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Dem FC Augsburg winkt erstmals die Teilnahme am internationalen Wettbewerb © SPORT1/Getty Images

Die Niederlage des FC Bayern gegen den FC Augsburg ruft Kritiker auf den Plan. Dabei sollten die doch froh sein, dass die Saison endlich spannend wird.

Der böse Verdacht kam schnell auf. Über "Wettbewerbsverzerrung" klagten die ersten Fans in den sozialen Medien, als der FC Bayern gegen den FC Augsburg mit 0:1 in Rückstand geriet.

Die Vorwürfe waren natürlich Quatsch. Wer sich die Aufstellung der Münchner gegen den FCA betrachtete, sah da fast nur Hochkaräter. Dass der bereits feststehende Meister am Wochenende zwischen zwei Champions-League-Halbfinals nach langer Unterzahl gegen eine gute Bundesliga-Mannschaft verliert, kann ihm niemand vorwerfen.

Selbst Jürgen Klopp, der mit Borussia Dortmund bei einer Augsburger Niederlage bis auf Platz 6 geklettert wäre, wollte von einer angeblichen "Wettbewerbsverzerrung" nichts wissen. (Bundesliga: Die Tabelle)

Die Münchner haben wahrlich andere Probleme, als die Frage, ob sie nun mit 15, 13 oder neun Punkten Vorsprung Deutscher Meister werden. Mit der vagen Hoffnung auf ein Wunder biblischen Ausmaßes im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona im Hinterkopf konnten sie aber auch kein Interesse an einer weiteren Niederlage habe. Gerade in den letzten Saisonwochen spielt Psychologie eine entscheidende Rolle. Das war schon letztes Jahr zu sehen, als die Bayern durch eine Liga-Niederlage (übrigens in Augsburg) auch international aus dem Tritt kamen.

Jetzt müssen sie sich mit der längsten Negativserie seit 24 Jahren und mit aufkeimenden Gerüchten über einen Abgang von Trainer Pep Guardiola auseinandersetzen. Der FC Augsburg hat am Samstag einfach nur die Gelegenheit beim Schopf gepackt, körperlich und mental angeknockte Bayern zu bezwingen. Die Belohnung könnte schon nächste Woche ein Startplatz in der Europea League sein.

Wenn überhaupt, kommt es nach einer lange Zeit dahinplätschernden Bundesligasaison momentan zu einer "Wettbewerbszuspitzung". Das Ringen um die letzten Plätze in Europa bleibt eng. Im Tabellenkeller trennen den 13. vom Tabellenletzten nur vier Punkte und es kommt noch zu mehreren direkten Duellen. (Alle Szenarien durchspielen mit dem SPORT1-Tabellenrechner)

Der Saisonendspurt verspricht also noch zwei spektakuläre Spieltage. Für die Fans eigentlich ein Grund zur Freude.

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