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Hannover - Wieder einmal stimmt bei Hannover 96 nur die Leistung, aber nicht das Ergebnis. Die Niedersachsen setzen nach dem 1:1 gegen Bremen auf ihr Endspiel gegen Freiburg. Werder hofft weiter auf Europa.

Hängende Köpfe erlaubte Michael Frontzeck nur für wenige Stunden, dann wollte der Trainer von Hannover 96 seine Profis wieder hocherhobenen Hauptes im Kampf um den Klassenerhalt sehen. "Ich kann ihnen doch schließlich fast keinen Vorwurf machen", sagte der Coach nach dem bitteren 1:1 (1:0) gegen Werder Bremen, das für das Verlassen der Abstiegsplätze nicht ausreichte.

Für 45 leidenschaftliche und auch spielerisch ansprechende Derby-Minuten war gegen fahrige Hanseaten eine 1:0-Halbzeitführung durch Kapitän Lars Stindl viel zu wenig. Dass die Platzherren zahlreiche weitere Einschussmöglichkeiten liegen ließen, rächte sich in der 78. Minute: Bereits zum fünften Mal in dieser Saison war Zlatko Junuzovic mit einem direkten Freistoß erfolgreich.

Endspiel gegen Freiburg

96-Torhüter Ron-Robert Zieler sah das Verhängnis kommen, konnte aber auch im Zusammenspiel mit Edgar Prib den Gegentreffer nicht verhindern. Der Weltmeister war nahezu verzweifelt: "Es fällt wahnsinnig schwer, jede Woche die gleichen Fragen beantworten zu müssen. Zwei Punkte mehr wären so nötig gewesen, um ein bisschen Ruhe zu haben. Zum Freistoß kann man nur sagen, dass er nahezu perfekt geschossen war."

Die sportliche Not machte besonders 96-Sportdirektor Dirk Dufner erfinderisch, was positiv gefärbte Durchhalteparolen anging. "Wir haben noch immer große Chancen drinzubleiben. Wir stehen ja nicht allein mit dem Rücken zur Wand, die Mannschaft wird sich dieses Ergebnis aus dem Pelz schütteln. Sicher ist ja schon, dass wir am letzten Spieltag gegen Freiburg ein Endspiel erreicht haben", sagte der 47-Jährige, der aber auch einräumte, dass die Gesamtsituation "hart für die Birne" sei. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

So empfand es auch Torschütze Stindl, der auf keinen Fall als Absteiger in der Sommerpause zu Borussia Mönchengladbach wechseln will. "Es ist nicht ganz einfach, wenn man für die Leistung nicht belohnt wird", sagte der Mittelfeldspieler bei Sky. Mit der umgekehrten Situation hingegen könnte Frontzeck bestens umgehen: "Ich würde gern einmal die Leistung meiner Mannschaft kritisieren, aber trotzdem drei Punkte mitnehmen."

"Riesenwaffe" wahrt Bremer Europapokal-Hoffnung

Genau dies tat nach dem Nordderby sein Kollege Viktor Skripnik, wenn auch mit zwei Zählern weniger im Gepäck. "Wir müssen wohl immer erst in Rückstand geraten", schimpfte der Ukrainer über die völlig verkorkste erste Halbzeit. Dass die geringen Chancen auf die Europa-League-Qualifikation zumindest intakt blieben, dafür sorgte die grün-weiße "Riesenwaffe" (O-Ton Skripnik) Junuzovic. (Tabelle der Bundesliga)

Der Österreicher gab unumwunden zu, "dass mehr als ein Punkt unverdient gewesen wäre". Denn bei den Gästen machte sich der Kräfteverschleiß des monatelangen Abstiegskampf über weite Strecken der Partie bemerkbar. Junuzovic bat da um Nachsicht: "Wir waren kurz vor Weihnachten noch Tabellenletzter, wir kommen aus der Hölle.

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