stadion erzeugte sogar beim hartgesottenen Abwehrrecken Heiko Westermann ein "Gänsehaut-Feeling". (Zum Nachhören bei SPORT1.fm: Olic hält den HSV am Leben)

Fast noch erleichterter als der 31-Jährige war Sportdirektor Peter Knäbel. 

Als Interimscoach hatte der Ex-Profi mit null Punkten und null Toren aus zwei Spielen die sportliche Talfahrt der Norddeutschen im April noch beschleunigt. Daher wollte er sich nur zu gern mit einem Glas Wein in der Hand am Abend ein kurzes Durchatmen gönnen: "Klar ist aber, dass wir uns nur eine Extrarunde erarbeitet haben, die kein Selbstläufer wird."

Doch der Optimismus ist groß in der Hansestadt, dass man sich eine Zitterei wie im Vorjahr gegen die SpVgg Greuther Fürth (0:0, 1:1) ersparen kann. "Damals hatten wir kein Selbstvertrauen, jetzt haben wir eine intakte Mannschaft", analysierte Torhüter Rene Adler.

Schalke fällt auseinander

Die Gäste leisteten nur eine Halbzeit lang ernsthafte Gegenwehr, nach den beiden Gegentoren fiel das Team gehörig auseinander. Mit versteinerten Mienen schlichen sich die Spieler nach dem Schlusspfiff vor den Gästeblock und ertrugen geduldig ein überaus
schrilles Pfeifkonzert.

"Ich kann mich nur bei den Fans entschuldigen. Das war riesengroße Scheiße", schimpfte Torwart Ralf Fährmann nach der Partie bei Sky.

In Gelsenkirchen dürften die nächsten Tage ungemütlich werden. Für Trainer Roberto Di Matteo, aber auch für Sportvorstand Horst Heldt.

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