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Stuttgart und München - Der kurze Aufschwung des HSV endet in Stuttgart. Bruno Labbadias Mannschaft unterliegt in jedem Aspekt des Spiels. Der Abstieg ist realistischer denn je.

Vor dem Spiel brannte es im Gästeblock, danach im ganzen Verein.

Das Horrorszenario des Hamburger SV wird nach dem hochverdienten 1:2 (1:2) (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER) im Kellerduell beim VfB Stuttgart immer realistischer: Am kommenden Samstag könnte nach 51 Jahren und 272 Tagen das Herz des Dinos aufhören zu schlagen. (Datencenter: Tabelle) Zumindest in der ersten Liga.

Zu Beginn zündeten die Anhänger der Hamburger auf der Tribüne Leuchtraketen. Die zu erwartende Geldstrafe ist jetzt das kleinste Problem des Klubs. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

Von der Konkurrenz abhängig

"Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß, vor allem wenn man den Spieltag sieht. Jetzt müssen wir sehen, dass wir gegen Schalke gewinnen und dann sind wir von anderen abhängig", fasst Trainer Bruno Labbadia nach seiner missglückten Stuttgart-Rückkehr die Lage zusammen.

Ob er seine Mission als Retter wie einst beim VfB (2011/12) auch in Hamburg vollenden kann, ist nach diesem Auftritt sehr ungewiss.

Denn: Hamburg wäre selbst mit einem Sieg am letzten Spieltag abgestiegen, wenn der VfB in Paderborn gewinnt und gleichzeitig Hannover und Freiburg die Punkte teilen.

Stuttgart hat es in der Hand

Während die Hanseaten auf Schützenhilfe angewiesen sind und sich dies laut Torwart Rene Adler "beschissen genug" anfühlt, kann sich der VfB in Paderborn nun sogar aus eigener Kraft retten.

Nach Hamburgs Absturz auf Rang 17 bleibt also kaum Hoffnung.

Selbst die frühe Führung durch Gojko Kacar (12.) gab Labbadias Mannschaft keine Sicherheit.

"Wir hatten den VfB da, wo wir ihn haben wollten. Dann haben wir 20, 25 Minuten nicht so funktioniert, wie wir hätten funktionieren müssen", sagte Labbadia. "Danach haben wir uns schwer getan, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir hatten optischen Druck und haben dann Konter kassiert - das war klar, weil wir aufmachen mussten. Wir konnten uns aber nicht durchsetzen."

Änderungen verpuffen

Labbadias Taktik ging komplett daneben. Ivo Ilicevic und Marcell Jansen, neu in der Startelf, sollten Tempo über die Flügel machen. Letztlich nahmen beide aber kaum am Spiel teil, stattdessen bolzten die Hamburger den Ball aus der Abwehr auf den hilflosen Lasogga.

Stuttgarts Christian Gentner (27.) und Martin Harnik (35.) drehten mit ihren Treffern schon vor der Pause das Kellerduell.

Adler verhindert Blamage

Tatsächlich blieb Hamburgs Treffer die einzige Torchance überhaupt im Spiel für die Gäste. Stattdessen verhinderte Torhüter Rene Adler in der zweiten Hälfte mit mehreren Weltklasse-Paraden eine deutlich höhere Niederlage, wehrte insgesamt neun Torschüsse ab.

Adler präsentierte sich als einziger Hamburger der Situation angemessen. Kapitän Rafael van der Vaart etwa bereitete zwar Kacars Tor per Freistoß vor, ging ansonsten aber völlig unter. In der Nachspielzeit kassierte er noch wegen einer Unsportlichkeit seine zehnte Gelbe Karte der Saison; mit einem derart spärlichen Auftritt könnte also seine Karriere in Deutschland bereits zu Ende gegangen sein.

Hamburg hilflos

Nach einem kleinen Aufschwung mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen wirkte der HSV mit der Situation völlig überfordert und hatte speziell im Mittelfeld nichts zu entgegnen.

"Alles, was zuletzt für uns gelaufen ist, war diesmal gegen uns", sagte Jansen mit finsterer Miene und bemühte die üblichen Durchhalteparolen: "Wir müssen alles in das letzte Heimspiel werfen." Die gehaltvollen Worte sind dem HSV ausgegangen. Genau wie fast alle Hoffnung.

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